Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen

Entsprechend der Therapieleitlinien einer interdisziplinären Komplexbehandlung führen Logopäden medizinische und sprachtherapeutische Maßnahmen durch.
Entsprechend der Therapieleitlinien einer interdisziplinären Komplexbehandlung führen Logopäden medizinische und sprachtherapeutische Maßnahmen durch.

Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen treten bei einer Vielzahl von neurologischen Erkrankungen auf. Nach einem Schlaganfall leidet jeder dritte Patient unter einer schweren Sprachstörung (Aphasie), die das Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben beeinträchtigt. Eine Sprechstörung (Dysarthrie), die zu unverständlicher Sprache führt, sowie gravierende, teils lebensbedrohliche Schluckstörungen (Dysphagie) zeigen sich häufig beim Schlaganfall, bei der Parkinson-Erkrankung und bei Multisystematrophien.

Die oben genannten Symptome behindern ohne Behandlung langfristig das Leben des Betroffenen. Deshalb führt unsere Klinik entsprechend der Therapieleitlinien eine interdisziplinäre Komplexbehandlung durch, bei der medizinische und sprachtherapeutische Maßnahmen einbezogen werden. Unsere Klinik führt daher eine eigene Abteilung für Linguistik und Logopädie und arbeitet in enger Kooperation mit der Universität Bielefeld zusammen.

Sprach- und Sprechstörungen

Umfassende wissenschaftliche Studien belegen, dass nur eine frühzeitig einsetzende sowie intensive Sprachtherapie eine Rückbildung der Sprach- und Sprechstörungen bewirkt und den Leidensdruck des Patienten mildert. Unsere Klinik für Neurologie im Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) bietet daher eine intensive und individuell auf das Störungsbild abgestimmte Behandlung aller Sprach- und Sprechstörungen auf allen Stationen, insbesondere den Schlaganfallstationen (Stroke Units).

Die Sprechtherapie wird häufig als Ergänzung zu anderen Therapieformen herangezogen, beispielsweise zur Parkinson-Komplexbehandlung oder bei der Therapie von Demenzerkrankungen. Im Rahmen der Parkinson-Komplexbehandlung erfolgt neben der intensiven Therapie eine ausführliche Erfassung der sprechmotorischen Probleme. Schwerpunkt der Behandlung ist in vielen Fällen die Kräftigung der Stimme und eine Reduzierung des Sprechtempos, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Ziel ist es darüber hinaus, mit dem Patienten Strategien zu erarbeiten, die die Verständlichkeit seiner Sprache auch langfristig aufrecht erhält.

Schluckstörungen

Während einer stationären Behandlung wird immer überprüft, ob Schluckstörungen vorliegen. Routinemäßig wird eine klinische Eingangsuntersuchung (z. B. Beobachtung des Patienten bei der Nahrungsaufnahme) durchgeführt. Unterstützt wird die Diagnostik durch eine videoendoskopische Untersuchung, um auf diese Weise differenzierte Angaben über das Ausmaß der Schluckproblematik und das Aspirationsrisiko (Einatmen der Nahrung) zu erhalten. Die Schlucktherapie beinhaltet sowohl kräftigende Maßnahmen der Schluckmuskulatur als auch kompensatorische Techniken, wie z. B. eine veränderte Kopfhaltung beim Schlucken. In vielen Fällen erfolgt vorübergehend auch eine Umstellung der Kostform, in Kooperation mit der Diätberatung unseres Hauses, um die Nahrungsaufnahme zu erleichtern.