Abteilung für Gerontopsychiatrie

Siegel FOCUS Nationales Top-Krankenhaus 2015 Depression
Siegel FOCUS Nationales Top-Krankenhaus 2015 Depression

Die Abteilung für Gerontopsychiatrie richtet ihr Angebot auf Seniorinnen und Senioren über 65 Jahre mit psychischen Erkrankungen aus. Neben der Akutversorgung psychischer Störungen haben wir drei Schwerpunktbereiche gebildet.

  1. Depression und Angst im Alter
  2. Gedächtnisstörungen, Abbau geistiger Leistungsfähigkeit und Verhaltensauffälligkeiten älterer Patienten
  3. Wahnhafte Störungen und chronische psychische Erkrankungen im Alter

Die Ursachen psychiatrischer Störungen sind im Alter besonders vielfältig. Neben körperlichen Erkrankungen spielen altersbedingte Veränderungen des Organismus aber auch psychische Belastungsfaktoren sowie häufig im Alter auftretende Belastungen wie der Verlust von nahe stehenden Personen, Einsamkeit und zunehmender Unterstützungsbedarf eine große Rolle. Am Anfang jeder Behandlung steht für uns daher zunächst eine umfangreiche Diagnostik zur Ergründung von Ursachen und Einflussfaktoren. Nach einem ausführlichen Aufnahmegespräch und der klinisch-körperlichen (neurologischen und internistischen) Untersuchung werden häufig Laboruntersuchungen, EKG, EEG sowie neuropsychologische Testverfahren und Bildgebung (Computertomografie (CT), Kernspintomographie (MRT)) eingesetzt.

Für die Behandlung stehen dann entsprechend den Erfordernissen verschiedene Behandlungskonzepte und –möglichkeiten auf Schwerpunktstationen, in der Tagesklinik und in der Ambulanz zur Verfügung, aus denen gemeinsam mit dem Patienten ein individueller  Therapieplan erstellt wird. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Beratungs- und Schulungsangebot für PatientInnen und Angehörige sowie individuelle Anleitung in Pflegeaufgaben.

Abteilungsleitung

Porträtfoto Dr. med. Stefan Kreisel

Dr. med. Stefan Kreisel

Ärztliche Abteilungsleitung

Tel.: 05 21 - 772 7 86 95 (Sekretariat)

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Porträtfoto Dr. rer. pol. Klaus Pöschel

Dr. rer. pol. Klaus Pöschel

Pflegerische Abteilungsleitung

Tel.: 05 21 - 772 7 87 01

Fax: 05 21 - 772 7 71 11

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Porträtfoto Dr. phil. Ulrich Schmid-Furstoss

Dr. phil. Ulrich Schmid-Furstoss

Therapeutische Abteilungsleitung

Tel.: 05 21 - 772 7 87 02

Fax: 05 21 - 772 7 86 98

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Schwerpunktstation F1: Depressionen, Angst und Lebenskrisen

Porträtfoto Dr. med. Michael Guhra

Dr. med. Michael Guhra

Ärztliche Stationsleitung, Oberarzt

Tel.: 05 21 - 772 7 86 95 (Sekretariat)

E-Mail

Porträtfoto Gabriele Lässig

Gabriele Lässig

Pflegerische Stationsleitung

Tel.: 05 21 - 772 7 87 10 (Dienstzimmer)

Fax: 05 21 - 772 7 87 11

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Das Gefühlsleben ist eines der vielschichtigsten Phänomene des menschlichen Daseins mit angenehmen und unangenehmen Zustandsgefühlen.

Von einer Depression [deprimere (lat.) = „niederdrücken“] sprechen wir aber erst, wenn bestimmte psychische und physische Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten, die nachhaltig Alltagskompetenz, Lebensqualität und Beziehungsgefüge ins Wanken bringen. Das sehr häufig vorkommende Krankheitszeichen Angst kann sich bei manchen Betroffenen verselbstständigen und zu einer langwierigen Angststörung auswachsen, die das gesamte Leben erheblich beeinträchtigt und gerade bei älteren Menschen zu sozialem Rückzug führt und in eine ungewollte Abhängigkeit münden kann.

Beispiele für psychische Symptome:

  • depressive Herabgestimmtheit
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • negative und pessimistische Denkweisen
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • innere Leere
  • Lebensmüdigkeit
  • Schuldgefühle
  • reduzierte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Energielosigkeit
  • Antriebsarmut
  • Freudlosigkeit
  • Reizbarkeit
  •  innere Unruhe
  • Ängste
  • hypochondrische Befürchtungen oder Grübelneigung

Typisch physische Symptome:

  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Blasenstörungen
  • Herzsensationen
  • Schwindel
  • Kollapsneigung
  • Enge- oder Druckgefühl

Eine weitere Zielgruppe unseres therapeutischen Angebotes sind Menschen in akuten Lebenskrisen (zum Beispiel Partnerschaftsverlust, Überbelastungen, Stresssituationen), in denen die Betroffenen aus eigener Kraft keine Bewältigungsstrategien entwickeln können. Um bei all diesen Leiden den Besonderheiten von alterstypischen Problemen gerecht zu werden, bieten wir auf der Schwerpunktstation F1 und in der Tagesklinik ein altenspezifisches therapeutisches Angebot mit entsprechend geschulten und erfahrenen multiprofessionellen Teammitarbeiterinnen an.

In unseren Therapien geht es um den Aufbau einer tragfähigen und vertrauensvollen Beziehung, um unsere Patienten zu entlasten und sie in den verschiedenen Therapiephasen zu unterstützen und zu begleiten. Im Zentrum steht ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm. Neben der medikamentösen Behandlung werden körperliche und soziale Ressourcen gestärkt und wiedererlernt, die Bewältigung anstehender Entwicklungsaufgaben des Alters unterstützt und angeleitet sowie spezifische psychotherapeutische Themenkomplexe wie Angst, Altersbild, Trauer und Tod wie auch Verluste psychotherapeutisch bearbeitet.

Mit einem breiten Angebot wie Ergo-, Musik-, Bewegungs- und Sporttherapie sowie einer Entlass- und einer Kompetenzgruppe wird das Ziel verfolgt, unsere Patienten möglichst konkret zur Wiederaufnahme zwischenmenschlicher Kontakte, eines strukturierten Tagesablaufs und depressionsmindernder Aktivitäten zu motivieren. Auch in der tagesklinischen Behandlung liegt ein Behandlungsschwerpunkt darin, die verlorengegangenen psychosozialen Fähigkeiten und Alltagsfertigkeiten zu reaktivieren, um den Erhalt einer selbstständigen, sozial eingebundenen Lebensweise in einer förderlichen, selbst gewählten Umgebung mit entsprechenden Hilfestrukturen bis ins hohe Lebensalter zu bewahren. Eine längerfristige psychotherapeutische Behandlung ist in einer ambulanten Psychotherapiegruppe und in unserer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) möglich. Dort halten wir ein spezielles gerontopsychiatrisches Angebot für Senioren bereit. Dieses können Sie hier herunterladen:

Angebot für Senioren in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PDF, ca. 1 MB)

Schwerpunktstation F2: Demenz

Porträtfoto Dr. med. Stefan Spannhorst

Dr. med. Stefan Spannhorst

Ärztliche Stationsleitung, Oberarzt

Tel.: 05 21 - 772 7 71 09 (Information)

Fax: 05 21 - 772 7 71 11 

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Porträtfoto Stefanie Kleffmann

Stefanie Kleffmann

Pflegerische Stationsleitung

Tel.: 05 21 - 772 7 87 20 (Dienstzimmer)

Fax: 05 21 - 772 7 87 21

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Die Abnahme eines Anteils der geistigen Leistungsfähigkeit gehört zum normalen Alterungsprozess. Mit zunehmendem Alter steigt aber auch das Risiko, an einer sogenannten Demenz zu erkranken. Dabei findet ein fortschreitender Verlust von Nervenzellen statt, der zum stetigen Abbau verschiedenster Bereiche geistiger Leistungsfähigkeit führt. Insbesondere folgende Hinweise können zu einer Untersuchung Anlass geben:

  • Neugedächtnisstörungen
  • Sprachstörungen
  • Orientierungsschwächen
  • Verwirrtheitszustände

In der Gedächtnissprechstunde ist eine ausführliche Diagnostik mit ärztlichem Gespräch, neuropsychologischer Untersuchung und weiterführender Diagnostik möglich, die Basis der Beratung, Therapieplanung und Begleitung von Patienten und Angehörigen sind.

Eine stationäre Behandlung auf unserer Schwerpunktstation F2 ist notwendig bei erweiterter Diagnostik, bei Hilfebedarf sowie zur Therapie einzelner Störungsbereiche wie Schlafstörungen, Alltagsbewältigung, Verhaltensauffälligkeiten aber auch zusätzlicher Depression. Bei leichterer Einschränkung ist auch eine tagesklinische Behandlung sinnvoll. Im Zentrum unseres Bemühens steht dabei der weitgehende Erhalt der Alltagsfähigkeiten, Unterstützung im Lebensumfeld und die eingehende Beratung und Begleitung von Patienten und Angehörigen.

Bei ausgeprägtem Hilfebedarf, der auch den Einsatz unterschiedlicher Berufsgruppen erforderlich macht, besteht die Möglichkeit der ambulanten Weiterbetreuung durch das „Mobile Team“ und der Tagespflege.

Schwerpunktstation F3: Psychosen und Schizophrenie

Porträtfoto Ewa Cieplinska-Legge

Ewa Cieplinska-Legge

Ärztliche Stationsleitung, Oberärztin

Tel.: 05 21 - 772 7 86 95 (Sekretariat)

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Porträtfoto Mareike Ennen

Mareike Ennen

Pflegerische Stationsleitung

Tel.: 05 21 - 772 7 87 30 (Dienstzimmer)

Fax: 05 21 - 772 7 87 32

E-Mail

Bei einer Schizophrenie sind wichtige psychische und kognitive Fähigkeiten schwerwiegend beeinträchtigt und führen zu einer deutlichen Störung des Realitätsbezugs. Der Betroffene erlebt eine quälende Zersplitterung und Aufspaltung von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affektivität. Häufig fühlen sich Betroffene von außen bedroht und nicht mehr Herr ihrer Integrität. Wahnerleben und akustische Halluzinationen können zu verstärktem Realitätsverlust führen. Schizophrene Störungen treten meist im Alter von 20 bis 40 Jahren auf und zeigen im Alter mildere Ausprägung. Im Alter haben wir es vermehrt mit exogenen Psychosen zu tun, das heißt mit körperlich begründbaren Psychosen, die auf Veränderungen des zentralen Nervensystems zurückzuführen sind (zum Beispiel bei Hirntumoren, Intoxikationen durch Medikamente oder Alkohol).

Unser Behandlungsangebot richtet sich auch an einen zunehmend größer werdenden Personenkreis mit akuten Verwirrtheitszuständen, kognitiven Störungen und Bewusstseinstrübung sowie Verhaltensauffälligkeiten. Unterschiedliche Fachkompetenzen in teamorientierter Zusammenarbeit sind an der sorgfältigen Einschätzung und Erfassung der körperlichen, seelischen und sozialen Situation unserer älteren Patienten beteiligt.

Das ganzheitliche Behandlungskonzept umfasst ein stationäres Therapieangebot in dem neben der Pharmakotherapie eine internistische Basistherapie, ein adaptiertes psychoedukatives Therapieprogramm (PEGASUS), eine Medikamentengruppe, soziales Kompetenztraining, Ergo- und Musiktherapie, Einzel- und Gruppengymnastik sowie Alltagskompetenztraining durchgeführt werden. Zusätzlich bieten wir eine tagesklinische Behandlung an.

Einen hohen Stellenwert nimmt bei uns die Angehörigenarbeit ein. Kooperationen mit somatischen Fachabteilungen, ambulanten Diensten, pflegenden Institutionen und der Tagesklinik sind essentieller Bestandteil des Konzepts. Ziele unserer therapeutischen integrativen Maßnahmen sind neben der emotionalen, körperlichen und sozialen Stabilisierung der Patienten die Förderung von Ressourcen und sozialen Kontakten sowie die Strukturierung des Alltags, um ein längeres Verbleiben im häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

Eine ambulante Weiterbetreuung bei besonderem Hilfebedarf ist auch durch das Mobile Team unserer Ambulanz möglich.

Informationen zur Station

Behandlungsschwerpunkt

Fakultativ geschlossene Station für Menschen ab dem 65. Lebensalter mit chronisch rezidivierenden Psychosen, manischen Störungen, symptomatischen Psychosen, deliranten Symptomatiken, Demenzerkrankungen

Behandlungsplätze

15 Betten

Team

  • Ärztin/Arzt
  • Alten– und Krankenpflegepersonal mit und ohne Psychiatrischer Fachausbildung
  • HeilerziehungspädagogInnen
  • SozialarbeiterInnen
  • Ergo- und MusiktherapeutInnen
  • BewegungstherapeutInnen
  • PhysiotherapeutInnen
  • SeelsorgerInnen

Therapie

  • Psychoedukative Einzeltherapie
  • Medikamentenberatung
  • Angehörigenarbeit (Pflege-, Krankheits-, Medikamentenberatung)
  • Psychologische Testungen
  • Gedächnistraining
  • Erinnerungsgruppe
  • Ergo-, Musik-, Entspannungs-, Bewegungstherapie (Gruppen und Einzel)
  • Kompetenztraining
  • Soziotherapie (Hausbesuche, Einkaufs-, Kochtraining)
  • Außenaktivitäten
  • Genusstraining
  • Physiotherapie

Gerontopsychiatrische Tagesklinik

Porträtfoto Dr. phil. Ulrich Schmid-Furstoss

Dr. phil. Ulrich Schmid-Furstoss

Leiter der Tagesklinik

Tel.: 05 21 - 13 36 81

Fax: 05 21 - 13 36 02

E-Mail

Porträtfoto Dr. med. Stefan Kreisel

Dr. med. Stefan Kreisel

Ärztlicher Leiter

05 21 - 772 7 86 95 (Sekretariat)

E-Mail

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 8:00 bis 16:30 Uhr

Transport

selbständig, Taxi auf ärztliche Verordnung

Finanzierung

Krankenkasse

Behandlungsschwerpunkt

Menschen ab dem 60. Lebensjahr mit Depressionen, Psychosen, neurotischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Demenzen und Suchterkrankungen, (Zuweisung aus vollstationärer oder ambulanter Vorbehandlung)

Behandlungsplätze

16

Multiprofessionelles Team

  • Pflegekräfte
  • Ärzte
  • Sozialarbeiter
  • Ergotherapeuten
  • Psychologen
  • Sekretärin
  • Hauswirtschaftskraft

Therapie

  • Allgemeine psychiatrische Behandlung mit Einbeziehung der Angehörigen, Bezugspersonensystem, ärztliche Gespräche, medikamentöse Therapie

  • Psychotherapeutisch orientiertes Gruppenprogramm mit Gesprächstherapie, Bewegungstherapie, Entspannungstraining, Musikgruppe), Konzentrationstraining, soziales Kompetenztraining, Genusstraining, Ergotherapie, Außenaktivitäten, Angehörigengruppen, Ehemaligengruppe

Diagnostik

Umfassende Diagnostik einschließlich Cranialer Computertomografie (CCT), Kernspintomografie (MRT), Elektroenzephalografie (EEG) und Demenztestung

Kontakt

Gerontopsychiatrisches Zentrum
Moltkestraße 3
33615 Bielefeld
Tel.: 05 21 - 13 36 81

Gerontopsychiatrische Tagespflege

Birgit Vogl

Birgit Vogl

Pflegedienstleitung

Tel.: 05 21 - 13 36 82

E-Mail

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 8:00 bis 16:30 Uhr

Finanzierung

anerkannte Einrichtung im Sinne der Pflegeversicherung (SGB XI).

Für ein individuelles Angebot wenden Sie sich bitte an die angegebene Kontaktadresse. Wir beraten Sie gerne!

Angebot

Betreuung von Menschen ab dem 60. Lebensjahr, die an Orientierungs- und Gedächtnisstörungen, Depressionen oder Wahnhaften Erkrankungen leiden. Das Angebot von Pflege und Aktivitäten fördert und erhält die vorhandenen Fähigkeiten. Die gerontopsychiatrische Tagespflege ermöglicht auf diese Weise den Verbleib in der eigenen häuslichen Umgebung und entlastet gleichzeitig die Angehörigen.

Mehr Infos zum Tagesablauf erhalten Sie im Wochenplan, der Gerontopsychiatrischen Tagespflege, den Sie hier herunterladen können:

Wochenplan der Gerontopsychiatrischen Tagespflege (PDF, 14 KB)
 

Behandlungsplätze

16

Multiprofesionelles Team

...bestehend aus sieben ausgebildeten Fachkräften

Aktuell: Tag der offenen Tür in der gerontopsychiatrischen Tagespflege

Eine ausführliche Reportage zum Thema "Wo familiäre Betreuung an ihre Grenzen stößt - 25 Jahre Tagespflege an der Moltkestraße" finden Sie hier.

Kontakt

Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Gerontopsychiatrische Tagespflege
Moltkestraße 3
33615 Bielefeld
Tel.: 05 21 - 13 36 82

Ambulante Angebote

Kontakt

Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)
Gadderbaumer Strasse 33
33602 Bielefeld

Mobiles Team, Senioren- und Gedächtnissprechstunde
Tel.: 05 21 - 772 7 85 24
Fax: 05 21 - 772 7 85 27
E-Mail 

Die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ist eine ambulante Behandlungseinrichtung für Bielefelder Bürger mit psychischen Störungen und komplexem Behandlungsbedarf. Sie bietet neben der Diagnostik und Behandlung, von Menschen mit allgemeinpsychiatrischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen auch ein spezielles gerontopsychiatrisches Angebot für Seniorinnen und Senioren.

Unser Angebot für Senioren können Sie hier herunterladen:

Ambulante psychiatrische Angebote für Senioren (PDF, ca. 1 MB)

Mobiles Team

Wir bieten eine multiprofessionelle sozialpsychiatrisch ausgerichtete  Behandlung für Bielefelder Bürger an, die aufgrund ihrer Erkrankung eine Behandlung im häuslichen Umfeld benötigen.

Verschiedene Faktoren erschweren es Menschen im höheren Lebensalter, eine Arztpraxis aufzusuchen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Immobilität
  • unzureichende soziale Unterstützung
  • fehlendes Krankheitsgefühl, dies vor allem bei den Demenzen

Typische Merkmale der Demenz sind ein äußerst vielgestaltiges klinisches Bild mit Gedächtnis- und anderen Hirnleistungsstörungen, einem oft nicht erkennbarem Beginn verbunden und einem schleichenden Verlauf.
Problematisch wirken sich der oft geringe Leidensdruck und ein fehlendes Krankheitsgefühl der Betroffenen aus. Daher stellt die Erfassung und Berücksichtigung der individuellen Problemkonstellation von Betroffenen und Angehörigen eine besondere Herausforderung dar.

Wir behandeln zu Hause

Wesentliches  Ziel unserer Arbeit ist die Vermeidung stationärer Behandlungen, wo möglich, sowie die Sicherstellung stationärer Behandlungserfolge in der ambulanten Weiterbehandlung. Die Koordination der psychiatrischen und oft multiprofessionellen Therapie garantiert einen möglichst optimalen Erfolg.

Team

Ärzte, eine Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin, ein Psychologe und Fachkrankenpflegemitarbeiter bieten im „Mobilen Team“  ein umfangreiches Angebot zur Diagnostik und Behandlung psychiatrischer Erkrankungen aller Diagnosegruppen an.

Diagnostik

Zur Diagnostik gehören Eigen- und Fremdanamnese, psychiatrische Untersuchung, Veranlassung apparativer  Diagnostik (z.B. Blutuntersuchung, EEG, bildgebende Untersuchungen beim Radiologen) sowie differenzierte neuropsychologische Testverfahren.

Behandlung

Die sozialpsychiatrisch ausgerichtete Behandlung erfolgt kontinuierlich im vertrauten Umfeld und besteht aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Einzeltherapie, Pharmakotherapie in Kooperation mit den zuständigen Hausärzten und Nervenärzten. Bei bestehender Indikation wird Physio- und Ergotherapie verordnet.

Beratung

Eine ausführliche Beratung erfolgt für PatientInnen und Angehörige über Untersuchungsergebnisse, individuelle Therapieoptionen in Bezug auf die aktuelle Situation und Information über mögliche und förderliche Unterstützung, zum Beispiel im Rahmen der Pflegeversicherung und Tagespflege.

Angehörige erhalten Unterstützung und Anleitung zu besonders förderlichen Umgehensweisen mit den erkrankten Menschen sowie Hinweise zur Stressregulation.

Seniorensprechstunde

Informationen zur Seniorensprechstunde finden Sie hier in Kürze!

Anmeldung

Montag bis Donnerstag: 8:30 bis 17:00 Uhr
Freitag: 8:30 bis 15:00 Uhr
Karin Lohmeier
Tel.: 05 21 - 772 7 85 24
Fax: 05 21 - 772 7 85 27
E-Mail

Gedächtnissprechstunde

Unsere Klinik bietet mit der Gedächtnissprechstunde eine Spezialambulanz für die Früherkennung und Behandlung von Demenzerkrankungen an, die an die Psychiatrische Institutsambulanz angegliedert ist. Für diese Sprechstunde halten wir ein differenziertes Untersuchungs- und Therapieangebot für ältere Menschen mit Hirnleistungsstörungen vor.

Angebot

  • spezialisierte diagnostische Klärung nach neuesten neuropsychologischen Grundlagen
  • ausführliche Beratungs- und Aufklärungsgespräche mit Betroffenen und Angehörigen
  • Therapieempfehlung zur medikamentösen Behandlung, zu ergotherapeutischen Maßnahmen (Training der Alltagskompetenzen, Gedächtnistraining etc.) und pflegerischer Anleitung
  • enge Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten
  • Begleitung mit Verlaufsuntersuchung und Beratungen
  • Diagnostik in der Gedächtnissprechstunde

Bei einem Besuch in der Gedächtnissprechstunde erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen und/oder pflegender Bezugsperson. Anschließend erfolgt eine umfassende ärztliche psychiatrisch-neurologische Untersuchung. Sollte sich der Verdacht auf eine kognitiven Beeinträchtigung erhärten, werden – je nach Vorbefunden- ergänzende Untersuchungen veranlasst. Hierzu zählen erweiterte Laboruntersuchungen, um entzündliche Veränderungen, Vitaminmangelzustände oder hormonelle Störungen z.B. der Schilddrüse differentialdiagnostisch auszuschließen. Ferner wird eine EEG-Ableitung und radiologische Untersuchung des Kopfes (CT oder MRT) veranlasst. Falls eine Liquorpunktion erforderlich sein sollte, vereinbaren wir einen kurzen Aufenthalt (in der Regel ein bis zwei Tage) in unserer gerontopsychiatrischen Klinik in Bethel (Haus Gilead III). Die Punktion des Nervenwasserkanals dient dem Ausschluss entzündlicher Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) und dem Nachweis pathologischer Abbauprodukte. Letztere können insbesondere die Diagnose einer Alzheimer-Krankheit stützen.

Zu einem zweiten Termin findet dann eine ausführliche testpsychologische Untersuchung durch erfahrene Neuropsychologen statt. Die einzelnen Denkfunktionen (zum Beispiel Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache) werden in einer ca. eineinhalbstündigen Testung untersucht und ein individuelles Profil der geistigen Leistungsfähigkeit erstellt.

In einem dritten Termin werden die Befunde, die (vorläufige) Diagnose und die verschiedenen, an das jeweilige Krankheitsstadium bzw. die Bedürfnisse von PatientIn und Angehörigen angepassten Behandlungsmöglichkeiten besprochen und die Angehörigen umfassend beraten. Auf Wunsch vermitteln wir eine soziale Beratung durch unseren Sozialdienst, der bei Fragen zu finanziellen Hilfen der Pflegeversicherung, Krankenversicherung, steuerlichen Entlastungen, Leistungen nach dem Schwerbehindertengesetz oder des Bundessozialhilfegesetzes kompetent und umfassend berät. Er informiert ferner über Entlastungsangebote wie Betreuungsgruppen und hilft bei der Suche nach Tagespflegeplätzen.

Weitere Informationen zur Gedächtnissprechstunde können Sie hier herunterladen:

Gedächtnissprechstunde - Merkblatt für Patienten und Angehörige (Faltblatt, PDF, ca. 1,1 MB)

help - Ein Plus für ältere Patienten

help - Ein Plus für ältere Patienten

"Zu Hause ist mein Angehöriger ganz anders!" Diesen Satz hören wir in unserem Klinikalltag immer wieder. Insbesondere ältere Patienten geraten während eines Krankenhausaufenthalts häufig in einen akuten Verwirrtheitszustand, auch Delir genannt. Oft, gerade bei Hochaltrigen und bei Patienten mit Gedächtnisstörungen, bleibt das Delir unerkannt: Schätzungen zufolge erleiden etwa 25 Prozent der über 60-jährigen Patienten ein Delir. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Die vier Buchstaben help stehen für Hospital Elder Life Program, das am weitesten entwickelte Programm zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Delirien. Es wurde von Prof. Sharon K. Inouye an der Yale University School of Medicine in den USA entwickelt und stellt einen innovativen Ansatz zur Verbesserung der Krankenhausversorgung älterer Patienten dar. Mehrere Studien in den USA zeigten, dass die Umsetzung des help-Programms zu einer signifikanten Reduktion der Entwicklung von Delirien, einem signifikanten Rückgang der Gesamtzahl der Tage mit Delir und einer signifikanten Reduktion des Abbaus der Alltagsfähigkeiten bei älteren Patienten führte.

Das Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB) ist das erste Krankenhaus in Deutschland, in dem Patienten von help profitieren. Das help-Programm ist von Mitarbeitern und Spezialisten im EvKB an das deutsche Gesundheitssystem angepasst worden, die help-Umsetzung wird derzeit beständig auf weitere Einsatzbereiche erweitert.

» weitere Informationen zu help

Neurophysiologisches Labor

Die Abteilung für Gerontopsychiatrie verfügt über ein eigenes digitales neurophysiologisches Labor. Gerade bei geriatrisch-gerontopsychiatrischen Erkrankungen, bei denen neben psychischen Ursachen eine Vielzahl neurologischer und internistischer Erkrankungen als Ursache psychischer Symptome in Frage kommen, kommt dem EEG eine größere differentialdiagnostische Bedeutung zu. Neben Hinweisen auf eine Demenzerkrankung können Verwirrtheitszustände und Anfälle mit dem EEG diagnostiziert werden. Gegenüber der bildgebenden Diagnostik, die die Hirnstruktur darstellt, ist die  Elektroenzephalografie (EEG) geeignet, die Funktionszustände der neuronalen Netze im Zeitintervall kognitiver Aktivität abzubilden. Sie bildet damit eine gefahrlose und kostengünstige Methodik der zerebralen Funktionsdiagnostik.

Das EEG und die daraus abgeleiteten sogenannten evozierten Potentiale erlauben eine Aussage über die Funktionsfähigkeit bestimmter Nervenbahnen und machen Störungen bereits sehr früh erkennbar. Dies ermöglicht auch eine Erforschung der Veränderungen der Hirnfunktion bei vorübergehenden Verwirrtheitszuständen und fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankungen.

Forschungsprojekte

Differentielle Diagnostik des Delirs bei Hochbetagten

Die Diagnosestellung des Delirs erfolgt insbesondere bei geriatrischen PatientInnen zu selten und zu spät, des Weiteren gestaltet sich die differentialdiagnostische Abgrenzung von der Demenz sehr schwierig. Pathophysiologisch wird eine cholinerg / dopaminerge Dysbalance als gemeinsame Endstrecke bei der Delirentwicklung angenommen. Die durch die cholinerge Transmission modulierte Elektroenzephalographie (EEG) ist daher zur objektiven Einschätzung der zerebralen Funktion zur Diagnostik geeignet und könnte auch zur Wirksamkeitsprüfung einer cholinergen Medikation herangezogen werden.

In der seit Juli 2003 durchgeführten Studie wird - in einer Kooperation mit dem Bethanien-Krankenhaus, Geriatrisches Zentrum der Universität Heidelberg - die Wertigkeit einer umfassenden Delirdiagnostik sowie konventioneller und quantitativer EEG-Untersuchungen an einer Gruppe hochbetagter, akut-internistisch erkrankter geriatrischer PatientIinnen prospektiv und pseudorandomisiert untersucht.

Forschungsergebnisse

Projektleitung

Dr. med. Christine Thomas
leitende Ärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie
in Kooperation mit dem Zentrum für psychosoziale Medizin der Universität Heidelberg

Neurophysiologische Diagnostik der Demenz und anderer kognitiver Störungen

Neurophysiologische Verfahren wie EEG und ereigniskorrelierte Potentiale (EKP) erhalten ihren Stellenwert aus der Tatsache, dass sie als einzige Verfahren unmittelbar die kortikale neuronale Aktivität im Zeitbereich kognitiver Prozesse abbilden. EEG und EKP werden im wesentlichen durch die cholinerge Transmission der Neuronen des basalen Vorderhirns moduliert. Neben der Amyloid- und der Tau-Pathologie ist die Funktionsstörung des cholinergen Transmittersystems ein wichtiger pathophysiologischer Faktor bei der Alzheimer-Demenz (AD), der durch die medikamentöse Beeinflussbarkeit besondere Bedeutung erhält. Neurophysiologische Methoden sind daher besonders zur Untersuchung dementieller Erkrankungen geeignet, weithin verfügbar und nicht-invasiv, erfordern aber methodische Expertise. Nicht-invasive Diagnostik und Therapiemonitoring bei Demenzerkrankungen sind unter individuell-prognostischen, gesundheitspolitischen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten von hoher Relevanz.

Forschungsergebnisse

Posterauswahl

Folgende Poster zum Forschungsprojekt können Sie hier herunterladen:

Quantitatives EEG und Kohärenzanalysen bei Alzheimerpatienten (PDF, 580 KB)

Sensorisches Gating-Defizit als Ausdruck einer eingeschränkten Informationsfilterung bei der Alzheimer-Demenz (PDF, 215 KB)

Projektleitung

Dr. med. Christine Thomas
leitende Ärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie
in Kooperation mit dem Zentrum für psychosoziale Medizin der Universität Heidelberg

Weitere Projekte

  1. Psychotherapeutische Gruppe für Angehörige Demenzkranker
  2. Verhaltenstherapeutisch orientiertes Einzelpsychotherapieprogramm für ältere Menschen mit depressiven Störungen
  3. Erfassung des Grundpflegebedarfs akut erkrankter gerontopsychiatrischer Patienten
  4. Die Behandlung von Unruhezuständen und Agitation Demenzkranker im stationären Setting