Trichterbrust (Pectus excavatum)

Computertomogramm eines Patienten mit Trichterbrust (Pectus excavatum), Haller Index Bemessung.
Computertomogramm eines Patienten mit Trichterbrust (Pectus excavatum), Haller Index Bemessung.

Die Trichterbrust ist eine genetisch vorgegebene Veränderung der Verbindungen zwischen Rippen und Brustbein. Dabei kommt es bei übermäßigem Wachstum der Rippenknorpel (meist während der Pubertät) zu einem trichterförmigen Einsinken des kaudalen Anteils des Brustbeins in den Brustraum.

Die Häufigkeit beträgt ca. 1:300 bis 1:400 Geburten, wobei Jungen etwa dreimal häufiger als Mädchen betroffen sind. Eine familiäre Häufung wird in 35 Prozent der Fälle beobachtet. Die Trichterbrust tritt gehäuft bei anderen Erkrankungen wie dem Marfan-Syndrom und dem Poland-Syndrom auf. Kompression und Verdrängung von Herz und/oder Lunge durch den Trichter können eine verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlichen Belastungen hervorrufen.

Die Trichterbrustdeformation kann auch zu einer Beeinträchtigung der Körperhaltung führen, teilweise verbunden mit Schmerzen. Eine wesentliche Rolle spielen darüber hinaus die kosmetisch-ästhetischen Beeinträchtigungen mit Ausbildung von psychischen Problemen bis hin zur Suizidalität.

Patient mit Trichterbrust vor der minimalinvasiven Trichterbrustkorrektur
Patient mit Trichterbrust vor der minimalinvasiven Trichterbrustkorrektur
Patient mit Trichterbrust nach erfolgreicher minimalinvasiver Trichterbrustkorrektur
Patient mit Trichterbrust nach erfolgreicher minimalinvasiver Trichterbrustkorrektur
Röntgenaufnahme nach erfolgreicher minimalinvasiver Trichterbrustkorrektur
Röntgenaufnahme nach erfolgreicher minimalinvasiver Trichterbrustkorrektur

Operationsmöglichkeit bei Trichterbrust

In unserer Klinik für Thoraxchirurgie im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EvKB) wird ausschließlich die minimalinvasive Korrektur der Trichterbrust (Pectus Bar) angewandt. Diese Methode wurde 1987 von Donald Nuss entwickelt. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Es werden über zwei kleine Schnitte (circa 3 bis 4 Zentimeter) am seitlichen Brustkorb beidseits ein zuvor an den Brustkorb genau gepasster  Metallbügel (Pectus Bar) hinter das Brustbein geschoben. Der Krankenhausaufenthalt beträgt circa sechs bis acht Tage.

Erste Schritte der minimalinvasiven Trichterbrustkorrektur nach Dr. Nuss
Erste Schritte der minimalinvasiven Trichterbrustkorrektur nach Dr. Nuss
Erste Schritte der minimalinvasiven Trichterbrustkorrektur nach Dr. Nuss
Erste Schritte der minimalinvasiven Trichterbrustkorrektur nach Dr. Nuss
Erfolgreiche minimalinvasive Trichterbrustkorrektur
Erfolgreiche minimalinvasive Trichterbrustkorrektur

Vorteile der minimalinvasiven Operationstechnik

Im Vergleich zu den „alten“ Operationsverfahren mit Eröffnung des gesamten Brustbeins hat diese Operationsmethode deutlich kürzere Operationszeiten, kosmetisch wenig störende Narben sowie keinen oder minimalen Blutverlust.

Minimalinvasive Trichterbrustkorrektur
Minimalinvasive Trichterbrustkorrektur
Instrumente für die minimalinvasive Trichterbrustkorrektur
Instrumente für die minimalinvasive Trichterbrustkorrektur

Nachbehandlung

  • Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus dürfen Sie für  sechs Wochen nur leichte Sportarten mit Belastung der unteren Extremitäten ausführen. Keine Kontaktsportarten (Karate etc).
  • Nach drei Monaten sind alle Sportarten wieder erlaubt.
  • Der Metallstab wird nach drei Jahren in einer kleinen Operation wieder entfernt.

Haben Sie weitere Fragen zur Operation? Möchten Sie wissen, ob eine Trichterbrustkorrektur für Sie in Frage kommt? Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf. In unserer Spezialsprechstunde beraten wir Sie gerne ausführlicher!

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