Mediastinitis (Mittelfellentzündung)

Computertomogramm: Brustkorb (von oben) mit Mediastinitis. Der Pfeil zeigt auf entzündetes Bindegewebe zwischen Lungen und Herz.

Computertomogramm: Brustkorb (von oben) mit Mediastinitis. Die Pfeile zeigen auf entzündetes Bindegewebe zwischen Lungen und Herz.
Die Computertomogramme zeigen Brustkörbe (von oben) mit Mediastinitis. Die Pfeile zeigen auf entzündetes Bindegewebe zwischen Lungen und Herz.

Was ist das Mediastinum?

Als Mediastinum bezeichnet man einen Raum im Brustkorb, der seitlich von den beiden Lungenflügeln begrenzt wird, vorne vom Brustbein und hinten von der Wirbelsäule. In diesem Raum, dem Mediastinum, befindet sich das Herz mit den großen Gefäßen, die Thymusdrüse, die Luftröhre, sowie Lymphknoten und Bindegewebe. Den Abschluss des Mediastinums zum Bauch hin bildet das Zwerchfell, während der Abschluss dieses Raums zum Hals relativ fließend ist. So kann etwa die Schilddrüse vom Hals aus weit in das Mediastinum reichen.

Was ist eine Mediastinitis?

Unter der Mediastinitis versteht man eine Entzündung des Mittelfells. Bei der akuten Mediastinitis handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung, die mit einer hohen Morbidität und Letalität einhergeht. Zu differenzieren ist zwischen der akuten und der chronischen Form.

Bei einer Mediastinitis ist das Bindegewebe zwischen den Lungen und dem Herz entzündet. Die akute Mediastinitis stellt ein schweres Krankheitsbild dar, welches einer sofortigen Behandlung bedarf.

Symptome

Typisch ist, dass die Beschwerden ganz plötzlich auftreten. Die betroffenen Personen bekommen hohes Fieber, das teilweise von Schüttelfrost begleitet wird, und sind in ihrem Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt. Die meisten Betroffenen haben vor allem beim Schlucken starke Schmerzen hinter dem Brustbein, und beklagen sich über Herzrasen sowie eine beschleunigte Atmung. Zudem kann auch Husten auftreten.

Behandlung

Bei der körperlichen Untersuchung klagt die betroffene Person über Schmerzen beim Druck auf das Brustbein. Durch die Verletzung eines lufthaltigen Organs wie der Speiseröhre kann aber auch Luft in das Mediastinum austreten, die sich dann bis unter die Haut ausbreiten und sich dort ansammeln kann. Dieses sogenannte Hautemphysem ertastet der Arzt als feines Knistern, wenn er über die Haut streicht. Eine Luftansammlung im Mediastinalraum wird dagegen in der Fachsprache als Mediastinalemphysem bezeichnet.

Zur Diagnosestellung wird in unserer Klinik für Thoraxchirurgie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Hier sieht der Arzt bestimmte Merkmale, die Hinweise auf eine Mediastinitis geben. Dazu gehört eine sichtbare Verbreiterung des Mediastinalraums bedingt durch die dort stattfindende Entzündung. Dadurch werden die dort liegenden Organe und Strukturen teilweise von ihrem eigentlichen Platz verdrängt, was ebenfalls auf dem Röntgenbild erkennbar ist.

Zur Sicherung der Diagnose und um die Ausdehnung der Mediastinitis besser beurteilen zu können, bietet sich eine Computertomographie (CT) an, welche zum Beispiel auch die Luft im Mediastinum erkennbar macht. Ausserdem ist eventuell eine Spiegelung, also eine Endoskopie der Speiseröhre oder der Bronchien nötig.