Musiktherapie

Musiktherapie für onkologische Patienten

„Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“, sagte Viktor Hugo. Wenn Menschen – egal ob alt oder jung – eine schlimme Nachricht wie zum Beispiel die Diagnose Krebs zu verkraften haben, können ihnen die Töne, die Sprache oder ein Schrei der Verzweiflung im Halse stecken bleiben. Musiktherapie kann aus der Ton- und Sprachlosigkeit helfen.

Zwei mal pro Woche findet auf der onkologischen Station des Kinderzentrums Musiktherapie statt. Aufgrund der Schwere der Krebserkrankung und der Behandlung können die Kinder ihr Zimmer oder die Station während des Klinikaufenthaltes selten verlassen. Die Musiktherapeutin besucht die Kinder am Bett, mit einem Wagen voller verschiedener, leicht spielbarer Musikinstrumente. Der Aufforderungscharakter der Musikinstrumente ist hoch und die Kinder nehmen die Möglichkeit gerne wahr, auszudrücken, was sie bewegt.

Ziel der musiktherapeutischen Arbeit ist es, Unaussprechliches, Angst, Wut oder Trauer hörbar zu machen, ohne unbedingt darüber reden zu müssen. Zudem knüpft Musik immer an Erfahrung und Ressourcen an. Musik und Klang begleiten den Menschen von Anfang des Lebens an. Je nach Lebenssituation spielt sie eine mehr oder weniger große Rolle. Gerade bei Jugendlichen ist sie ein wichtiger Bestandteil der Identität. Musiktherapie mit krebskranken Kindern und Jugendlichen bedeutet, Musik als etwas Haltgebendes, Ausdruckstarkes, Wohltuendes und Enspannendes zu erleben. Diese positive Erfahrung kann helfen, die schwere Erkrankung zu überstehen. Manchmal wird sie darüber hinaus zu einer lebensbegleitenden Kraftquelle.



Musiktherapie für Frühgeborene und ihre Eltern

Ein unterstützendes Angebot für frühgeborene Kinder und ihre Eltern auf der Früh- und Neugeborenenintensivstation K2 sowie der Früh- und Neugeborenenstation K3 ist die schöpferische  Musiktherapie. Diese spezielle Therapieform für Frühgeborene wurde von Friederike Haslbeck entwickelt und mit Hilfe des Bielefelder Elternvereins „Frühlinge Bielefeld e.V.“  sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht. Sie richtet sich an Kinder, die durch eine vorzeitige Geburt oder durch eine Erkrankung einer intensiven medizinischen und pflegerischen Versorgung bedürfen sowie an ihre Eltern.

Das Ziel der schöpferischen Musiktherapie ist es, das Kind positiv zu stimulieren und den in dieser Anfangszeit so wichtigen menschlichen Kontakt über die Musik anzubieten. Indem auf dem Atemrhythmus des Kindes gesungen wird, spürt es schnell das Kontaktangebot. Es bekommt Halt und Rhythmus vermittelt, an dem es sich orientieren kann. Positive und beruhigende Hörerfahrungen führen zu einer vegetativen Entspannung und einem Nachlassen des angespannten Muskeltonus. So kann das Therapieangebot stressmindernd und entwicklungsfördernd wirken.

Die Eltern sind herzlich eingeladen, je nach Wunsch, an den musiktherapeutischen Sitzungen teilzunehmen oder beobachtend dabei zu sein. Sie werden ermutigt und unterstützt, Kontakt zu ihrem Kind aufzubauen. Beispielsweise indem sie mit ihrem Kind sprechen oder für es singen. Denn gerade die Stimmen der Eltern – insbesondere die Stimme der Mutter – knüpfen an vorgeburtliche Erfahrungen an und können eine wichtige Brücke zwischen der Zeit der Schwangerschaft und der Zeit auf der Intensivstation sein. Das Singen schafft ein gemeinsames positives Erleben, das die Beziehung zwischen Eltern und Kind stärkt.

Kontakt

Porträtfoto Anna Bergemann-Siegmund

Anna Bergemann-Siegmund

Musiktherapeutin für onkologische Patienten

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Porträtfoto Andrea Oelmann

Andrea Oelmann

Musiktherapeutin und -pädagogin für Frühgeborene und ihre Eltern

Tel.: 05 21 - 772 7 81 63

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