Hyperhidrose

Unter einer Hyperhidrose versteht man eine übermäßige Absonderung von Schweiß. Die betroffenen Personen produzieren mehr Schweiß als für die Regulation der Körpertemperatur notwendig ist. Diese vermehrte Schweißproduktion kann den ganzen Körper betreffen oder nur an bestimmten Körperstellen besonders ausgeprägt sein. Typischerweise sind Hände, Achselhöhlen oder Füße am stärksten betroffen. Viele der Betroffenen glauben sich mit dem vermehrten Schwitzen abfinden zu müssen, da sie nicht wissen, dass es Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Neben verschiedenen lokalen Behandlungsmöglichkeiten wie Deodorants, Aluminiumhydroxid-Creme oder die Iontophorese für das Schwitzen an Händen und Füßen gibt es auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten (Anticholinergika, Betablocker, Neuroleptika). Eine weitere Möglichkeit der Behandlung besteht im lokalen Spritzen von Botulinumtoxin. Diese Behandlung muss aber beim Nachlassen der Wirkung (das heißt nach drei bis sechs Monaten) wiederholt werden.

Eine definitive Lösung bietet die thorakoskopische Sympathektomie, das heißt Durchtrennung oder Entfernung eines umschriebenen Teils des sympathischen Grenzstrangs, welcher das Schwitzen in der zugehörigen Region reguliert. Dieser Eingriff erfolgt in unserer Klinik für Thoraxchirurgie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) minimalinvasiv mit der sogenannten Schlüssellochtechnik.

Durch diese Operation werden die Hände der Patienten in 95 bis 100 Prozent der Fälle absolut trockengelegt. Häufig tritt nach der Operation an anderen Körperstellen ein leicht vermehrtes Schwitzen auf (kompensatorische Hyperhidrose), was aber vom weit überwiegenden Teil der operierten Patienten als nicht störend empfunden wird. Extrem selten tritt nach der Operation ein so genanntes Horner-Syndrom auf. Dies bedeutet, dass das Oberlid leicht hängt und die Pupille etwas enger gestellt ist. Auf die Sehleistung hat dies keinen Einfluss.

Erfahren Sie mehr zu den Therapiemethoden Sympathektomie und Thorakale Sympathektomie.

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