Nierenzellkrebs

DaVinci-Operation

Die Computertomografie (CT) zeigt einen Nierentumor an der linken Niere.
Die Computertomografie (CT) zeigt einen Nierentumor an der linken Niere.

Die Therapie von Nierenzellkrebs fällt in unseren Schwerpunktbereich der Uroonkologie. Die beste Behandlung eines Nierentumors, der entfernt werden muss, ist die Operation. Bei Tumoren, die auf die Niere beschränkt sind, ist in der Regel mit einer Operation die Behandlung abgeschlossen. Wichtig ist allerdings die sich anschließende lebenslange Tumornachsorge.

Auch bei Organüberschreitung und gegebenenfalls auch bei metastasierten Tumoren kann heute entsprechend dem individuellen Ausgangsbefund ebenfalls unter Umständen noch eine Heilung erreicht werden. Hierzu sind einerseits häufig komplexe Operationen notwendig, wie zum Beispiel in Zusammenarbeit von Urologie, Viszeralchirurgie und Orthopädie. Die zweiseitige Entfernung von Metastasen erfordert ebenfalls die Zusammenarbeit mit weiteren chirurgischen Fächern, wie zum Beispiel der Thoraxchirurgie und der Neurochirurgie. Eine sich anschließende Bestrahlung und gegebenenfalls postoperative medikamentöse Nachbehandlung stellen weitere interdisziplinäre therapeutische Optionen dar, die optimalerweise durch ein interdisziplinäres Tumorboard koordiniert werden, wie es am EvKB vorhanden ist.

»Informationen mit Video zur Operation mit dem DaVinci-System

I. Erhalt der Niere bei Entfernung eines Nierentumors

Der Erhalt einer Niere bei gleichzeitiger Entfernung des Nierentumors (Nierentumorenukleation, Nierenteilresektion), kann im Rahmen einer sogenannten elektiven Indikationsstellung oder imperativen Indikationsstellung erfolgen. Unter einer elektiven Indikation versteht man die Entfernung eines Nierentumors unter Erhalt der Niere bei einer gesunden Niere auf der Gegenseite. Elektiv bedeutet also, dass die tumortragende Niere erhalten wird, obwohl sie theoretisch auch entfernt werden könnte, ohne dass der Patient dialysepflichtig wird. Unter einer imperativen Indikation versteht man die Entfernung eines Nierentumors unter Erhalt der Niere bei einer kranken oder fehlenden Niere auf der Gegenseite. „Imperativ“ bedeutet also, dass die tumortragende Niere nach Möglichkeit erhalten werden soll, weil der Patient sonst dialysepflichtig werden würde. Elektiv zu entfernende Nierentumoren werden am Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld unterschiedlich entfernt. Zum einen kann klassischerweise eine offene Schnittoperation durchgeführt werden, bei der auch größere Nierentumoren organerhaltend operiert werden können. Andererseits können kleinere Nierentumoren durchaus auch laparoskopisch, im EvKB roboter-assistiert durch die Da-Vinci-Technik, minimal-invasiv entfernt werden. Das bietet den Vorteil einer weitestgehenden Schmerzfreiheit postoperativ und die Möglichkeit, den Patienten zeitnah nach Hause zu entlassen. Das Ergebnis wird jeweils durch intraoperative Schnellschnittuntersuchungen kontrolliert, die der Pathologe während der Operation überprüft, um zu beurteilen, ob der gesamt Tumor entfernt ist.

II. Entfernung einer tumortragenden Niere

Ist der Erhalt einer tumortragenden Niere aus pathologischen (Gefahr des Tumorrezidivs) und/oder funktionellen (Niere durch den Tumor komplett aufgebraucht) Gründen nicht sinnvoll, sollte die Niere komplett entfernt werden (Tumornephrektomie). Am EvKB werden hierzu minimal-invasive (laparokopische) und offen-chirurgische Techniken eingesetzt.

Laparoskopisch („Schlüssellochchirurgie“) kann operiert werden, solange ein Nierentumor noch organbegrenzt und in Abhängigkeit seiner Lokalisation eine bestimmte Größe nicht überschreitet (Vermeidung der intraoperativen Tumorruptur). Die Voraussetzung für das laparoskopische Vorgehen kann außerdem durch begleitende Umstände, wie zum Beispiel statt gehabte Voroperationen und andere Grunderkrankungen beeinflusst werden. Vorteile der minimal-invasiven Laparoskopie sind insbesondere der kurze Krankenhausaufenthalt, die schnelle postoperative Erholung bis zur völligen Belastbarkeit und das günstige kosmetische Ergebnis. Das offen-chirurgische Vorgehen kann notwendig werden, wenn entweder zum Beispiel Begleiterkrankungen den Einsatz der Laparoskopie verbieten, oder wenn es sich um besonders große, vor allen Dingen auch möglicherweise organüberschreitende Tumoren handelt. Letztere können beispielsweise in die Muskulatur der hinteren Leibeswand, die Leber, den Dünn- oder Dickdarm, die Bauchspeicheldrüse oder den Magen vorwachsen und gleichzeitig die großen Gefäße des hinteren Bauchraums betreffen. Die Planung für die Operation solcher Tumoren erfolgt durch das interdisziplinäre Operationsteam, zunächst am Computerbildschirm in der Radiologie. Anschließend werden die beteiligten Ärzte von der Anästhesie über den erwarteten Operationsablauf unterrichtet, sodass eine entsprechende Narkoseform gewählt werden kann. So können auch größere Tumoren der Niere entfernt werden, auch wenn hierzu gegebenenfalls mehrere Organe ganz oder teilweise entfernt werden müssen (Multiorganresektion) oder aber Tumorthromben in die untere Hohlvene (sogenannter Cavathrombus) einwachsen, und diese ebenfalls entfernt werden (sogenannte Cavotomie).

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