Hodenkrebs

Die Therapie von Hodenkrebs fällt in unseren Schwerpunktbereich der Uroonkologie.

Hodentumoren machen 1 Prozent der Tumoren beim Mann aus, stellen aber die häufigste Krebsform des jungen Mannes dar. In Industrieländern erkrankt einer von 300 Männern im Laufe seines Lebens an einem Hodentumor. Das Risiko, an dieser Krankheit zu versterben, ist hingegen sehr gering, da heutzutage eine Vielzahl von Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Die Prognose hängt unter anderem entscheidend davon ab, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Wird der Tumor im Frühstadium erkannt, ist fast immer eine Heilung möglich. Die regelmäßige Selbstuntersuchung des Hodens ist der beste Wege einen Tumor im Frühstadium zu erkennen.

Risikofaktoren

  • Weiße Hautfarbe
  • Kryptorchismus (Hodenhochstand)
  • Hodentumor der Gegenseite
  • Hodentumor in der Familie
  • Symptome

Hodentumoren verursachen im Frühstadium normalerweise keine Schmerzen, am häufigsten fallen sie durch eine derbe Verhärtung am Hoden auf, die entweder bei der Selbstuntersuchung oder beim Arzt festgestellt wird. Oft wird die Verhärtung auch durch die Partnerin festgestellt. Einige Männer klagen außerdem über ein Schweregefühl im Hodensack. Bei fortgeschrittenen Tumorleiden sind die Symptome abhängig von der Lokalisation der Metastasen (z.B. Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit oder Husten).

Es wird zwischen Keimzell- und Nichtkeimzelltumoren unterschieden, wobei letztere mit nur ungefähr 5 Prozent aller Hodentumoren selten vorkommen. Die Keimzelltumoren werden ihrerseits in zwei Untergruppen unterteilt: Seminome und Nichtseminome.

Diagnostik

  • Ausführliche Anamnese inkl. Familien- und Medikamentenanalyse sowie komplette körperliche Untersuchung
  • Laborkontrolle, inklusive Hodentumormarker (AFP, LDH, Beta-HCG).
  • Röntgen bzw. Computertomographie des Thorax
  • Kernspintomographie bzw. CT des Abdomens und Beckens

Therapie

Der erste therapeutische Schritt ist die einseitige Hodenentfernung. Die weiteren therapeutischen Entscheidungen unterscheiden sich je nach Tumorart und Tumorausbreitung: sie beinhalten Strahlentherapie, Chemotherapie, operative Entfernung von Lymphknoten-Ablegern (nervenerhaltende retroperitoneale Lymphadenektomie) aber auch abwartende Beobachtung (wait and see). Prognostisch zeichnen sich Hodentumoren durch ihre gute Heilungsraten aus: (98 bis 100 Prozent in frühen Stadien) oder langes Überleben ohne Rückfälle (80 bis 90 Prozent in späteren Stadien).