PSZ Bielefeld: Psychosoziales Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge

Der Arbeitskreis Asyl Bielefeld und die Klinik für Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin des Evangelischen Klinikums Bethel haben im Mai 2014 mit der Arbeit innerhalb des psychosozialen Zentrums für traumatisierte Flüchtlinge (PSZ) begonnen.

Entstanden ist das PSZ Bielefeld in Anlehnung an diverse Einrichtungen (PSZs und Refugios), die bundesweit traumatisierten Flüchtlingen Beratung und Therapie anbieten. Das PSZ in Bielefeld arbeitet zurzeit als Gemeinschaftsprojekt an den zwei Standorten der Kooperationspartner.

Ziel des PSZ ist es, speziell für traumatisierte Flüchtlinge in Bielefeld und Umgebung ein sozialarbeiterisches Angebot in Verbindung mit psychotherapeutischen Interventionen zu etablieren. Hierzu zählen Einschätzung sowie diagnostische Abklärung in Bezug auf mögliche Traumafolgeerkrankungen, ambulante Kriseninterventionen und Therapieangebote, aber auch Schulungen, Fortbildungen und Intervisionsangebote für Helfer, die in die Begleitung der Flüchtlinge eingebunden sind. Zu diesen gehören neben Sprach- und Kulturmittlern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Institutionen sowie niedergelassene Ärzte und Therapeuten.

Angebote für Flüchtlinge

Sozialarbeiterische Angebote

  • Unterstützung bei der Suche nach ambulanter Psychotherapie
  • Unterstützung bei der Vermittlung von begleitenden Sprach- und KulturmittlerInnen
  • Unterstützung bei der Beantragung der Kostenübernahme von Psychotherapie, Kostenübernahme für die Sprach- und KulturmittlerInnen sowie Fahrtkosten
  • Weitere aufenthaltsrechtliche und Sozialberatungen

Therapeutische Angebote

  • Ambulante diagnostische Gespräche mit dem Schwerpunkt der Feststellung möglicher Traumafolgeerkrankungen 
  • Ambulante psychotherapeutische Krisenintervention sowie im begrenzten Umfang traumaorientierte Kurzzeitpsychotherapie

Gruppentherapeutische Angebote

  • Serbo-kroatischsprachige Gruppentherapie für Frauen mit Traumafolgestörungen (begleitet von einer Sprach- und Kulturmittlerin)
  • Englischsprachige Gruppentherapie für afrikanische Frauen mit Traumafolgestörungen
  • Ambulante, halboffene Gruppen
  • 4-wöchiger Rhythmus
  • Laufzeit max. ein Jahr
  • Inhalte: Psychoedukation im Hinblick auf Traumafolgestörungen sowie Vermittlung von Stabilisierungsübungen

Weitere Gruppen befinden sich in Planung.

Zugangswege für Flüchtlinge

Zunächst wird ein Termin für ein Erstgespräch in den Räumlichkeiten des AK Asyl vereinbart. In diesem wird geklärt, welcher Bedarf besteht, welche Dienste bisher schon unterstützend beteiligt sind und ob ein/-e Sprach- und Kulturmittler/-in für einen psychotherapeutischen Termin bzw. eine psychotherapeutische Stellungnahme erforderlich ist. Im Anschluss werden – je nach Sachlage – weitere Termine vereinbart und gegebenenfalls die Vermittlung an die Klinik organisiert.

Zuständige Ansprechpartnerin:

Kathrin Dallwitz, Diplom-Sozialarbeiterin 
Tel.: 05 21 - 78 71 52 46
E-Mail

Angebote für Fachkräfte

Fortbildungsreihe für Sprach- und Kulturmittler

  • 8 Termine
  • Laufzeit 1 Jahr
  • Vermittlung von Wissen u.a. zu Besonderheiten der Psychotraumatologie bei Flüchtlingen, Übungen aus der Stabilisierungsphase der Traumatherapie, praktische Aspekte der Therapie zu Dritt, Rolle der Dolmetscherin/des Dolmetschers in der Therapie, Psychohygiene, rechtlichen und ethischen Aspekten, Diversity.

Intervisionsgruppe für Psychotherapeuten

  • 6-wöchiger Rhythmus
  • Unterstützung und Begleitung bei der ambulanten, psychotherapeutischen Behandlung von Flüchtlingen mit Traumafolgeerkrankungen

Netzwerktreffen für Personen und Institutionen, die mit der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen befasst sind

  • 6-wöchiger Rhythmus
  • Verknüpfung und Vermittlung verschiedener Stellen und Institutionen
  • Inhaltliche Auseinandersetzung mit Themen, die die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen betreffen

Zugangswege für Fachkräfte

Informationen zu Terminen sowie Anmeldung zur Fortbildungsreihe für Sprach- und Kulturmittler, der Intervisionsgruppe für Psychotherapeuten oder auch zu den Netzwerktreffen über die Klinik für Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin:

Zuständige Ansprechpartnerin:

Christine Domke
Tel.: 05 21 - 7 72 7 59 03
E-Mail

Kontakt

AK Asyl e.V.

Kathrin Dallwitz, Diplom-Sozialarbeiterin
Friedenstr. 4-8
33602 Bielefeld
Tel.: 05 21 - 78 71 52 46 
Fax: 05 21 - 78 71 52 93
E-Mail

Lina Honens, Master Erziehungswissenschaft
Friedenstraße 4-8
33602 Bielefeld
Tel.: 05 21 - 54 65 15 32
Fax: 05 21 - 54 65 15 99
E-Mail


Evangelisches Klinikum Bethel

Klinik für Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin
Chefärztin Dr. med. Andrea Möllering
Schildescher Str. 103p
33611 Bielefeld
Tel.: 05 21 | 7 72 - 7 59 03
Fax: 05 21 | 7 72 - 7 59 05
E-Mail

Link

Wir nehmen teil am Projekt "Erkennen und Handeln - Schutz und Gesundheit für schutzbedürftige Flüchtlinge in Rheinland und Westfalen", das durch den Asyl-Migrations-Integrationsfonds AMIF der Europäischen Union gefördert wird.

» Projekt "Erkennen und Handeln" 

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Aktuelles

Das Trauma von Krieg, Vertreibung und Flucht bewältigen - Neue psychosoziale Beratung für Flüchtlinge

Etwa 5.000 Flüchtlinge aus Krisenregionen der ganzen Welt suchen in Bielefeld und Umgebung Schutz. Der Bedarf nach medizinisch-psychologischer Unterstützung ist groß. Schätzungen zufolge leiden allein 40 Prozent der Flüchtlinge an einer Traumafolgeerkrankung. Ein in Ostwestfalen-Lippe einzigartiges Hilfsangebot der Klinik für Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin im EvKB und dem Arbeitskreis Asyl e.V. bietet diesen Menschen jetzt eine bessere psychosoziale Unterstützung.

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