Blutungsstörungen

Störungen des Zeitpunkts, der Häufigkeit und Stärke einer Blutung aus der Gebärmutter werden auch Regelblutungs- oder Menstruationsstörungen genannt. Sie stellen eine Abweichung von der regelmäßigen Menstruationsblutung dar. In diesem Zusammenhang wird auch von Blutungsstörungen, Zyklusstörungen oder Blutungsanomalien gesprochen. Diese lassen sich einteilen in

  • Regeltempostörungen: schwankende Abstände zwischen den Blutungen; zu früh, zu spät, zu oft oder zu selten
  • Regeltypusstörungen: verändertes Blutungsmuster; zu stark, zu schwach, zu lang, zu kurz

Zusätzlich kann die Regel komplett ausbleiben, sehr unregelmäßig sein oder lange anhalten. Auch Zusatzblutungen können auftreten. Folgende Formen und Bezeichnungen für Blutungsstörungen gibt es:

  • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)
  • Verlängerung des Regelintervalls (Oligomenorrhoe)
  • Verkürzung des Regelintervalls (Polymenorrhoe)
  • Abgeschwächte Regelblutung (Hypomenorrhoe)
  • Verstärkte Regelblutung (Hypermenorrhoe)
  • Anhaltende Regelblutung (Menorrhagie)
  • Azyklische Blutungen, Zwischenblutungen (Metrorrhagie)

Ursachen

So vielfältig wie die Ausprägungen sind auch die Ursachen von Menstruationsstörungen. Eine Einteilung kann in organische, hormonelle und psychische Faktoren erfolgen:

Organische Faktoren

  • Polypen
  • Myome
  • Gebärmutterkrebs
  • Eierstocktumoren
  • Scheidenkrebs
  • Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
  • Diabetes
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen

Hormonelle Faktoren

  • Ernährung
  • sportliche Aktivität
  • Klimaumstellungen
  • hormonbildende Tumoren z.B. der Eierstöcke

Psychische Faktoren

  • Beruflicher oder privater Stress: Probleme im Sexualleben oder Streitigkeiten haben Auswirkungen auf das seelische Befinden. Die Psyche nimmt wiederum Einfluss auf die Menstruation.

Diagnose und Therapie

Alle genannten Formen der Menstruationsstörungen werden in unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) kompetent diagnostiziert und behandelt. Eine kurzfristige Therapie mit Medikamenten kann zwar das Symptom lindern (in diesem Fall die Blutung), vernachlässigt allerdings die Ursache, sodass mit einem erneuten Auftreten der Symptome zu rechnen ist. Um Menstruationsstörungen dauerhaft zu therapieren, diagnostizieren wir die jeweilige Ursache zuverlässig und behandeln diese entsprechend. In unserer Klinik stehen hierfür sämtliche erforderlichen Methoden zur Verfügung. Sollte ein operativer Eingriff notwendig sein, wird dieser auf schonende Weise mit »minimalinvasiver Technik durchgeführt.

Bei Blutungsstörungen kann als Therapie die Verödung der Gebärmutterschleimhaut Anwendung finden. Wir bieten die globale Endometriumablation der neuesten Generation mit der Wasserballonmethode an, die auch bei vorliegen von Myomen angewendet werden kann (Thermachoice-Verfahren). Die Schleimhaut kann auch durch bipolare operative Hysteroskopie verödet oder abgetragen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Entfernung der Gebärmutter per Bauchspiegelung oder durch die Scheide.

Zertifizierte Gynäkologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld