Hüftgelenkchirurgie

In der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) setzen wir seit mehr als zehn Jahren künstliche Hüftgelenke über kleine Schnitte ein (minimalinvasive Operationstechnik). Diese Technik bedeutet für den Patienten eine schonende Operation, weniger Schmerzen, eine schnelle Genesung und ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Hüftgelenkverschleiß beiderseits
Hüftgelenkverschleiß beiderseits

Die Entscheidung bei Hüftgelenkverschleiß für eine Operation ist zunächst individuell mit dem niedergelassenen Fach- oder Hausarzt zu fällen. Dazu sind  Untersuchungen erforderlich sowie die Auswertung von Röntgenaufnahmen. Kriterien für die Entscheidung sind Schmerzen, die eingeschränkte Funktion (Belastungsfähigkeit und Beweglichkeit der Hüfte, Gehstrecke) oder das Versagen einer nicht-operativen Behandlung.

Die Richtige Behandlung für jeden Patienten

Die Patienten unserer Klinik profitieren von der großen Erfahrung der Operateure und der nachgewiesenen Qualität.

Nach telefonischer Vereinbarung mit unserem Sekretariat (Tel: 05 21 – 772 7 74 21) lernen wir Sie in einem persönlichen Gespräch kennen und erörtern mit Ihnen das weitere Vorgehen. Fällt die Entscheidung zu einer Operation, werden bei vorhandenen Risiken gegebenenfalls weitere Spezialisten hinzugezogen.

Im gemeinsamen Gespräch vereinbaren wir dann mit Ihnen einen stationären Aufnahmetermin. Dabei kann von Ihnen bereits im Vorfeld in Zusammenarbeit mit unserem Rehabilitationsteam (Tel.: 05 21 – 772 7 92 72) die sich an den stationären Aufenthalt anschließende Rehabilitation geplant werden.

Implantate

Kurzschaftprothese mit Keramikkopf
Kurzschaftprothese mit Keramikkopf

Wir setzen je nach patienteneigener Knochenform und Knochenkonsistenz sowohl zementfreie, halbzementierte, als auch komplett zementierte künstliche Hüftgelenke ein. Ziel ist, dass das eingesetzte Gelenk sofort belastungsfähig ist. Dabei liegt bei der Implantatwahl unser Hauptaugenmerk auf Bewährtem und lang Haltbarem.

Bei den zementfreien künstlichen Hüftgelenken muss eine gute Knochenqualität vorliegen, um die Gelenkanteile im Oberschenkelknochen wie im Beckenknochen zu verklemmen. Dabei setzen wir zementfrei sowohl Standardschäfte als auch knochensparende Kurzschäfte ein.

verschiedene Hüftschafttypen
verschiedene Hüftschafttypen

Bei älteren Patienten über 75 Jahre kommt es zu einem zunehmenden Knochenabbau, der mit einer schlechteren Verankerungsqualität verbunden ist. Hier sind eher voluminösere Schafttypen und zementverankerte Prothesen sinnvoll.

Klemmpfanne des künstlichen HüftgelenksBei den Pfannen bevorzugen wir zementfreie Klemmpfannen, die sich meist völlig ohne weitere Schrauben fest verankern. Sie bestehen aus einer Titanrückschale und einem Innenteil aus hochvernetztem Polyethylen.

Hüftköpfe aus Keramik und Stahl
Hüftköpfe aus Keramik und Stahl

Bei den Gleitpaarungen werden von uns Keramikköpfe aufgrund ihres überragenden Abriebverhaltens bevorzugt. Diese kombinieren wir mit einem Pfanneninnenleben aus hochvernetztem Polyethylen (Kunststoff).

Planung Hüftendoprothetik

Planung des Hüftgelenkersatzes
Planung des Hüftgelenkersatzes

Wie wir Menschen unterschiedlich aussehen, so sind auch die Hüftgelenke jedes Einzelnen in den Abmessungen etwas unterschiedlich. Ziel unserer Planung eines Hüftgelenkersatzes ist es, Ihren individuellen „Bauplan“ möglichst exakt zu kopieren.

Zu diesem Zweck halten wir eine ganze Auswahl verschiedener Prothesenmodelle mit unterschiedlichen Schaftformen (schlanke - voluminöse, kurze - lange, kurzer oder längerer Prothesenhals (Offset)) und Größen vor.

Hüftprothesenplanung für Kurzschaftprothese
Hüftprothesenplanung für Kurzschaftprothese

Bei Ihrer stationären Aufnahme fertigen wir zunächst eine digitale Röntgenplanungsaufnahme des Hüftgelenkes an.  Innerhalb der präoperativen Planung wird am digitalen Röntgenbild per Computer der für Sie am besten geeignete Prothesentyp sowie die richtige Größe für Sie ausgewählt. Dabei können verschiedene Möglichkeiten vorab am Bildschirm simuliert werden, um so die richtige Auswahl zu treffen.

Eine solche Planung wird dann elektronisch gespeichert, um sie während der Operation an großen digitalen Bildschirmen im Operationssaal darzustellen. Diese Planung ist die Grundlage, um das individuell geformte Hüftgelenk passgenau zu behandeln.

Die Operation

Operation im Bereich der Hüftgelenkchirurgie
Operation im Bereich der Hüftgelenkchirurgie
Lichthaken zur weichteilschonenden Hüftgelenkoperation
Lichthaken zur weichteilschonenden Hüftgelenkoperation

Während der Operation achten wir besonders darauf, beim Zugang Weichteile nach Möglichkeit zu schonen. Wir verwenden überwiegend einen hinteren Zugang, der je nach Erfordernissen sehr klein gehalten werden kann, aber auch erweiterbar ist.

Dabei werden zur Operation spezielle Lichthaken verwendet, um einen guten Einblick auch bei sehr kleinem Zugang zu bekommen. Dieses weichteilschonende Vorgehen führt zu weniger postoperativen Schmerzen und einer schnelleren Genesung.

Nach der Operation

Schmerzadaptierte Belastung des Hüftgelenks
Schmerzadaptierte Belastung des Hüftgelenks

Nach der Operation kommen Sie nach einer kurzen Überwachungsphase erneut auf Ihre Station. In den nächsten Tagen lernen Sie nun die ersten Schritte mit Ihrem neuen Gelenk an Unterarmgehstützen. Das neue Gelenk wird - bis auf wenige spezielle Ausnahmen - schmerzadaptiert bis hin zur Vollbelastung belastet. Das bedeutet, dass es lediglich soweit belastet wird, dass keine Schmerzen entstehen. Die Wunde heilt und die nach standardisiertem Schema vorgenommene Schmerztherapie kann schrittweise reduziert werden.

Hüftgelenkprothese
Hüftgelenkprothese

Eine Thromboseprophylaxe empfehlen wir über einen Zeitraum von vier Wochen nach der Operation. Eine medikamentöse Vorbeugung gegen eventuell auftretende Verkalkungen am Hüftgelenk wird über zwei Wochen empfohlen.

Rehabilitation

Nach dem stationären Aufenthalt (zirka acht bis zehn Tage) schließt sich eine Rehabilitation an. Dabei steht Ihnen sowohl die Möglichkeit einer stationären als auch die einer ambulanten Rehabilitation zur Verfügung.

Unser Rehabilitationsmanagement sucht Sie in den ersten Tagen nach der Operation auf, stimmt mit Ihnen die weitere Behandlung ab und kümmert sich um die notwendigen organisatorischen Dinge.

Gern können Sie auch bereits nach Anmeldung  im Vorfeld der Operation mit unserem Rehabilitationsteam Kontakt aufnehmen und sich über die Möglichkeiten informieren.

Rehabilitationsteam

Porträtfoto Natalie Kordes

Natalie Kordes

Diplom-Sozialpädagogin

Tel.: 05 21 – 772 7 92 72

E-Mail

Bettina Schmidt

Diplom-Sozialarbeiterin

Tel.: 05 21 – 772 7 92 61 

E-Mail

Zur Vorbereitung

Bei Patienten, die noch keine Altersrente beziehen ist in der Regel die gesetzliche Rentenversicherung zuständig. Bitte teilen Sie uns Ihren Rentenversicherungsträger und Ihre Rentenversicherungsnummer beim Beratungsgespräch mit.

Bei Patienten, die eine Altersrente beziehen, ist die Krankenkasse zuständig. Bitte teilen Sie uns Ihre Versicherungsnummer beim Beratungsgespräch mit.

Sport und künstliches Hüftgelenk

Um das künstliche Hüftgelenk möglichst nicht Grenzbelastungen auszusetzen und so einen vorzeitigen Verschleiß oder Lockerung zu fördern, empfehlen wir folgende Sportarten: Wandern/ Walking, Skilanglauf, Radfahren und Schwimmen. Eingeschränkt kann Golfspiel, Joggen, Segeln, Tennis und zum Beispiel Bowling empfohlen werden. Aufgrund der teilweisen erheblichen Stoß- und Scherbelastungen empfehlen wir, auf Abfahrtsski, Ballsportarten, Klettern oder Kampfsportarten zu verzichten.

Zugelassen: Schwerstverletzte nach Arbeitsunfällen

Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, ein Bestandteil des Traumazentrums im EvKB, wurde als eine von zehn Kliniken in Nordrhein-Westfalen von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für die Behandlung von Schwerstverletzten nach Arbeitsunfällen zugelassen.

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