Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

Die Elektrokrampftherapie ist ein schonendes Verfahren zur Behandlung der schweren Depression, wenn andere Verfahren alleine nicht erfolgversprechend sind.
Die Elektrokrampftherapie ist ein schonendes Verfahren zur Behandlung der schweren Depression, wenn andere Verfahren alleine nicht erfolgversprechend sind.

Die in den angloamerikanischen und skandinavischen Ländern viel häufiger als in Deutschland angewandte Elektrokonvulsionstherapie (EKT) basiert auf der klinischen Beobachtung, dass therapieresistente und schwerste depressive Erkrankungen sowie bestimmte schwere psychotische Störungen eine häufig erstaunliche und rasche Besserung durch die EKT erfahren. Gerade auch bei älteren Patientinnen, die eine erhöhte Nebenwirkungsrate unter medikamentöser Behandlung aufweisen, ist die Durchführung einer EKT eine gut wirksame und im Vergleich häufig schonendere Alternative.

Die Wirkprinzipien sind allerdings bisher nicht umfassend aufgeklärt: Es kommt bei der EKT durch eine individuell festgelegte elektrische Stromdurchflutung zu einer fast simultanen elektrischen Entladung der Nervenzellen des Gehirns. Die in den Stunden und ersten Tagen danach stattfindende Reorganisation neuronaler Netzwerke auf einem günstigeren Niveau als vor der Behandlung spielt möglicherweise für die Wirksamkeit neben anderen Effekten eine Rolle. Jede EKT-Behandlung setzt eine ausführliche Aufklärung und gesonderte schriftliche Einverständniserklärung der Betroffenen voraus. Die Kurznarkose erfolgt durch einen erfahrenen Arzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin, Transfusionsmedizin und Schmerztherapie im EvKB, die EKT-Behandlung selbst durch einen in diesem Bereich erfahrenen Arzt unserer Klinik.

In unserer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel wenden wir die EKT bei der seltenen akuten febrilen (fieberhaften) und lebensbedrohlichen Katatonie (eine Unterform der Schizophrenie) und bei therapieresistenten oder schwersten affektiven Störungen an. Die EKT ist bei affektiven Störungen Mittel der dritten Wahl, seltener auch Mittel der zweiten Wahl. Durch die enge Indikationsstellung sehen wir bei mindestens 50 Prozent der so behandelten Menschen (auch bei bisheriger Therapieresistenz) eine erhebliche und rasche Besserung ihres Zustands. Sehr selten wenden wir die EKT darüber hinaus bei anderen chronisch-psychotischen Zuständen als Mittel der letzten Wahl an (Ultima Ratio).