Brustkrebs (Mammakarzinom)

Patientin spricht mit Ärztin über das Thema Brustkrebs.
Aufgrund verbesserter diagnostischer Methoden werden heute mehr Brustkrebserkrankungen frühzeitig erkannt.

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen. Jede achte erkrankt in ihrem Leben daran, etwa 75.000 Neuerkrankungen gibt es in Deutschland pro Jahr. Durch verbesserte Untersuchungsmethoden werden heute mehr Brustkrebserkrankungen frühzeitig erkannt als noch vor wenigen Jahren. Das hat die Prognose der Betroffenen deutlich verbessert, größere Operationen sind immer seltener notwendig.

Immer häufiger tritt Brustkrebs auch während einer Schwangerschaft auf. Frauen in dieser Situation benötigen für die optimale Betreuung im Hinblick auf den Tumor die kompetente Unterstützung eines »Tumorzentrums und für die bestmögliche Betreuung im Hinblick auf die Schwangerschaft, die durch den Tumor zu einer Risikoschwangerschaft wird, eines »Perinatalzentrums höchster Versorgungsstufe (Level 1). Durch die Einbindung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in das Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB) sind diese Voraussetzung in hervorragender Weise gegeben.

Kompetent, umfassend und gleichzeitig rasch zu helfen – das ist unser größtes Anliegen. Denn ist die Erkrankung Brustkrebs festgestellt, geht es darum, Sie im frühestmöglichen Stadium zu behandeln. Dann sind die Heilungsaussichten am größten. Damit wir, Ihre Spezialisten, alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten im Kampf gegen den Krebs optimal ausschöpfen können, sollten Sie sich bei einem Verdacht oder nach einer gesicherten Diagnose gleich bei uns »vorstellen.

Info

In unserer Klinik behandeln wir Frauen mit erstmals aufgetretener (adjuvante Therapie) und wiederkehrender (Rezidiv) oder im Körper verbreiteter (metastasiert) sowie auch bei unheilbarer (Palliative Therapie) Krebserkrankung. Dadurch sind wir für Sie in allen Stadien und jeder Situation der Erkrankung Ihr wichtiger und richtiger Ansprechpartner. Auch Männer - weniger als 1 Prozent von ihnen sind von Brustkrebs betroffen - sind Patienten unserer Klinik in Bethel.

Fachübergreifende Arbeit in Zentren

Zertifizierte Senologie im Tumorzentrum Bielefeld

Die Behandlung einer Krebserkrankung im Bereich der Brust ist sehr anspruchsvoll und soll daher nur von spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Unsere Klinik bietet diese Voraussetzung durch Expertenwissen und ein umfassendes begleitendes Versorgungsangebot. Zudem sind wir Teil des zertifizierten »Tumorzentrums Bielefeld. Durch unsere intensive und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachbereichen bieten wir auf kurzem Wege ein sehr großes optimiertes Angebot an Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Der direkte fachliche Austausch zwischen unseren Spezialisten zu jedem Ihrer Befunde und zu jeder möglichen Therapieform verbessert Ihre Behandlungssituation unmittelbar. So erreichen wir für Sie gleichzeitig ein Höchstmaß an Schnelligkeit und Sicherheit.

Hoher Standard

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Evangelischen Klinikum Bethel hat einen sehr hohen Standard in der Behandlung von Karzinomen und Sarkomen der Brust (Krebs der Zwischengewebe, z.B. Muskulatur, Bindegewebe etc.). 

Alles für Patientinnen im Angebot

Neben der medizinischen Versorgung liegt uns besonders die seelische Unterstützung unserer Patientinnen am Herzen. Daher stehen ihnen wichtige Angebote unter anderem aus den Bereichen der Psychoonkologie, der Sozialberatung oder der Seelsorge Ihrer Glaubensrichtung zur Verfügung. Eine besonders auf die Begleitung von Brustkrebspatientinnen spezialisierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (Breast Care Nurse) ist den Betroffenen in unserer Klinik neben den Ärzten eine wichtige Begleiterin und Beraterin bei allen Fragen und Unsicherheiten.

Natürlich sind wir in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe auch offen, um mit Ihnen Ansätze der komplementären Medizin zur besprechen und Sie darin zu beraten.

Falls von Ihnen gewünscht planen wir mit Ihnen gemeinsam auch den Wiederaufbau Ihrer Brust oder onkoplastische Anpassungsoperationen der Brüste. Dabei verwenden wir sowohl Ihr Eigengewebe als auch Brustimplantate oder Kombinationen beider Verfahren (Plastische Brustchirurgie).

Diagnostik

Die Klassifikation einer Krebserkrankung in Stadien und die Feststellung der Tumorbiologie dienen der Beschreibung, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Das wiederum ist Teil der Entscheidung für die optimale Therapieform. Nicht in jedem Stadium können sämtliche Therapien angewendet werden, zudem ist die Biologe des Tumors entscheidend für die Anwendung zielgerichteter Therapieansätze.Durch bildgebende Diagnostik kann ein Tumor lokalisiert und in seiner Größenausdehnung eingeordnet werden. Wir klären durch Bildgebende Verfahren die Frage, ob ein Lymphknotenbefall in der Achselhöhle wahrscheinlich ist und ob andere Organe bereits befallen sind, ob also Metastasen vorliegen (Ausbreitungsdiagnostik bzw. Staging). Die fachübergreifende Zusammenarbeit im Brustzentrum ermöglicht es unseren Spezialisten alle modernen und differenzierten Diagnosemöglichkeiten anzuwenden, um eine sichere Diagnose auf technisch höchstem Niveau und mit der größtmöglichen Genauigkeit zu stellen. Diese bildet die Grundlage für Ihre maßgeschneiderte, individuell optimale Therapieform.

Zur optimalen bildgebenden Diagnostik und Befundabklärung stehen uns im EvKB modernste und ganz neue Geräte zur Verfügung. Wir kooperieren in diesem Bereich eng mit unserem »Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und der »Klinik für Nuklearmedizin. Bei der Untersuchung kann ein gutartiger, aber auch ein bösartiger Befund gesichert werden. Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe verwendet folgende bildgebenden Diagnoseverfahren:

  • Mammasonografie: Wir verwenden ausschließlich besonders hochauflösende Ultraschallsonden. Damit können wir eine optimale Darstellung des Gewebes erreichen. Die Entnahme einer Stanzbiopsie erfolgt auf diese Weise gezielt und gewebeschonend. Unter Verwendung der Sonografie können wir bei nicht tastbaren Tumoren auch eine Markierung in den Herd einbringen, damit er bei der Operation sicher lokalisiert, also gefunden wird.

  • Elastografie: Mit diesem Verfahren können bestimmte Gewebeeigenschaften festgestellt und zwischen bösartigem und gutartigem Gewebe unterschieden werden. So legen wir die Gewebeprobe, die bei der Operation entnommen werden muss, ganz genau fest.

  • Mammografie: Mit der Mammografie können kleinste Mikroverkalkungen und viele verschiedene Tumorarten dargestellt werden. Unsere neue Mammografieeinheit verwendet geringste Strahlendosen und besonders gute Verstärkerverfahren, um mit der niedrigsten Belastung Ihres Körpers das optimale Bildergebnis zu erreichen. Das in unserem Klinikum installierte digitale Gerät bietet den einzigartigen Vorteil, auch Patientinnen im Rollstuhl sitzend untersuchen zu können.

  • MR-Mammografie: Dieses Magnetresonanztomografieverfahren arbeitet mit starken Magnetfeldern, erzeugt Schnittbilder der Brüste und bietet die derzeit höchste Auflösung des Gewebes und damit eine sehr differenzierte Diagnostik. Unser hochmodernes Gerät entspricht modernsten Anforderungen. Die spezielle Mammaspule wurde ausschließlich für die Diagnostik am Brustgewebe entwickelt. Wegen der Verwendung von Magnetfeldern können wir dieses Verfahren nicht allen Patientinnen anbieten.

  • Hochgeschwindigkeitsstanze: Diese Einheit beinhaltet eine Nadel und einen Federmechanismus zur ultraschnellen gezielten Entnahme kleiner Gewebszylinder aus der Tumorregion in der Brust. Diese werden dann vom Pathologen genau untersucht und klassifiziert. Die Hochgeschwindigkeitsstanze verwenden wir je nach Tumorbeschaffenheit unter sonografischer und auch mammografischer Sicht.

  • Vakuumbiopsie: Diese Einheit beinhaltet eine Hohlnadel, die gezielt in die Tumor- oder Mikrokalkregion vorgeschoben wird um dort ein Vakuum aufzubauen und das Gewebe in die Hohlnadel zu saugen. Das entnommene Gewebestück aus der Tumor- bzw. Mikrokalkregion wird dann vom Pathologen genau untersucht und klassifiziert. Die Vakuumstanze verwenden wir je nach Tumorbeschaffenheit unter mammografischer und auch MR-mammografischer Sicht.

  • Konventionelles Röntgen, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT): Innerhalb der Umfelddiagnostik (Staging) stehen uns zum Ausschluss von Metastasen und zur Abklärung suspekter Befunde alle konventionellen Röntgenverfahren, Verfahren der Computertomografie und der Magnetresonanztomografie zur Verfügung. Unsere Geräte entsprechen modernsten Ansprüchen und arbeiten mit den niedrigsten Strahlendosen, sodass Ihre Belastung so gering wie möglich gehalten wird.

  • Szintigrafie: Dieses Verfahren wird innerhalb der Umfelddiagnostik zum einen zur Sentinel (Wächter)-Lymphknotenmarkierung und -entnahme eingesetzt, um die Frage zu klären, ob der Tumor bereits Tumorzellen in seine nachgeordneten Lymphknotenstationen in der Achselhöhle abgegeben hat. Zum anderen erfolgt bei der Knochenszintigrafie die Abklärung, ob Knochen von der Krebserkrankung befallen sind.

  • PET/CT: Diese Kombination aus Positronenemissionstomografie (PET) und Computertomografie (CT) kombiniert die Vorteile zweier sehr weit entwickelter Methoden in einem Gerät. Mit diesem nuklearmedizinischen Verfahren kann ein Tumor bzw. eine Metastase genau einer Region bzw. einem Organ zugeordnet und gezielt behandelt werden. Um Ihnen dieses Verfahren anbieten zu können, haben wir eine Kooperation zwischen unserer »Klinik für Nuklearmedizin  unserem »Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und der Praxis Diranuk etabliert.

Pathologie

Der Begriff "Tumorbiologie" bezeichnet die biologische Ausstattung und das Wachstumsverhalten eines Tumors. Um die Tumorbiologie zu ermitteln, muss ein Stück vom Tumor gewonnen werden. Das geschieht in den meisten Fällen durch die Entnahme mit einer Gewebsstanze oder eine Vakuumbiopsie. Anhand dieses Gewebsstückchens werden durch den Pathologen die besonderen Merkmale des Tumors untersucht. Die gewonnenen Informationen helfen uns, die für Sie optimale Therapie zu empfehlen.

Therapie

Nach umfassender und präziser Diagnostik werden alle Befunde in die Entscheidungsfindung für die beste Therapieform jeder individuellen Patientin einbezogen. Dabei ist für uns wichtig, dass unsere Patientinnen aktiv an dieser Entscheidung beteiligt sind. Zunächst erklären wir Ihnen ausführlich die Befunde. Eine Entscheidung muss nicht sofort getroffen werden. Sie haben ausreichend Gelegenheit sich zu besprechen, nachzufragen – beispielsweise bei einem erneuten Termin mit uns – und Ihren Weg zu finden. Auch die Einholung einer zweiten Meinung kann für Sie hilfreich sein. Je nach Ihrer individuellen Situation und den Merkmalen Ihres Tumors bzw. Befundes kommen folgende Therapieformen in Frage:

  • Operative Therapie
  • Strahlentherapie
  • Systemtherapie
  • Palliativtherapie

Operative Therapie

Die operative Entfernung eines Brusttumors (Karzinom, Karzinom im Frühstadium, Sarkom) hat die Heilung von der Erkrankung zum Ziel, wenn der Tumor auf die Brust und ggf. die Lymphknoten der Achselhöhle beschränkt ist (sog. adjuvante Situation, kurz: Adjuvanz). Hat der Tumor andere Organe befallen, gibt es bestimmte Situationen, in denen auch jetzt noch die Entfernung des Tumors sinnvoll sein kann (sog. chronische oder palliative Situation). Die Operationstechniken haben sich im Bereich der Brustchirurgie deutlich verfeinert. In der adjuvanten Situation kann heute in etwa 80 Prozent der Fälle die betroffene Brust erhalten werden.

Oberstes Ziel: Erhaltung der Brust - Brustaufbau

Unser oberstes Ziel ist, bei operativer Therapie die Tumorregion exakt festzulegen und so nur diese zu entfernen. So schonen wir gesundes Brustgewebe – und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit, Ihre Brust zu erhalten. Auch für eine anschließende Strahlentherapie kann durch eine Markierung die Tumorentnahmeregion genauestens fokussiert werden, wodurch erneut gesundes Gewebe geschont wird. Um die Wahrscheinlichkeit der Erhaltung der Brust weiter zu erhöhen kann der Tumor oft auch durch eine vor der Operation durchgeführte Chemotherapie verkleinert werden (neoadjuvante Chemotherapie).

Falls es notwendig werden sollte die Brust zu entfernen, können wir in unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe einen sofortigen Wiederaufbau der Brust vornehmen. Der Aufbau der Brust kann dann mittels Eigengewebe (Lappenplastik), Einlage von Implantaten oder durch eine Kombination beider Verfahren sofort oder nach Abschluss der gesamten Therapie erfolgen. Auch eine die Symmetrie angleichende onkoplastische Operation der anderen Brust ist möglich. Kleinere Defekte können wir durch Verpflanzung von Fettgewebe aus einer anderen Region Ihres Körpers ausgleichen (Lipofilling). Für den Bereich Lappenplastik haben wir eine Kooperation mit dem renommierten und spezialisierten plastischen Brustoperateur Dr. med. Klaus E. Brunnert der Klinik für Senologie in Osnabrück etabliert.

Wächterlymphknoten – zu Ihrer Sicherheit

Durch Einsatz der Sentinel-Lymphknotenmarkierung und die gezielte Entnahme nur dieses Wächterlymphknotens werden auch in der Achselhöhle das Gewebe und die dort verlaufenden empfindlichen Strukturen maximal geschont. Die operative Entnahme von Lymphknoten aus der Achselhöhle dient der Ausbreitungsdiagnostik (Staging) und kann bei ausgeprägterem Lymphknotenbefall auch einen therapeutischen Stellenwert haben.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie senkt das Risiko für ein lokales Wiederauftreten des Tumors in der Entnahmeregion (Lokalrezidiv), hat aber auch einen positiven Einfluss auf den Gesamtverlauf der Erkrankung. Eine Bestrahlung wird empfohlen, wenn die Brust erhalten werden konnte. Sind viele Lymphknoten der Achselhöhle befallen, muss die Bestrahlung ausgeweitet werden. Auch dann können durch die optimale computergestützte Bestrahlungsplanung der Effekt maximal und die Belastung minimal gehalten werden.

Die Strahlentherapie wird auch eingesetzt, wenn der Tumor lokal bereits sehr fortgeschritten und eine Operation zu diesem Zeitpunkt nicht möglich ist. Manchmal ist er dann nach der Bestrahlung zu entfernen. Die Bestrahlung vermag auch Beschwerden zu mildern. So kann sie zu einem Wundverschluss führen, wenn der Tumor bereits aufgebrochen ist und vielleicht sogar eine Blutungsneigung entwickelt hat.

Außerdem gibt es sinnvolle Einsätze der Bestrahlung bei Metastasen, wenn diese Beschwerden verursachen. So können Schmerzen bei Knochenmetastasen durch Bestrahlung sehr gut behandelt und der Knochen durch die Strahlen stabilisiert werden.

Zur Durchführung einer Bestrahlung überweisen wir Sie aus unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im EvKB innerhalb einer interklinischen Kooperation in die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Franziskus Hospital.

Systemische Therapie

Während unserer regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen stimmen wir – falls dies bei Ihnen erforderlich ist – auf der Basis aktueller Leitlinien einen für Sie zugeschnittenen Vorschlag zur medikamentösen Behandlungen mit folgenden Substanzen ab:

  • Chemosubstanzen
  • Antikörper (Trastuzumab (Herceptin®), Pertuzumab, Avastin®, Denosumab, Catumaxomab (bei Bauchwasser = Aszites))
  • Antihormone (Tamoxifen, Aromatasehemmer, Faslodex®)
  • Bisphosponate
  • Afinitor® oder andere zielgerichtete Therapie. 

Wenn dies aus unserer Expertensicht sinnvoll erscheint, schlagen wir Ihnen auch die Behandlung innerhalb eines abgesicherten Studienprotokolls vor. Patientinnen, die im Rahmen von Studien behandelt werden können, haben nachweislich oft ein besseres Therapieergebnis. Gemeinsam mit Ihnen und – falls von Ihnen gewünscht – auch mit Ihrer persönlichen Vertrauensperson besprechen wir diesen Schritt ausführlich und legen dann zusammen Ihre persönliche Therapie fest. Diese sogenannte systemische Therapie führen wir gemeinsam mit unseren internistisch-onkologischen Kollegen im EvKB durch. Dadurch sind wir von der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe während der gesamten Zeit immer für Sie da.

Palliativtherapie – Chronisches Stadium

Die Fortschritte in der Behandlung des Brustkrebses haben zu einer großen Verbesserung der Versorgung unserer Patientinnen geführt. Dennoch kann die Erkrankung in das sogenannte chronische Stadium übergehen. Dann hat der Tumor in anderen Organen Zellen angesiedelt und es haben sich Metastasen gebildet. Eine Heilung ist nun nicht mehr möglich.

Trotz der Ausbreitung des Tumors ist dann unser Ziel, dass unsere Patientinnen weiterhin ein selbstbestimmtes, schmerz- und beschwerdefreies Leben mit hoher Lebensqualität führen. Das chronische Stadium kann bei einer Brustkrebserkrankung lange fortgeführt werden. Während dieser Zeit gibt es noch viele Therapieoptionen.

Unsere »Palliativstation steht Ihnen offen, wenn es Ihnen schlecht gehen und eine Versorgung zu Hause nicht möglich sein sollte. Die meisten Patientinnen verlassen diese Station nach einer Zeit der Erholung und des Aufbaus wieder und kehren in ihren häuslichen Bereich zurück. Dafür sorgen unsere Kollegen von der »Klinik für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin und wir von der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des EvKB gemeinsam.

Natürlich werden Sie weiterhin durch alle onkologischen Spezialisten des EvKB weiter betreut und wenn neue Schritte notwendig sind, besprechen wir das Vorgehen mit Ihnen und in der interdisziplinären Tumorkonferenz. Auch im chronischen Stadium der Erkrankung stehen für uns höchste Qualität und Kompetenz in der Behandlung zu Ihrem Wohl an oberster Stelle.

Gezielte Metastasentherapie

Brachytherapie

Bei dem Verfahren der Brachytherapie werden im Operationsgebiet (Tumorentnahmegebiet) kleine Plastikkatheter eingelegt, über die nach Operation und Verschluss der Wunde in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie unseres Kooperationspartners eine gezielte und auf die ursprüngliche Tumorgröße fokussierte Bestrahlung im Inneren der Wundhöhle erfolgt. Die Strahlendosis wird so auf ein Minimum und unter Vermeidung der Schädigung umliegender Gewebe und Strukturen beschränkt. Anschließend werden die Katheter einfach durch die Haut entfernt, eine weitere Operation ist dadurch nicht erforderlich.

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ist darauf spezialisiert bei wiederkehrendem Krebs (Lokalrezidiv) im Brust- und Brustwandbereich nach dessen operativer Entfernung eine lokale Bestrahlung aus dem Gewebe heraus zu ermöglichen (Brachytherapie). Dies ist oft auch im vorbestrahlten Gewebe noch möglich und dadurch eine relevante Erweiterung der Therapieoptionen. Auch bei einem primär sehr ausgedehnten Befall, bei dem eine weite Tumorentfernung im Bereich der Brustwand vorgenommen werden muss, kann eine Brachytherapie erfolgen, um Gewebe zu schonen. In diesen Fällen ist es meist erforderlich, gleichzeitig eine plastische Deckung des Entnahmedefektes durch Lappenplastik durchzuführen.

Immuntherapie im Bauchraum

Die Antikörpertherapie des Bauchraums kann bei der Ausbreitung von Tumoren im Bauchraum mit der Ausbildung von Bauchwasser angewendet werden. Beispiele in der Gynäkologie sind Metastasen des Eierstocks und des Brustkrebses. Dabei wird ein kleiner Schlauch in den Bauchraum eingebracht und eine Infusion mit Antikörpern über diesen Schlauch vorgenommen. Diese Antikörpertherapie kann mehrmals angewendet werden und dient der Reduktion des Bauchwassers und der Bekämpfung des Tumors.

Elektro-Chemotherapie (ECT) – Hautmetastasen

Beim Befall der Haut durch Metastasen. Können diese einzeln oder auch großflächig auftreten. Diese Metastasen sind einem neuen und effizienten Therapieansatz zugänglich. Die Elektro-Chemotherapie ist ein lokales Therapieverfahren, bei dem die Hautmetastasen gezielt direkt behandelt werden. Nach der Gabe einer geringen Menge eines Chemotherapeutikums werden Elektroden direkt in die Tumoren eingeführt. Daraufhin wird ein Spannungsfeld an die Elektroden gelegt. Dieses führt zu einer Elektroporation der Tumorzellen, woraufhin das Chemotherapeutikum gezielt in die zu zerstörenden Tumorzellen eindringen kann. Dadurch ist dies ein für den Organismus schonendes und lokal effizientes Verfahren zur Behandlung von Hautmetastasen. In Bielefeld und Umgebung wird dieses Verfahren derzeit ausschließlich in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des EvKB angeboten.

Zweitmeinungssprechstunde

In unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im EvKB unterstützen wir ausdrücklich, dass sich unsere Patientinnen eine zweite Meinung einholen. Das bedeutet, dass ein Arzt außerhalb unserer Klinik Ihre Unterlagen durchsieht und Ihnen seine Sicht Ihrer Situation mitteilt. Dies dient der Absicherung unserer Diagnose und gibt Ihnen gleichzeitig Sicherheit bei Ihrer Entscheidung in Bezug auf die Behandlung. Gerne besprechen wir dann die gesamte Situation nochmals ausführlich und legen gemeinsam das weitere Vorgehen fest.

Unsere Spezialisten für die Erkrankungen der Brust sind selbst oft mit Fragen nach einer Zweitmeinung aus anderen Brustzentren befasst und stehen in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des EvKB als Spezialisten selbstverständlich auch für Sie beratend zur Verfügung (»Sprechstunden).

Breast Care Nurse

In unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe haben wir für unsere Patientinnen mit der Breast Care Nurse (BCN) kontinuierliche Ansprechpartnerinnen. Sie sind speziell ausgebildete pflegerische Expertinnen für den Brustkrebs und Begleiterinnen für unsere Patientinnen vom Zeitpunkt des Erstkontaktes mit uns, über den Tag der Aufnahme, während des stationären Aufenthaltes bis über die Entlassung hinaus in die Nachsorge hinein.

Für die körperlichen und seelischen Auswirkungen der Therapie, die beispielsweise Einfluss auf Ihr Körperbild haben können, für Ihre Ängste und Trauer nehmen sich unsere Breast Care Nurses Zeit und entwickeln mit Ihnen Perspektiven, geben Ihnen Hoffnung und spenden Trost. Auch für Ihre Angehörigen stehen sie bei Bedarf als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung, um offene Fragen zu beantworten oder über Sorgen und Ängste zu sprechen. Durch die Aufgaben, die sie im klinischen Ablauf übernehmen, sind die Breast Care Nurses stets bestens über jede einzelne Patientin mit Brustkrebs informiert und können Ihre individuelle Situation somit im Gespräch gut einschätzen. Mit diesen Voraussetzungen fungieren sie auch als Kontaktpersonen zwischen Arzt und Patientin und können bei Bedarf auch ausführlich über diagnostische und therapeutische Methoden aufklären.

Die Breast Care Nurses vermitteln Ihnen Kontakt zu unserer »Sozialberatung (zum Beispiel zur Beantragung von Kuren), zu unserem kooperierenden Sanitätshaus (Hilfsmittel wie BH), zu unserer »Psychoonkologie oder zu unserer »Seelsorge bzw. einem Seelsorger Ihrer Glaubensrichtung. Sie assistiert unseren Ärzten bei Gesprächen und Interventionen (Stanzbiopsie, Punktion) und führt mit Ihnen Gespräche über Ihre aktuelle Situation. Nicht zuletzt stellt Sie einen Kontakt zu Selbsthilfeorganisationen her, wenn Sie dies wünschen.

Breast Care Nurses sind Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, die auf die besondere Pflege von Patientinnen mit Brustkrebs spezialisiert sind.

Porträtfoto

Ulrike Franke

Breast Care Nurse

Tel.: 05 21 - 772 7 53 99

E-Mail

Porträtfoto

Nellie Hooge

Breast Care Nurse

Tel.: 05 21 - 772 7 53 99

E-Mail

Psychoonkologie

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet für die Betroffenen meistens eine Zäsur in ihrem Leben. Untersuchungen und die Behandlung mit festen Terminen stellen noch dazu den Alltag auf den Kopf. Der Umgang mit diesem gravierenden Einschnitt wird von vielen Patientinnen als emotional belastend empfunden, verständlicherweise kommen häufig Ängste und Sorgen auf.

Unsere speziell ausgebildeten Psychoonkologen nehmen sich Zeit für Gespräche mit Ihnen und –falls von Ihnen gewünscht – mit Personen Ihres Vertrauens, helfen bei der seelischen Verarbeitung der Krankheit. Diese psychoonkologische Beratung kann von Ihnen während der gesamten Behandlungszeit in Anspruch genommen werden. Dabei richten die Psychoonkologen unserer Klinik den Blick auch nach vorn, entwickeln mit Ihnen gemeinsam Strategien, mit denen Sie die Krankheit bewältigen können, mit denen Sie Ihrer Angst aktiv begegnen können oder mit denen Sie wertvolle Entspannung erreichen.

»Psychoonkologie im EvKB

Sozialberatung

Der Alltag der Patientinnen schließt nach der Diagnose und dem Krankenhausaufenthalt meist nicht nahtlos an die Zeit davor an. Unsere Sozialberater helfen Ihnen dabei, Maßnahmen der Rehabilitation in Ihr Leben zu integrieren (zum Beispiel eine Anschlussheilbehandlung), Fragen rund um die Pflegeversicherung, das Krankengeld oder den Schwerbehindertenausweis zu klären. Auch bei der Anschaffung einer Perücke oder einer Prothese und der Organisation einer ambulanten Versorgung sind unsere Sozialberaterinnen behilflich. Für diese und weitere Fragen stehen sie Ihnen in unserem Krankenhaus gerne zur Verfügung. Einen Kontakt stellen wir in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe bereits während Ihres Krankenhausaufenthalts her.

»Sozialberatung im EvKB

Postoperative Versorgung

Nach einer Operation benötigen Sie oft Hilfsmittel: einen Stütz-BH, einen Brustwickel, Verbandsmaterial oder einen Badeanzug mit einem Einlegefach für eine Prothese. In der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe stellen wir bereits während Ihres Krankenhausaufenthalts Ihre weitere Versorgung sicher. Wir haben für Sie eine enge Kooperation zwischen uns und einem renommierten Bielefelder Sanitätshaus etabliert und stellen für Sie gerne einen Kontakt her.

Palliativnetz

Patientinnen im chronischen Stadium benötigen häufig Unterstützung im häuslichen Umfeld. Darauf sind wir im EvKB besonders spezialisiert. Während der Behandlung der Tumorerkrankung und auch danach sorgen wir palliativ – also umhüllend – in allen Belangen des Lebens begleitend für Sie. Die Behandlungen zielen dann nicht mehr auf Heilung ab, sondern auf Umsorgen, Selbstbestimmung, Schmerz- und Beschwerdefreiheit. Um diese Ziele zu erreichen stehen Ihnen viele Spezialisten zu Seite, die wir nach Bedarf hinzuziehen.

Eine enge Kooperation besteht mit dem »Palliativnetz Bielefeld e.V. Durch diese werden die stationäre und die ambulante palliative Versorgung verzahnt, wodurch eine optimale häusliche Versorgung angeboten werden kann.

Hospizarbeit

An seinem Lebensende sollte sich niemand alleingelassen fühlen. Mit diesem Grundsatz zu einem menschenwürdigen Sterben hat die Hospizarbeit in unserem Krankenhaus einen festen Platz eingenommen. Sie umfasst die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden, von Menschen im hohen Lebensalter wie auch von Kindern und Jugendlichen. Angehörige, die in einer solch belastenden Situation Unterstützung wünschen, können ebenso beraten und begleitet werden, bei Bedarf auch in der Nachbetreuung. Für diese Ziele stehen wir in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und stehen als Mittler an Ihrer Seite.

»Hospizarbeit im EvKB

Selbsthilfe

Unsere Klinik arbeitet eng mit den Bielefelder Selbsthilfegruppen "Trotz.dem" und "Kraftvoll weitergehen" zusammen. 

Kraftvoll weitergehen

Termine

jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat, 16:00 bis 18:00 Uhr
Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB)
Johannesstift | Schildesche
C-Trakt, 1. OG, Wartezimmer
Schildescher Straße 99
33611 Bielefeld

Ansprechpartnerin
Eleonore Thonke
Tel.: 05 21 - 87 42 90
E-Mail: thonke1(at)t-online.de

Trotz.dem – Selbsthilfegruppe für Frauen mit und nach Krebserkrankungen

Termine

jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat, 18:30 Uhr
AWO-Forum Sennestadt
Reichowplatz 11
33689 Bielefeld

Ansprechpartnerinnen

Sylvia Thonke
Tel.: 0 52 41 - 9 94 22 29
E-Mail: thonke02(at)aol.com 

Katja Henkenjohann
Tel.: 05 21 - 78 71 56 96
E-Mail: fisch.katja(at)web.de

Handzettel Selbsthilfegruppe Trotz.dem (PDF, 222 KB)

Arbeitskreis Knotenpunkt e. V.

Der Arbeitskreis Knotenpunkt e. V. informiert über die Möglichkeiten der Früherkennung und der Nachsorge von Brusterkrankungen sowie über Anlaufstellen für Erkrankte in Bielefeld. Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Evangelischen Klinikum Bethel kooperiert mit Knotenpunkt e. V. und unterstützt die wichtige Arbeit dieses Arbeitskreises.

Für weitere Informationen zum Arbeitskreis Knotenpunkt e. V. besuchen Sie bitte die Internetseite
» www.knotenpunkt-bielefeld.de

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Zertifizierte Gynäkologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld