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Seltenes Glück: Eineiige Drillinge im EvKB geboren
Manche Familien bekommen Nachwuchs. Andere bekommen gleich ein kleines Wunder. Und dann gibt es noch die Familie aus Bielefeld-Schildesche, die jetzt im EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel – gleich drei kleine Sensationen begrüßen durfte: eineiige Drillingsmädchen – entstanden aus einer spontanen Schwangerschaft, was extrem selten ist.
Mara und Max Deboer freuen sich dreifach. In ihren Armen halten sie Klara, Romy und Jette (v.l.n.r.). Fotos: Mario Haase
Als Mara Deboer in der 9. Schwangerschaftswoche zur Ultraschalluntersuchung ging, rechneten sie und ihr Mann Max mit allem – nur nicht mit drei Kindern. „Dann hat der Frauenarzt am Monitor durchgezählt“, erinnert sich das Paar. „Wir haben uns spontan sehr gefreut“, erinnern sich beide. „Davor hatten wir nicht einmal mit Zwillingen gerechnet.“
Um 10:43 Uhr kam am Montag Romy zur Welt, um 10:44 Uhr Klara und um 10:47 Uhr Jette. Jedes der Mädchen wiegt rund zwei Kilogramm. Dass sie alle drei direkt nach der Untersuchung zu Mama auf die Brust durften, war für Mara ein besonderer Moment: „Ich hätte mir nicht erträumt, dass die Kinder wieder so schnell bei mir sein können“, so die 33-jährige Zahnärztin.
Die Drillingsschwestern kamen sieben Wochen zu früh zur Welt, doch schon am zweiten Tag geht es ihnen prächtig. Ohne Beatmung konnten sie von der Intensivstation auf die Normalstation für Früh- und Neugeborene im Kinderzentrum Bethel wechseln. „Es sind starke Kinder“, freut sich Papa Max. Schon während der Schwangerschaft war klar, dass besondere medizinische Begleitung nötig ist. Ab der 20. Woche wurde Mutter Mara alle sechs Tage untersucht – unter anderem von Spezialisten der vorgeburtlichen Diagnostik im EvKB und zuletzt stationär in der Frauenklinik überwacht. Das Betheler Klinikum verfügt über ein Perinatalzentrum Level I – die höchste Versorgungsstufe in Deutschland. Solche Zentren sind darauf ausgelegt, Frühgeborene und Risikoschwangerschaften rund um die Uhr interdisziplinär zu betreuen, mit spezialisierter Geburtshilfe, Frühgeborenen-Intensivmedizin, Kinderchirurgie und Kinder-Anästhesiologie unter einem Dach. Die Eltern sind begeistert: „Vom ersten Tag bis heute ist die Versorgung hier phänomenal gut.“
„Dass sich eine einzige befruchtete Eizelle gleich mehrfach teilt, ist extrem selten“, erklärt Prof. Dr. Constanze Banz-Jansen, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im EvKB, die Teil des Perinatalzentrums ist. Die Wahrscheinlichkeit lässt sich nur schätzen. Sie liegt bei einem Fall unter Hunderttausenden bis Millionen Geburten. „Damit eineiige Drillinge entstehen, muss sich eine einzige befruchtete Eizelle mehrfach und zum genau passenden Zeitpunkten teilen – ein biologisch sehr unwahrscheinlicher Ablauf.“ Für Hebamme Eliftara Camli war es jedenfalls die erste Drillingsgeburt ihrer Laufbahn – und unvergesslich. Und sie war nicht allein: Für den Kaiserschnitt wurden gleich drei Hebammen benötigt.
Zu Hause wartet bereits eine dreijährige Tochter. Aus der dreiköpfigen Familie ist nun eine sechsköpfige geworden. Vater Max ist der einzige Mann im Haushalt – zumindest fast: „Der Hund ist auch noch männlich“, scherzt er. Und organisatorisch? „Jetzt gibt’s halt einen Bulli“, sagt der Vater pragmatisch. Trotz aller Seltenheit und medizinischer Besonderheiten wünschen sich Mara und Max vor allem eines: „Die Zeit rund um die Geburt war sehr besonders – aber wir möchten irgendwann einfach ein ganz normales Familienleben führen.“ Die Voraussetzungen dafür sind hervorragend.
Weitere Informationen
Perinatalzentrum Bielefeld
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
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