Kooperation mit Hospiz Bethel e. V.: „Bekenntnis zu gewachsener Zusammenarbeit“
Das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara haben eine Kooperation mit dem Hospiz e.V., Bethel geschlossen und damit die Möglichkeiten für Patienten und ihre Angehörigen zur Begleitung am Lebensende erweitert.
Zusammenarbeit auf einem neuen Level: (vordere Reihe, v. l.) Dr. Matthias Ernst, Vorsitzender Geschäftsführer Krankenhaus Mara, Geschäftsführer EvKB, Mario Höfel, erster Vorsitzender Hospiz e.V., Bethel, Thorsten Kaatze, Vorsitzender Geschäftsführer EvKB und Geschäftsführer Krankenhaus Mara, (hintere Reihe, v. l.) Christine von der Marwitz, Vorstandsmitglied Hospiz e.V., Bethel, Dennis Kuchenbecker, Hospizkoordinator Hospiz e.V., Bethel für EvKB und Mara und Tanja Kirchner, Leitung Klinische Ethik im EvKB und Krankenhaus Mara, freuen sich über die Vertragsunterzeichnung. Foto: Mario Haase
Schwerstkranken oder sterbenden Personen Zeit und Zuwendung zu schenken, den Angehörigen eine Atempause zu verschaffen oder letzte Wünsche zu erfüllen wie noch einmal ein Fußballspiel miterleben zu dürfen: Die Arbeit der Ehrenamtlichen des Hospiz e.V., Bethel ist für viele Menschen von unschätzbarem Wert.
Durch einen neu geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen dem Hospiz e.V., Bethel, dem Krankenhaus Mara und dem EvKB profitieren Patienten und Angehörige ab sofort an allen Standorten des Betheler Klinikums von der individuellen Begleitung Ehrenamtlicher, die seit 2002 schrittweise in die Klinikstrukturen integriert wurde und sich zu einem umfassenden Netzwerk entwickelt hat.
„Die Hospizarbeit in Bethel hat Tradition. Deshalb freuen wir uns sehr darüber, mit der Kooperationsvereinbarung unser Bekenntnis zu dieser gewachsenen Zusammenarbeit zu untermauern“, erklärt Thorsten Kaatze, Vorsitzender Geschäftsführer des EvKB und Geschäftsführer des Krankenhauses Mara.
Der neue Vertrag stärkt die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Hospizverein auf struktureller, fachlicher und werteorientierter Ebene und stellt sie auf eine neue verbindliche Basis. Er enthält gemeinsam erarbeitete Standards wie Verantwortlichkeiten und Koordinationsstellen sowie Qualifizierung, Einsatz und Supervision der Ehrenamtlichen.
„Wir sind sehr dankbar für die qualifizierte Unterstützung durch die Ehrenamtlichen, denn der Bedarf ist groß“, schildert Dr. Matthias Ernst, Vorsitzender Geschäftsführer des Krankenhauses Mara und Geschäftsführer des EvKB.
„Im vergangenen Jahr haben wir 55 Menschen im Klinikumfeld begleitet, in diesem Jahr bereits 83“, erklärt Mario Höfel, erster Vorsitzender des Hospiz e.V., Bethel und ergänzt: „Obwohl sich viele Menschen wünschen, zu Hause zu sterben, versterben rund 50 Prozent im Krankenhaus.“ Möglich ist auch eine sektorenübergreifende Begleitung von Patienten, die zum Beispiel nach dem Klinikaufenthalt nach Hause entlassen werden.
Im Beisein von Christine von der Marwitz und Birgit Schlüter aus dem Vereinsvorstand unterzeichnete Mario Höfel den Vertrag stellvertretend für 120 Ehrenamtliche. „Wir freuen uns, die wertschätzende Zusammenarbeit auf neuer Basis fortzusetzen und uns von ganzem Herzen noch stärker für mehr Lebensqualität am Lebensende einzusetzen“, ergänzt er.
Patienten und ihre Angehörigen können sich an die Mitarbeitenden in Bethel und Mara oder an Hospizkoordinator Dennis Kuchenbecker wenden. „Wir sind da, wenn das Leben geht“, unterstreicht er.
Tanja Kirchner, Leitung Klinische Ethik und verantwortlich für die Anbindung der Hospizarbeit im Betheler Klinikum, fasst zusammen: „Am Ende nicht allein zu sein und in Würde gehen zu dürfen, ist fest in unseren gemeinsamen Werten verankert und maßgeblich für unser Handeln.“
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T. Adolph
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