4 Millionen Euro: Universität erhält MRT für Forschung
Großgerät per Kran in Räumlichkeiten des Evangelischen Klinikums Bethel gehoben
Der MRT-Scanner wurde angeliefert und per Kran in einen speziellen Raum herabgelassen. Foto: Universität Bielefeld/Mike-Dennis Müller
Die Universität Bielefeld hat einen Magnetresonanztomographen (MRT) für rund vier Millionen Euro angeschafft, gefördert aus dem Großgeräteprogramm der Länder. Der MRT-Scanner wurde mit einem Kran in spezielle Räumlichkeiten des EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel – gehoben. Solche Geräte liefern detaillierte Aufnahmen des Körperinneren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität nutzen das Gerät künftig für die Forschung, etwa zu Hirnfunktionen oder Krankheitsverläufen.
Das neue System wird allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bielefeld zur Verfügung stehen, die mit bildgebenden Verfahren arbeiten, um Körperfunktionen und -abläufe zu erforschen. Dies schließt alle forschenden Medizinerinnen und Mediziner des Universitätsklinikums OWL ein.
Beantragt wurde das Gerät kooperativ von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät OWL, der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft und der Fakultät für Biologie. Der Antrag wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) begutachtet. Die Förderung in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro kommt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, den übrigen Anteil steuert die Universität bei. Ein Kooperationsvertrag regelt die Nutzung der Räumlichkeiten, die vom EvKB bereitgestellt und mit Mitteln der Universität für die Nutzung des Geräts umgebaut wurden.
Der Campus Bielefeld-Bethel des Universitätsklinikums OWL wurde als Standort für das MRT gewählt, weil er klinischen Probandinnen und Probanden und Patientinnen und Patienten, die an Forschungsprojekten teilnehmen, kurze Wege zu den wissenschaftlichen Untersuchungen ermöglicht.
Um das wuchtige MRT-Großgerät in das Gebäude am Grenzweg 14 zu heben, musste ein Teil eines Flachdachs abgehoben werden. Es dauerte gut eine Stunde, bis die Maschine behutsam in das Gebäude manövriert war. Ab Herbst soll das Gerät in Betrieb gehen. Die Trägerschaft liegt beim Rektorat, der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft sowie der Medizinischen Fakultät OWL.
Magnetresonanztomographen, auch Kernspintomographen genannt, ermöglichen detaillierte Einblicke in den Körper – ganz ohne Röntgenstrahlung. Mithilfe starker Magnetfelder und Radiowellen regen sie Wasserstoffkerne im Körper an. Aus den dabei entstehenden Signalen berechnet ein Computer präzise Bilder von Organen und Geweben. Spezielle Verfahren machen zudem Veränderungen sichtbar, die Rückschlüsse auf die Aktivität des Gehirns erlauben. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Medizin über Psychologie und Biologie bis zur Linguistik. Das neue 3-Tesla-MRT-System verfügt über sehr leistungsstarke Gradienten (zusätzliche Magnetspulen), mit denen sich besonders hochauflösende und schnelle Aufnahmen erstellen lassen. Mit seinen Funktionen erweitert der MRT-Scanner die Forschungsinfrastruktur der Universität und eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg.
Um den mehrere Tonnen schweren MRT-Scanner ins Gebäude zu bringen, war eine begrünte Dachfläche freigeräumt worden. Direkt vor der Einbringung des MRT-Geräts wurde ein Teil des Flachdachs abgehoben. Foto: Universität Bielefeld/Mike-Dennis Müller
Gut eine Stunde dauerte es, bis die sperrige Maschine präzise in das Gebäude manövriert und ausgerichtet war. Foto: Universität Bielefeld/Mike-Dennis Müller
Nach der Lieferung wird der MRT-Scanner angeschlossen, eingerichtet und geprüft, sodass er ab Herbst in Betrieb gehen kann. Foto: Universität Bielefeld/Mike-Dennis Müller
Zahlen zum MRT-Scanner
- Hersteller: Siemens Healthineers
- Modell: MAGNETOM Cima.X
- Magnetfeldstärke: 3 Tesla
- Ausmaße: ca. 2,5 mal 2 Meter
- Gewicht Magnet: 5,5 Tonnen
Forschung und Lehre
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Forschung & Lehre
Fortschritte in der Medizin voranbringen und Bewährtes durch Lehre festigen – dieses Prinzip hat im EvKB Tradition. Hochkomplexe Entwicklungen sind erst durch umfassende Forschung in Diagnostik und Therapie in allen medizinischen Bereichen wie auch in der Pflege möglich. Als Teil des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld führen wir eigene Forschungsprojekte durch und kooperieren darüber hinaus mit zahlreichen nationalen und internationalen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Aktuelle Forschungsprojekte und Studien
Folgende Forschungsprojekte und Studien führen wir zurzeit in unseren Kliniken durch:
20 years experience in Tracheal surgery
Die Klinik für Thoraxchirurgie im EvKB ist eine der größten Kliniken Deutschlands, die sich mit Trachea-Resektionen bei Trachea-Stenosen und Krebs beschäftigt. Zurzeit wird eine Klinische Studie unter dem Titel: “20 years experience in Tracheal surgery“ betrieben.
Beteiligte Klinik
CRESCENT
Chronische Schmerzen bei Patient*innen mit und ohne entzündlich rheumatische Erkrankung in der Primär- und Sekundärversorgung: transsektorale Bestandsaufnahme, Überprüfung einer neuen Überweisungsstrategie und Analyse von Kontextfaktoren
Beteiligte Klinik
Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
Delir – Prävention und Behandlung von Verwirrheitszuständen des alten Menschen nach Verletzungen
EvKB-interne Arbeitsgruppe „Delir – Prävention und Behandlung von Verwirrheitszuständen des alten Menschen nach Verletzungen“
Beteiligte Klinik
DigiSep-Trial: Optimierung der Sepsis-Therapie auf Basis einer patientenindividuellen digitalen Präzisionsdiagnostik
Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten Interventionsstudie vergleichen die Forschenden, ob die Kombination aus digitaler Präzisionsdiagnostik, Expertenaustausch und Standarddiagnostik der reinen Standarddiagnostik bei einer Sepsis überlegen ist. Das Projekt wird om Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,1 Millionen Euro gefördert.
Beteiligte Kliniken / Abteilungen
Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
Klinische Infektiologie
E-PROPS
Die E-PROPS-Studie (European PROspective Penile Cancer Study) wurde durch eine europäische Arbeitsgruppe initiiert, um das therapeutische Vorgehen beim Peniskarzinom kritisch zu evaluieren und neue Standards zu etablieren. Die Studie umfasst drei aufeinander aufbauende Module. Zunächst wird durch strukturierte Fragebögen das aktuelle Wissen und therapeutische Management bezüglich des Peniskarzinoms in verschiedenen europäischen Zentren erfasst. In der Folge soll eine retrospektive multizentrische Studie die Ergebnisse der Patienten mit Peniskarzinom in den letzten 10 Jahren abbilden. Schließlich wird eine große prospektive, multizentrische Studie durchgeführt, hierbei wird zusätzlich eine umfassende Gewebs- und Blutserum-Datenbank aufgebaut werden.
Beteiligte Klinik
EvEnt-PCA-Studie
Evaluation einer patientenorientierten Entscheidungshilfe bei nicht metastasiertem Prostatacarcinom
Beteiligte Klinik
g-RAMPP-Studie
Multizentrische prospektive randomisierte Studie zur Evaluierung des Effektes der medikamentösen Standardtherapie mit oder ohne radikale Prostatektomie (RP) bei Patienten mit einem begrenzt ossär metastasierten Prostatakarzinom
Beteiligte Klinik
MIPS-Studie
Geschlechtsspezifische Unterschiede in der TRESK-TRPV1 Signaltransduktion in induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSC)-abgeleiteten sensorischen Neuronen von Migräne-Patient*innen
Beteiligte Abteilungen
Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
Bereich Hochschulambulanz Schmerzmedizin
Univ.-Prof. Dr. med. Wilfried Witte, M.A.
Leiter Schmerztherapie
Dr. rer. nat. Oliver Dräger (Universität Bielefeld)
Dr. rer. nat. Beatrice A. Windmöller (Universität Bielefeld)
NO-HARM. Intraoperative fresh gas flow and ventilation settings in Germany
Deutschlandweite Punkterhebung zur Bestimmung der intraoperativen Beatmungseinstellungen und Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit Narkosegasen.
Beteiligte Klinik
Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
Pat.: (COS-EURAMOS)
Lungenmetastase bei Osteosarkom Pat.: (COS-EURAMOS), die Klinik für Thoraxchirurgie im EvKB ist ein Referenzzentrum für die bekannte Sarkomstudie.
Beteiligte Klinik
Scope
Non-interventional study to evaluate the influence of the sequence in which Cabazitaxel is applied on the outcome of patients with metastatic castration-resistant prostate cancer treated with Cabazitacel
Beteiligte Klinik
Single center experience with the digital thoracic drainage systems
Die Klinik für Thoraxchirurgie im EvKB ist eine führende Klinik in der Region Ostwestfalen-Lippe, die die elektrische digitale Thoraxdrainage eingesetzt hat. Zurzeit läuft eine klinische Studie.
Beteiligte Klinik
SIMoN-Studie
Stopp der Isolation von Patienten mit Multiresistenten gramnegativen Erreger (3-MRGN) auf deutschen Intensivstationen
Beteiligte Klinik
Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
Thoraxwand surgery, experience und limitations
Die Trichterbrust ist einer der wichtigsten Schwerpunkte der Klinik für Thoraxchirurgie im EvKB, wir führen die minimal-invasive Korrektur nach Nuss durch. Zurzeit läuft eine klinische Studie unter dem Titel: „Thoraxwand surgery, experience und limitations“.
Beteiligte Klinik
Forschung in der Psychiatrie
Forschung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Forschung in der Kinder- und Jugendmedizin