Lungenkrebs

Computertomogramm eines Patienten mit Lungenkrebs auf der linken Lunge
Computertomogramm eines Patienten mit Lungenkrebs auf der linken Lunge (Pfeil)
Computertomogramm eines Patienten mit Lungenkrebs auf der rechten Lunge
Computertomogramm eines Patienten mit Lungenkrebs auf der rechten Lunge (Pfeil)
PET/CT-Szintigramm eines Patienten mit Lungenkrebs
PET/CT-Szintigramm eines Patienten mit Lungenkrebs: Der leuchtende Fleck beschreibt den Lungentumor

Allgemeines

Der Lungenkrebs (auch Bronchialkarzinom genannt) bezeichnet eine bösartige Erkrankung der Bronchien. Das Karzinom befällt etwa 25 Prozent aller Krebskranken und gilt als häufigster Tumor beim Mann. Doch auch immer mehr Frauen sind betroffen.

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren sind vor allem Zigarettenrauch und berufliche Staubbelastung. Die Hauptursache für das Bronchialkarzinom ist das inhalative Zigarettenrauchen, circa 85 Prozent der Lungenkrebserkrankungen sind durch Nikotin-Missbrauch (Nikotin-Abusus) bedingt.

Arten des Lungenkrebses

80 Prozent der Lungenkrebserkrankungen stellen die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinomarten dar, 20 Prozent das kleinzellige Bonchialkarzinom.

Symptome

Häufig ist ein Zufallsbefund im Lungenröntgen der erste Hinweis. Beschwerden wie anhaltender Husten, Atemnot, blutiger Auswurf oder Gewichtsverlust treten bei fortschreitender Erkrankung auf und sollten unbedingt abgeklärt werden.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird meistens durch das Röntgen des Brustkorbs und eine Computertomographie geäußert. Die histologische Diagnose wird mittels transbronchialer (Spiegelung der Luftwege) Biopsie oder transthorakaler Biopsie festgestellt. In manchen Fällen muss man die Diagnose durch eine chirurgische Lungen-Biopsie feststellen. Die FDG-PET-CT Untersuchung ist für die Metastasensuche gut geeignet. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten sind Laborwerte für die Diagnose des Bronchialkarzinoms nicht geeignet.

Behandlung nicht-kleinzelliger Bronchialkarzinome

Kurative chirurgische Resektion

Die chirurgische Therapie ist in unserer Klinik für Thoraxchirurgie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) Mittel der Wahl, sofern keine Fernmetastasen vorhanden sind, in der Regel bei frühen Stadien (Stadium I und II). Erweiterte Resektion (Entfernung) kommt bei lokal fortgeschrittenem Stadium in kurativer Absicht immer wieder in Frage. Folgende Prozeduren sind Standard bei der Behandlung von nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC):

  • Lobektomie mit radikaler mediastinaler Lymphadenektomie: Entfernung eines Lungenlappens mit vollständiger Entfernung der Lympfknoten im Mittelfell
  • Bilobektomie mit mediastinaler Lymphandenoektomie: Entfernung von zwei Lungenlappen zur gleichen Zeit mit Entfernung der Lymphknoten im Mittelfell
  • Segmentresektion mit mediastinaler Lymphandenoektomie: Entfernung eines Lungensegments mit Entfernung der Lymphknoten im Mittelfell
  • Erweiterte Lungenresektionen mit Resektion von Thoraxwand, Perikard, Zwerchfell
  • Erweiterte Lungenresektionen mit Gefäßersatz wie zum Beispiel die Vena cava (Hohlvene) oder Arteria subclavia („Unterschlüsselbeinarterie“)
  • Manschetten-Lungenresektion mit Bronchus oder Gefäß-Manschette

Chemotherapie und/oder Bestrahlung vor der Operation

Bei Stadium IIIA und IIIB (bei bestimmten Patienten). Im Anschluss oder bei nicht operablen Tumoren wird eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung durchgeführt. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 20 bis 50 Prozent, je nach Stadium.

Palliative Chemotherapie

Bei fortgeschrittener Krankheit (Stadium IV) kann eine palliative (umhüllende) Chemotherapie stattfinden. Eine palliative Therapie zielt nicht auf die Heilung einer Krankheit ab, sondern auf die Linderung der Folgen. Sie kann den Verlauf der Krankheiten verlangsamen wie auch Nebenwirkungen reduzieren.

Behandlung kleinzelliger Bronchialkarzinome

Kleinzellige Bronchialkarzinome werden primär mit einer Chemotherapie behandelt, die meist zu einer deutlichen Verkleinerung des Tumors führt. Aufgrund der hohen Rezidivrate (Rückfallrate) ist die Prognose jedoch schlecht (mittleres Überleben 4-12 Monate). Es werden jedoch verschiedene Studien, unter anderem mit einer Immuntherapie, durchgeführt, die in Zukunft die Prognose verbessern könnte.