Palliativmedizin

Patientenzimmer auf der Palliativstation im Johannesstift
Patientenzimmer auf der Palliativstation im Johannesstift

Trotz aller Fortschritte in der Krebsbehandlung ist eine Heilung nicht in allen Krankheitssituationen möglich. Gut umsorgt und kompetent behandelt - möglichst selbstbestimmt, schmerz- und beschwerdefrei leben bis zuletzt - das bietet die erste Palliativstation Bielefelds im EvKB am Standort Johannesstift unheilbar kranken Patienten. Die Palliativstation mit sieben Betten wurde im Februar 2004 baulich neu gestaltet.

Was bedeutet palliativ?

Palliativ heißt umhüllen, Wärme und Geborgenheit geben (lateinisch pallium bezeichnet einen griechischen Mantel, der einen stärker einhüllt als die römische Toga). Im Unterschied zur kurativen Behandlung, bei der zum Ziel der Heilung oft erhebliche Nebenwirkungen zum Beispiel durch eine aggressive Chemotherapie in Kauf genommen werden, konzentriert sich die Palliativmedizin auf die Behandlung der Krankheitssymptome, um dem Patienten ein möglichst schmerzfreies und angenehmes Leben zu ermöglichen. Das Ziel der Versorgung ist die Beschwerdelinderung und das Erreichen einer möglichst guten Lebensqualität. Für diese ganzheitlichen Anforderungen steht ein multidisziplinäres Team bereit, das den Patienten ein bestmögliches Versorgungskonzept anbietet und darin die Angehörigen einbezieht.

Aufnahme

Unsere Palliativstation ist offen für Patienten aus der Region, bei denen eine  lebensbegrenzende Erkrankung vorliegt und die Behandlung der Symptome (Beschwerden) im Vordergrund steht. Die Überweisung erfolgt durch den Hausarzt oder den behandelnden Arzt im Krankenhaus.

Ziel der Behandlung ist die Linderung von Symptomen, sodass der Patient beschwerdefrei wieder nach Hause entlassen werden kann. Wenn eine häusliche Versorgung aufgrund der fortgeschrittenen Krankheit nicht mehr möglich ist, können die Patienten weiter gut umsorgt auf der Station bleiben. Auch andere Versorgungsstrukturen können einbezogen werden. Es besteht eine langjährige hervorragende Zusammenarbeit mit dem Hospizverein des Ev. Johanneswerks.

Ausstattung

Die hell und freundlich eingerichteten Räume bieten viel Platz für private Dinge der Patienten und besonders für ihre ganz persönlichen Wünsche. Im Mittelpunkt der Station steht die wohnliche Atmosphäre mit Küche und Aufenthaltsraum, in der für Patienten und Angehörige mit dem Personal auch nach eigenen Wünschen gekocht werden kann. Den Patienten stehen drei Zweibett-Zimmer und ein Einzelzimmer, ein Baderaum mit Hub-Badewanne und ein Balkon zur Verfügung.

Angebot

Ein Team aus Ärzten, Gesundheits- und Krankenpflegern, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Physiotherapeutinnen, Hospizmitarbeitern und Diätassistentinnen kümmert sich 24 Stunden täglich um das Wohlbefinden und die Wünsche der Patienten.

Dazu gehört neben der medizinischen Behandlung, dass die Patientinnen und Patienten selbst entscheiden, wann sie essen, baden oder schlafen möchten. Massagen, basale Stimulation und Musiktherapie sorgen für Entspannung. Und selbstverständlich werden die Angehörigen nach Wunsch der Patientinnen und Patienten  miteinbezogen, wo es möglich und nötig ist. Die vertrauensvolle Atmosphäre gibt Geborgenheit und Ruhe für alle Beteiligten.

Unsere Klinik wurde aus diesem Grund von der europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie (ESMO) als Zentrum für integrierte Onkologie und Palliativmedizin akkreditiert.

Helfen Sie uns!

Die Palliativstation im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) ist Hoffnung für viele Hilfesuchende aus ganz Ostwestfalen. Eingebettet ist die Betreuung auf der Palliativstation in ein Versorgungsnetz aus den erwähnten Therapeuten, dem Sozialdienst der Klinik, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, dem Hospizverein des Evangelischen Johanneswerks und einer ambulanten Palliativversorgung in Kooperation mit den Hausärzten.

Doch um die schwerstkranken Menschen gut versorgen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Angehörige brauchen ein Bett, um auch über Nacht bleiben zu können. Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger werden gebraucht, die geschult sind, Sterbende palliativ zu behandeln und zu begleiten. Unterstützt werden sie bei ihrem Dienst von den ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfern Evangelischen Johanneswerkes.

Trotz der ehrenamtlichen Unterstützung kostet Palliativpflege viel Geld. Deshalb bitten wir Sie: Helfen Sie mit Ihrer Spende. Schenken Sie schwerstkranken Menschen ein Leben bis zuletzt. Jede Ihrer Spenden hilft. Hier können Sie Online spenden.

Zweite Meinung

Als Spezialisten für bösartige Erkrankungen sind wir in unserer Klinik für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) oft mit Fragen aus anderen Krankenhäusern nach einer zweiten Meinung befasst. Wir stehen selbstverständlich gerne Patienten aus anderen Einrichtungen beratend zur Verfügung, denn wir unterstützen ausdrücklich das Prinzip, dass sich auch unsere Patienten eine zweite Meinung einholen. Dies dient der Absicherung der Diagnose und gibt Ihnen gleichzeitig Sicherheit bei Ihrer Entscheidung in Bezug auf die Behandlung. Gerne besprechen wir dann die gesamte Situation nochmals ausführlich und legen gemeinsam das weitere Vorgehen fest.

Patienten, die sich in einem anderen Krankenhaus behandeln lassen, können daher einen Termin für eine Zweitmeinungssprechstunde bei uns vereinbaren. Unsere Fachärzte für Innere Medizin und internistische Onkologie sehen dann Ihre Unterlagen durch und teilen Ihnen ihre Sicht Ihrer Situation mit. »Sprechstunden