Neurodegenerative Erkrankungen

Kennzeichnend für neurodegenerative Erkrankungen ist der fortschreitende Verlust von Nervenzellen (Neurodegeneration). Dieser Verlust bedingt eine Vielzahl von Krankheiten wie die hirnorganisch bedingte Demenz, zu der die Alzheimer-Demenz (Morbus Alzheimer) gezählt wird, Bewegungsstörungen (zum Beispiel Dystonien), die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson), Erkrankungen des motorischen Nervensystems wie die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Morbus Parkinson

Morbus Parkinson, auch Parkinson-Krankheit genannt, zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Dabei sterben Nervenzellen im Mittelhirn ab, die den Botenstoff Dopamin beinhalten. Der Mangel an Dopamin wirkt sich auf die Großhirnrinde aus, was zu Muskelstarre, verlangsamten Bewegungen, Bewegungslosigkeit, Muskelzittern oder Haltungsinstabilität führt. Die Krankheit nimmt in der Regel einen langsamen Verlauf.

Patienten finden in unserer Klinik für Neurologie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) kompetente Ansprechpartner nicht nur für den idiopathischen (ohne bekannte Ursache) Morbus Parkinson, sondern auch für seltenere Parkinson-Syndrome wie die Multisystematrophie, die progressive supranukleäre Paralyse und das Shy-Drager-Syndrom. Für die Behandlung der Bewegungsstörungen (Dystonien) haben wir eigens eine Sprechstunde eingerichtet, in der die Substanz Botulinumtoxin A (Botox) verabreicht wird, um die Muskeln zu beruhigen.

Darüber hinaus behandeln wir Patienten mit essentiellem Tremor, Restless-legs-Syndrom oder Chorea Huntington.

Zu unseren Leistungen gehören:

  • Die Frühdiagnostik mit nuklearmedizinischen Verfahren (DAT-Scan, IBZM-SPECT)
  • Die Therapie beginnender Parkinson-Syndrome sowie Therapieoptimierung in allen Krankheitsstadien
  • Komplexbehandlung
  • Diagnose und Therapie affektiver und kognitiver Störungen und
  • Invasive Therapieverfahren bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium (Apomorphin- und Duodopapumpe)

Mit der Komplexbehandlung bieten wir folgende Leistungen an:

  • Ein multiprofessionelles Team unter fachärztlicher Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Dr. Andreas Rogalewski und Dr. Mareike Kroll
  • Wöchentliche Teamsitzungen mit Besprechung sowie Dokumentation der Behandlungsergebnisse und –ziele
  • Ergotherapie einschließlich Diagnostik und Therapie
  • Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage
  • Klinische Linguistik zur Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen (endoskopische Schluckdiagnostik)
  • Physikalische Therapie (Fango und Massage)
  • sozialmedizinische Beratung

Demenz

Die Diagnostik von „Störungen des Gedächtnisses und des Denkvermögens“ erfolgt in unserer Klinik für Neurologie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) anhand klinischer Tests. Dabei kommen zum Beispiel der Uhren-Test, der Tiere-Zähl-Test, der PANDA-Test (Parkinson Neuropsychometric Dementia Assessment, auf Deutsch: Neuropsychometrische Parkinson-Demenz-Beurteilung) und der Syndrom-Kurz-Test (SKT) zum Einsatz. Darüber hinaus erfolgt die Klärung und Zuordnung der Demenz während eines stationären Aufenthalts mithilfe kranialer Bildgebung, also einer Bildgebung des Schädels, nuklearmedizinischen Verfahren und einer Liquoruntersuchung (Nervenwasser) geklärt. Anschließend wird die Therapie eingeleitet, die für den Patienten optimal ist.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine neurodegenerative Erkrankung. Dabei kommt es zum Abbau oder zur Schädigung von Nervenzellen in Hirnrinde oder Rückenmark, die für die menschliche Muskelbewegung verantwortlich sind. Es kommt zunehmend zu Muskelschwäche, Muskelschwund und Spastik, zu Bewegungsstörungen des Gangs sowie zu Sprech- und Schluckstörungen. Durch die eingeschränkte Koordination der Muskeln werden die Aktivitäten des täglichen Lebens stark eingeschränkt.

Bis heute ist ALS nicht heilbar. In unserer Klinik für Neurologie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) liegt der Schwerpunkt in der Diagnostik der Erkrankung, die manchmal schwierig sein kann, sowie auf therapeutischer Linderung der Symptome sowie der psychologischen Betreuung.