Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Unsere Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) in Bethel besteht seit 1980. Sie ist eine Abteilung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel. Patienten können bei uns behandelt werden, wenn Sie in Bielefeld wohnen und wegen der Art oder Schwere ihrer psychischen Erkrankung ein umfangreiches ambulantes Therapieangebot benötigen.

Diagnostik und Behandlung bieten wir an für erwachsene Patienten mit folgenden Erkrankungen:

  • schizophrene und schizoaffektive Psychosen
  • Manien und bipolare affektive Störungen
  • Depressive Störungen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychische Probleme bei geistiger Behinderung
  • Psychische Probleme bei körperlichen Grunderkrankungen
  • Erwachsene mit Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS)
  • Psychisch Folgen akuter Traumatisierungen (Traumaambulanz)
  • Abhängigkeitserkrankungen
    • Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit
    • Drogenabhängigkeit (inklusive Substitutionsbehandlungen)
  • Psychische Störungen im höheren Lebensalter
    • Gedächtnisstörungen
    • Demenzerkrankungen
    • Alle anderen oben genannten psychischen Störungen bei alten Menschen

Für einen Großteil der psychischen Störungen bieten wir je nach Indikation neben der individuellen Behandlung auch ambulante Gruppentherapien an.

Mit ihren Angeboten und Schwerpunkten orientiert sich die Psychiatrische Ambulanz am Bedarf in der Stadt Bielefeld. Aus diesem bedarfsorientierten Ansatz heraus wurden in den letzten Jahren neue Schwerpunktbereiche entwickelt:

  • Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS)
  • Traumaambulanz/Opferhilfe
  • Gruppentherapien
  • "Gesund und Fit"
  • Sprechstunde für Trauernde
  • BID - Bielefelder ambulantes Intensiv-Depressionsprogramm

Unsere Psychiatrische Institutsambulanz arbeitet in einem ärztlich geleiteten multiprofessionellen Behandlungsteam, das aus Ärzten, Sozialarbeiterinnen, Pädagoginnen, Sozial- und Milieutherapeutin, Psychologen, Krankenpflegern besteht, unterstützt durch Arzthelferinnen und Sekretärinnen.

Jeder Patient wird in der Regel von einem psychiatrisch-psychotherapeutischen Facharzt behandelt. Daneben haben Sie je nach Ihrem persönlichen Behandlungsplan auch Kontakt zu Mitarbeitern aus den anderen Berufsgruppen in Einzel- oder Gruppentherapien.

Abteilungsleitung

Porträtfoto Dr. med. Steffi Koch-Stoecker

Dr. med. Steffi Koch-Stoecker

Ärztliche Abteilungsleitung, Diplom-Psychologin, stellvertretende Chefärztin

Tel.: 05 21 - 772 7 85 26 (Sekretariat)

E-Mail

Zugangswege

Es gibt verschiedene Zugangswege zur Psychiatrischen Ambulanz:

  1. Sie kommen nach einem stationären Behandlungsaufenthalt zu uns.
  2. Ihr Nervenarzt schickt Sie zur Mitbehandlung (zum Beispiel zur Teilnahme an einer bestimmten Gruppe).
  3. Ihr Hausarzt überweist Sie zur Ambulanzbehandlung.
  4. Es ist auch möglich, dass Sie sich ohne Überweisung bei uns vorstellen, sofern Sie keinen behandelnden Nervenarzt haben.

Wir klären dann im Kontakt mit Ihnen, wie wir Ihnen helfen können und/oder welche anderen Behandlungsangebote Sie benötigen.

Die Anmeldung sowie einige Behandlungsräume befinden sich im Erdgeschoss.

Bei ihrem ersten Besuch sprechen Sie in jedem Fall zunächst mit einem Arzt und planen hier die weiteren therapeutischen Schritte.

Die Abrechnung der Behandlung erfolgt über Ihre Krankenkasse, Sie müssen also Ihre Versichertenkarte und eventuell einen Überweisungsschein mitbringen.

Angebote

Unsere Angebote umfassen Diagnostik und Behandlung der verschiedensten psychischen Störungen. Das Vorgehen ist störungsunabhängig jeweils ähnlich ausgerichtet.

Jede Behandlung beginnt mit einem Besuch der ärztlichen Sprechstunde. Dort werden die Probleme besprochen, psychische Störungen diagnostiziert, Erwartungen und Ziele geklärt. Anschließend berät das Behandlungsteam über passende Angebote. Die therapeutisch verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden benannt und die Behandlungselemente ausgesucht. Beim nächsten Termin werden Ihnen die Vorschläge vorgestellt und konkrete Absprachen getroffen. Im Laufe der Behandlung überprüfen wir mit Ihnen die therapeutischen Strategien immer wieder auf ihre Wirksamkeit und Angemessenheit. Wenn die Ziele erreicht sind, endet die Therapie.

Je nach Indikation und Bedarf stellen wir aus folgenden Elementen Ihr Behandlungsprogramm für Einzel- und Gruppentherapien zusammen:

  • Psychotherapie
  • Pharmakotherapie
  • Soziotherapeutische Angebote
  • Stabilisierung, Bewältigung, Ressourcenaufbau
  • Training kognitiver, affektiver und körperlicher und sozialer Fertigkeiten
  • Krisenbegleitung
  • Hausbesuche (bei Bedarf oder Krisen)
  • Fachpflegerische Maßnahmen
  • Angehörigenberatung
  • Verordnung von ambulanter Ergotherapie
  • Verordnung von psychiatrischer Hauskrankenpflege

Allgemeine Psychiatrie

Im Bereich der Allgemeinen Psychiatrie diagnostizieren und behandeln wir in unserer Institutsambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) folgende Störungen:

  • schizophrene und schizoaffektive Psychosen
  • Manien und bipolare affektive Störungen
  • Depressive Störungen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychische Probleme bei geistiger Behinderung
  • Psychische Probleme bei körperlichen Grunderkrankungen

Offene Sprechstunden

Montag 9:00 bis 11:00 Uhr und 15:00 bis 17:00 Uhr
Dienstag 9:00 bis 11:00 Uhr
Mittwoch 9:00 bis 11:00 Uhr und 13:00 bis 15:00 Uhr
Donnerstag 9:00 bis 11:00 Uhr
Freitag 9:00 bis 11:00 Uhr

Weitere Termine können telefonisch vereinbart werden (Kontakt siehe oben).

Abhängigkeitserkrankungen

Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten

  • Ambulante Entgiftungen
  • Einweisungen zur stationären Entgiftung
  • Motivationsarbeit zur Abstinenz
  • Psycho- und Soziotherapie
  • Behandlung von begleitenden psychischen Störungen

Bei Bedarf:

  • Vermittlung in stationäre Rehabilitation
  • Durchführung ambulanter Rehabilitationstherapie

Offene Sprechstunden

Montag bis Freitag: 9:00 bis 11:00 Uhr

Kontakt

Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Psychiatrische Institutsambulanz
Tagesklinik für Abhängigkeitserkrankungen von Alkohol und Medikamenten
Königsweg 5
33617 Bielefeld

Sekretariat
Stefanie Tiemann
Tel.: 05 21 - 772 7 85 40
E-Mail

Abhängigkeit von illegalen Drogen

  • Entgiftungen ambulant/stationär
  • Kriseninterventionen
  • Psycho- und Soziotherapie
  • Behandlung von begleitenden psychischen Störungen
  • KiDS & KO in Bielefeld (unter anderem ambulante Behandlung drogenabhängiger Schwangerer und Eltern)

Bei Bedarf:

  • Substitutionsbehandlungen (zum Beispiel Methadon)

Offene Drogensprechstunden

Montag bis Freitag: 9:30 bis 11:30 Uhr

Kontakt

Haus Gilead IV
Remterweg 69/71
33617 Bielefeld

Jana Wand
Brigitta Middel
Tel.: 05 21 - 772 7 85 45

Gerontopsychiatrie

In der Abteilung für Gerontopsychiatrie unserer Psychiatrischen Institutsambulanz behandeln wir schwere psychische Störungen älterer Menschen, zum Beispiel Psychosen, depressive Störungen und Demenzerkrankungen.

Das Besondere an unserem Behandlungsangebot für ältere Menschen mit psychischen, vor allem mit dementiellen Störungen, ist die Mobilität unseres Behandlungsteams: Wer nicht in die Seniorensprechstunde kommen kann, wird zu Hause in der eigenen Wohnung oder im Heim besucht.

Kontakt

Haus Süßeck am Bethel-Eck
Gadderbaumer Straße 33
33602 Bielefeld

Sekretariat
Karin Lohmeier
Tel.: 05 21 - 772 7 85 24
E-Mail

Termin nach Vereinbarung

Ein spezielles Angebot ist die Gedächtnissprechstunde zur Abklärung fraglicher Demenzentwicklungen.
Die Diagnostik erstreckt sich in der Regel über drei Sitzungen und umfasst:

  • Psychiatrische Diagnostik (Anamnese, aktuelle Symptome, weitere Untersuchungen, möglichst mit Angehörigen)
  • Neuropsychologische Testung
  • Besprechung der Befunde, Beratung und Behandlungsempfehlungen

Bei Bedarf erfolgt eine kontinuierliche Weiterbehandlung.

Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)

Nachdem seit etwa 20 Jahren die Diagnose und Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) im Kindesalter drastisch angestiegen ist, hat sich in den letzten Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Symptome der Aufmerksamkeitsstörungen im Erwachsenenalter nicht immer "verwachsen", sondern häufig eine Symptomatik zurückbleibt, die die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt und zusätzlich andere Störungen (wie Depression, Alkoholabhängigkeit et cetera) hervorbringt.

Seit 2004 hat unsere Psychiatrische Institutsambulanz im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) eine strukturierte Intensivdiagnostik aufgebaut, in der über circa fünf Sitzungen die Diagnose gesichert wird. Dabei werden neben wichtigen Daten aus der Vorgeschichte, der aktuellen Symptomatik und Verhaltensbeobachtungen auch computergestützte Aufmerksamkeitstestungen durchgeführt. Wenn sich die Diagnose bestätigt, wird eine Behandlung empfohlen, die sowohl eine angemessene Medikation umfasst, als auch ein ADHS-spezifisches Trainingsprogramm in der Gruppe. Auch ein psychotherapeutisch orientiertes "Coaching" kann in unserer Institutsambulanz erfolgen. In der Entwicklung befindet sich aktuell der therapeutische Einsatz von Biofeedback zur Verbesserung der Selbststeuerungsfähigkeit.

Mit Diagnostik, Medikamentenverordnung und Gruppentraining sowie Einzelbegleitung halten wir somit ein komplettes Programm für ADHS im Erwachsenenalter vor.

Eine statistische Auswertung der Daten ist in Vorbereitung.

Traumaambulanz

Für psychische Folgen akuter Traumatisierungen bietet unsere Psychiatrische Institutsambulanz im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) sofortige Hilfe durch eine Kurzintervention über wenige Behandlungsstunden an:

  • nach Gewalt-Übergriffen: in Kooperation mit dem LWL-Versorgungsamt über das Opferentschädigungsgesetz ist es möglich, unbürokratisch und rasch professionelle Hilfe zu beanspruchen
  • nach Gewalterfahrungen am Arbeitsplatz: hier wird die Kurzintervention über die Berufsgenossenschaften finanziert
  • nach belastenden Unfällen und anderen Lebenskatastrophen
  • zur Bewältigung von persönlichen Verlusten und komplizierter Trauer (siehe unten: "Sprechstunde für Trauernde").

Die frühzeitige Intervention dient zur Behandlung akuter Symptome (wie zum Beispiel ein Wiedererleben des Traumas in Erinnerungen oder Alpträumen, Vermeidungen von bestimmten Situationen, eingeschränkte Gefühle, Schlafstörungen und zahlreiche andere Stresssymptome) und soll außerdem verhindern, dass sich eine anhaltende posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt.

Sollte nach Abschluss der Kurzintervention noch Behandlungsbedarf bestehen, sorgen wir für eine entsprechende Weiterführung der Therapie.

Die Ergebnisse der Arbeit in der Traumaambulanz werten wir kontinuierlich wissenschaftlich aus.

Gruppentherapien

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Psychiatrischen Ambulanz im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) liegt schon seit den 1980-er Jahren auf der Gruppentherapie. Die Gruppen und ihre Inhalte werden anhand des aktuellen Bedarfs und der Verteilung unserer Patientenzusammensetzung kontinuierlich weiterentwickelt oder ergänzt.

Neben störungs- und problemspezifischen Angeboten finden auch zahlreiche störungsübergreifende und soziotherapeutische Gruppen statt, die die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung im Einzelkontakt in vielen Fällen ergänzen oder komplettieren.

Über die Gruppentherapien hinaus bietet die Institutsambulanz regelmäßig soziotherapeutische Gruppenaktivitäten an (zum Beispiel in Form von Ausflügen, Ausstellungsbesuchen, et cetera).

Gruppentherapien in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA)

  1. Störungsübergreifende Gruppen
    • Gruppentraining sozialer Kompetenz
    • „PIA-Treff“ für ältere Menschen
    • Soziotherapeutische Gruppe für Männer
    • Soziotherapeutische Gruppen für Frauen
    • Ambulanzcafe für alle Patienten

  2. Störungsspezifische Gruppen
    • Interpersonelle Therapiegruppe (IPT) für Patienten mit depressiven Störungen
    • Seniorengruppe Depression
    • Psychoedukatives Programm zur Vermittlung von Wissen über Psychosen
    • Gesprächsgruppe für Psychose-Erfahrene
    • Fertigkeitentraining der Dialektisch behavioralen Therapie (DBT) für Borderline- (emotional instabile) Persönlichkeitsstörungen mit und ohne begleitende Suchtprobleme
    • Gruppenprogramm für PatientInnen mit Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS)
    • Rückfallprophylaxegruppe für ältere Patienten mit chronischen Abhängigkeitserkrankungen
    • Frauenspezifische Rückfallprophylaxegruppe bei Alkoholabhängigkeit

"Gesund und Fit"

Das Programm "Gesund und Fit" wurde 2007 in unserer Psychiatrischen Institutsambulanz im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) entwickelt. Es ist zur Förderung eines gesundheitsbezogenen Lebensstils bei Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen gedacht, die oft unter Bewegungsmangel und Gewichtsproblemen leiden. Das Projekt wurde durch die „Aktion Mensch“ gefördert.

Zu dem Programm „Gesund und fit“ gehören drei Trainingssäulen:

  1. Eine Bewegungsgruppe sowie individuelle Sportangebote
  2. ein Kochkurs mit theoretischen Hinweisen zu gesunder Ernährung und
  3. eine Gesprächsgruppe, in der Aktivität, Selbstverantwortung und positive Erfahrungen mit Körper und Seele geplant, geübt, nachbesprochen und in einem persönlichen „Gesundheitsbuch“ dokumentiert werden.

Nach Abschluss des Programms, das über drei Monate läuft, gibt es angeleitete Möglichkeiten, die gewonnene Fitness aufrechtzuerhalten, zum Beispiel in Kooperation mit dem Betheler Sporttherapeutischen Dienst, durch Eintritt in einen Sportverein et cetera.

Eine neue Gruppe kann jeweils bei genügend Teilnehmenden gestartet werden.

Sprechstunde für Trauernde

Trauer ist die Verarbeitung eines Verlustes. Wenn man einen nahen Menschen verloren hat, ist Trauer notwendig und sinnvoll, um der Zukunft irgendwann wieder positiv entgegengehen zu können. Was in der Trauer erlebt wird, kann sehr unterschiedlich sein und hängt von vielen Faktoren ab. Trauer ist also ein Prozess, der notwendig und durchaus normal ist. Allerdings kommt es in manchen Trauerfällen mit Nachdruck und längerdauernd zu belastenden psychischen Symptomen. Dann kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Für diese Situationen haben wir folgende Unterstützungsangebote entwickelt:

  • Klärung, Beratung und Information für Trauernde, die ihre Gefühle, Erlebnisse und Impulse in der Trauer nicht einordnen können und sich fragen, ob ihr Erleben normal ist
  • Klärung und Behandlung / Behandlungsplanung für Trauernde, deren Trauerprozess im Lauf der Monate nicht leichter, sondern eher schwerer geworden ist
  • Klärung und Behandlung / Behandlungsplanung bei begleitenden psychischen Störungen (wie Depression und Angststörungen) im Trauerprozess
  • Therapeutische Unterstützung von Angehörigen schwerstkranker Menschen
  • Therapeutische (Sofort-)Hilfe bei besonders dramatischen Todesfällen wie
    • Totgeburt eines Kindes
    • Tod nach Frühgeburt eines Kindes
    • Suizid eines Angehörigen
    • gewaltsamer Tod eines nahen Angehörigen

Psychiatrische Haftnachsorgeambulanz (pHNA) | Forensische Fachambulanz

Der Anteil psychisch gestörter Gefangener in den Justizvollzugsanstalten ist sehr hoch. Mehr als 85 Prozent der inhaftierten Männer und Frauen leiden an Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder anderen seelischen Erkrankungen. Meist bestehen sogar mehrere Störungen gleichzeitig.

Das Rückfallrisiko unbehandelter Täterinnen und Täter ist hoch. In den ersten zwei Jahren nach der Haftentlassung ist es am höchsten.

71 Prozent aller Gefangenen sind vorbestraft. 80 Prozent von diesen sogar mehrfach. Da die Straffälligkeit oft mit der psychischen Störung zusammenhängt, kann eine gute Behandlung Rückfälle vermeiden.

Im Maßregelvollzug wurde 2004 eine flächendeckende Nachsorge eingerichtet, die sich sehr bewährt hat. Seit 2013 gibt es nun in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium NRW in Bielefeld auch für bis zu 20 entlassene Strafgefangene aus Justizvollzugsanstalten die Möglichkeit einer entsprechenden Nachsorge.

Voraussetzungen

Das Hilfsangebot ist für Menschen mit folgenden Voraussetzungen konzipiert:

  • Es liegt eine psychische Störung vor.
  • Der/die Betroffene ist Bielefelder/in.
  • Der/die Betroffene hat Führungsaufsicht zu erwarten (i.d.R. nach mehr als 2 Jahren Haft).

Die Art des Deliktes spielt für die Aufnahme keine Rolle.

Konzept

Das Konzept sieht vor:

  • Kontaktaufnahme zu der oder dem Gefangenen bereits bis zu neun Monaten vor der Haftentlassung
  • Bestandsaufnahme der psychischen und sozialen Situation. Herausarbeitung von Ressourcen und Chancen sowie potentiellen Risiken und Frühwarnzeichen.
  • Planung und Durchführung der notwendigen Unterstützungsmaßnahmen im Netzwerk der Straffälligenhilfe (ggf. Begleitung von Ausgängen vor der Haftentlassung).
  • Nach der Haftentlassung mehrmals wöchentlich aufsuchende Unterstützung / Behandlung innerhalb einer halbjährigen Intensivphase. Anschließend weiter regelmäßige (aber seltenere) aufsuchende Unterstützung für ca. zwei Jahre.

Kontakt

Psychiatrische Haftnachsorgeambulanz Bethel
Forensische Fachambulanz Bethel
Gadderbaumer Straße 31
33602 Bielefeld
E-Mail

Ansprechpartner:
Simone Beintmann
Mobil: 01 73 | 8 59 65 49

Dr. med. Bernhard Mayr
Tel.: 05 21 | 7 72- 7 87 43

Dipl.-Psych. Jan Cronshage
Mobil: 01 74 | 1 63 4 3 74

Dr. med. Carl-Ernst von Schönfeld
Tel.: 05 21 | 7 72-7 87 40

Download

Handzettel Psychiatrische Haftnachsorgeambulanz (pHNA) Bethel (PDF, 530 KB)

Bielefelder ambulantes Intensiv-Depressionsprogramm (BID)

Das Bielefelder ambulante Intensiv-Depressionsprogramm) ist ein integriertes Versorgungsprogramm für Versicherte der Betriebskrankenkassen in Kooperation unserer Psychiatrischen Institutsambulanz, mit den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten im Ärztenetzwerk "medi-owl".

Eine Depression ist eine häufige und behandlungsbedürftige Erkrankung, die die Lebensqualität und die Funktionsfähigkeit in Alltag und Beruf nachhaltig beeinträchtigen kann. Oftmals ist es für depressiv Erkrankte schwierig, im ambulanten Sektor möglichst rasch und intensiv Behandlung zu finden. Aus diesem Grund wurde in Bielefeld ein Programm der Integrierten Versorgung zwischen

  • Betriebskrankenkassen
  • Nervenärzten und Psychologischen Psychotherapeuten (vertreten durch medi-owl)
  • Psychiatrische Institutsambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB)

entwickelt mit dem Ziel, bei einer depressiven Erkrankung eine kurzfristig zu erreichende ambulante Intensivbehandlung für depressive Patienten im mittleren Lebensalter zur Verfügung zu stellen, und damit Krankheits- und Ausfallzeiten zu verkürzen. Das antidepressive Intensiv-Behandlungsprogramm existiert seit Sommer 2007.

Wenn der Verdacht besteht, dass eine depressive Erkrankung vorliegt, erfolgt zunächst ein sogenanntes Screening durch den Hausarzt, den behandelnden psychiatrischen Facharzt oder Psychotherapeuten oder durch unsere Psychiatrische Institutsambulanz. Anschließend erfolgt innerhalb weniger Tage eine klärende psychiatrische Eingangsuntersuchung, in der festgestellt wird, ob das ambulante BID-Programm die passende Behandlungsmöglichkeit darstellt.

Bereits innerhalb der nächsten beiden Wochen, nach Vorliegen der Kostenzusage durch die Betriebskrankenkasse (BKK), beginnt das BID-Behandlungsprogramm.

Das Programm erstreckt sich über sechs bis maximal 16 Wochen und umfasst pro Woche folgende Elemente:

  • Behandlungstermin bei Ihrem Psychiater
  • Einzelpsychotherapie
  • Gruppenpsychotherapie
  • Sport, Bewegung, Entspannung sowie
  • Sozialarbeiterische Unterstützung

Weitere Informationen sind bei den Betriebskrankenkassen oder bei uns in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) erhältlich.

Ambulante Krisenintervention

Für Menschen in akuter psychischer Krise bauen wir aktuell in enger Kooperation mit der Kriseninterventionsstation der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) ein dreiwöchiges Kurzprogramm mit intensiv-ambulanter Behandlung in Gruppe und Einzeltherapie auf. Im Behandlungszeitraum wird auch der weitere Therapiebedarf geklärt und gegebenenfalls eingeleitet.