Digitale Hilfe für die Zeit nach dem Entzug: Kombinierte Online-Therapie will Rückfallrisiko senken
Mit der vom gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) in Höhe von 4,5 Millionen Euro geförderten Studie „EVA-RADIUS“ startet das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) ein innovatives Versorgungskonzept, kombiniert aus Online- und persönlicher Therapie, das die Behandlung von Menschen nach einem Alkoholentzug entscheidend verbessern soll. Denn für die meisten Betroffenen beginnt nach dem Entzug eine Phase mit hohem Rückfallrisiko und fehlenden Therapieangeboten.
Helfen dabei, eine Versorgungslücke zu schließen: Univ.-Prof. Dr. med. Martin Driessen, Alica Stuke und Martina Bertino aus dem EvKB (v. l.).
Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen alkoholabhängig – mit Folgen, die von schweren körperlichen und psychischen Problemen bis hin zu erheblichen Belastungen im sozialen und beruflichen Umfeld reichen. „Wichtig ist, dass Betroffene wissen: Sie können etwas tun und in spezialisierten Einrichtungen wie Bethel wirksame Hilfe erhalten“, betont Univ.-Prof. Dr. med. Martin Driessen, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im EvKB.
Während ein Alkoholentzug für viele Betroffene ein wichtiger Schritt ist, fehlt nach der Entlassung oft die Anschlussbehandlung: Nur rund zehn Prozent der Patientinnen und Patienten erhalten zeitnah eine ambulante Psychotherapie oder Rehabilitation. Genau hier setzt „EVA-RADIUS“ an. Die Studie kombiniert persönliche therapeutische Gespräche mit der Online-Anwendung „RADIUS“, einem interaktiven Programm, das eine kontinuierliche Begleitung nach dem Entzug ermöglicht. „Das Programm bietet tägliche Impulse, fragt Stimmungen und Risikosituationen ab und hält alle Therapieinhalte weiter verfügbar“, erklärt Projektleiterin Martina Bertino. Über das Tool können Betroffene zudem jederzeit Nachrichten an ihr Therapeutenteam senden. Die digitalen Informationen machen die persönlichen Sitzungen effizienter, sodass mehr Menschen eine nahtlose Weiterbehandlung erhalten können.
Das Konzept basiert auf dem bewährten „Community Reinforcement Approach“ (deutsch: gemeindepsychiatrischer Verstärkeransatz), der individuelle und erreichbare Ziele in den Mittelpunkt stellt – sei es der Wiedereinstieg in den Beruf, die Wiedererlangung des Führerscheins oder des Kontaktes zu Kindern. Auch eine reduzierte Trinkmenge kann ein Erfolg sein. Ein Rückfall gilt nicht als Scheitern, sondern als möglicher Teil des therapeutischen Weges. Die Studie wird durch den Innovationsfonds mit 4,5 Millionen Euro gefördert und 2024 gestartet. Bereits rund 50 Teilnehmende aus dem EvKB wurden eingeschlossen, weitere sind willkommen. Zufällig zugeordnet erhalten sie entweder das neue Versorgungskonzept oder die konventionelle Therapieform. „Alkoholsucht ist keine Willensschwäche“, betont Prof. Driessen. „Entscheidend ist der Mut, Hilfe anzunehmen – und jeder Schritt kann etwas bewegen.“
Partner der Studie „EVA-RADIUS“
- Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
- Universitätsklinikum Essen
- Health & Medical School Potsdam
- Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam
- Circumradius (Entwicklung der Anwendung „RADIUS“)
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
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Medizinstudium
am Campus Bielefeld-Bethel
Unser Motto: „Wir bilden Zukunft aus.“ Das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara sind Teil des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld: der Campus Bielefeld-Bethel. Mit dem Studienstart des Modellstudiengangs Humanmedizin im Wintersemester 2021/2022 an der Universität Bielefeld werden Studierende der Humanmedizin Teile ihrer klinischen Ausbildung in unserem Betheler Klinikum absolvieren. Das EvKB und das Krankenhaus Mara bieten hierfür mit einem breiten medizinischen Spektrum, vielen seltenen Spezialisierungen und spannenden Forschungsaktivitäten hervorragende Möglichkeiten für die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte der nächsten Generation.
Beauftragte für die Lehre
Berufene W3-Professorinnen und -Professoren und Arbeitsgruppenleiterinnen und -leiter
Univ.-Prof. Dr. med.
Christian G.
Bien
Professur "Epileptologie"
Direktor der Universitätsklinik für Epileptologie im Krankenhaus Mara
Tel: 0521 772-78871
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil.
Udo
Dannlowski
Professur "Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik"
Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am EvKB
Tel: 0521 772-78450
Univ.-Prof. Dr. med.
Eckard
Hamelmann
Professur "Kinderheilkunde"
Ärztlicher Direktor des Kinderzentrums, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am EvKB
Tel: 0521 772-78059
Univ.-Prof. Dr. med.
Stefanie
Horndasch
Professur "Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie"
Direktorin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am EvKB
Tel: 0521 772-76967
Univ.-Prof. Dr. med.
Philipp M.
Lepper
Professur “Innere Medizin, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin”
Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin
Tel: 0521 772-77501
Univ.-Prof. Dr. med.
Omid
Nikoubashman
Professur “Neuroradiologie”
Direktor des Universitätsinstituts für Neuroradiologie
Tel: 0521 772-79081
Univ.-Prof. Dr. med.
Sebastian
Rehberg
Professur "Anästhesiologie und Intensivmedizin"
Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin, Transfusionsmedizin und Schmerztherapie am EvKB
Tel: 0521 772-79102
Univ.-Prof. Dr. med.
Tanja
Sappok
Professur "Medizin für Menschen mit Behinderung, Schwerpunkt psychische Gesundheit"
Direktorin der Universitätsklinik für Inklusive Medizin am Krankenhaus Mara
Univ.-Prof. Dr. med.
Wolf-Rüdiger
Schäbitz
Professur "Neurologie"
Direktor der Universitätsklinik für Neurologie am EvKB
Tel: 0521 772-78300
Univ.-Prof. Dr. med.
Jan
Schulte am Esch
Professur "Allgemein- und Viszeralchirurgie"
Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am EvKB
Tel: 0521 772-77413
Univ.-Prof. Dr. med.
Matthias
Simon
Professur "Neurochirurgie"
Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie am EvKB
Tel: 0521 772-78350
Univ.-Prof. Dr. med.
Thomas
Vordemvenne
Professur "Unfallchirurgie"
Direktor der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am EvKB
Tel: 0521 772-77418
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