- Startseite >
- Presse & Termine >
- Ein „Urgestein“ hinterlässt große Fußspuren: Ludger Menebröcker war mehr als drei Jahrzehnte Vorsitzender der Mitarbeitervertretung im EvKB
Ein „Urgestein“ hinterlässt große Fußspuren: Ludger Menebröcker war mehr als drei Jahrzehnte Vorsitzender der Mitarbeitervertretung im EvKB
Ludger Menebröcker stand 32 Jahre als Vorsitzender an der Spitze der Mitarbeitervertretung im EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel – und des Krankenhauses Mara. Er spricht über Meilensteine seiner Arbeit, erzählt, wie er die zahlreichen Herausforderungen gemeistert hat und warum Bethel für ihn buchstäblich Familie ist – und bleibt.
Das Büro von Ludger Menebröcker ist kurz vor der Amtsübergabe an seine Nachfolgerin Gerhild Landwehr schon fast ausgeräumt. Die Worte hallen durch den Raum mit den kahlen Wänden und den leeren Regalen. Nachhallen wird auch das, was der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung in mehr als drei Jahrzehnten Amtszeit im EvKB maßgeblich mitgestaltet hat.
Dafür steht zum Beispiel ein Artikel in Bethels Magazin „Der Ring“ aus dem Jahr 1994, der ihm beim Aufräumen in die Hände gefallen ist. Damals hatte die Mitarbeitervertretung eine Ausstellung mit dem Titel „Mach meinen Kumpel nicht an“ organisiert. „Damit haben wir ein Zeichen gegen Rassismus am Arbeitsplatz gesetzt“, erinnert sich Ludger Menebröcker, der über den Zivildienst zur Pflege kam.
Kriegsdienst vor Gericht verweigert
Um den Kriegsdienst zu verweigern, musste er seinerzeit durch drei Instanzen gehen – bis zum Verwaltungsgericht nach Münster. 1982 startete der heute 64-Jährige, der sich auch ehrenamtlich in der Kirche engagierte, schließlich den Zivildienst im damaligen Marienhospital in seiner Heimatstadt Emsdetten. Eine Erfahrung, die sein Leben prägte.
„Der Kontakt zu den Menschen und sich ganzheitlich um sie zu kümmern, hat mich erfüllt.“ Deshalb bewarb sich Ludger Menebröcker um eine Ausbildung zum Pflegehelfer in den damaligen „Krankenanstalten Sarepta“. Mit Erfolg. 1983 startete er in Bethel und schloss eine Pflegeausbildung an, wurde Zeuge davon, wie zunächst elektrische Schreibmaschinen und später Computer die Arbeitswelt veränderten. „In dieser Zeit habe ich auch meine Frau kennengelernt“, erinnert er sich. Beeindruckt habe ihn „der Mensch“.
Bethel ist Familie
Mit seiner Frau, die bereits im Ruhestand ist, lebt er weiterhin in Bethel. Die Tochter und das Enkelkind sind dort geboren, sein Sohn ist im EvKB tätig. Stolz ist Ludger Menebröcker nicht nur auf seine Familie, sondern auch auf das beruflich Erreichte.
Nach der Ausbildungszeit absolvierte er eine Weiterbildung zum Praxisanleiter und war stellvertretender Stationsleiter, als er 1993 erstmals in die Mitarbeitervertretung gewählt wurde. „Ich hatte Freude daran, über den Tellerrand zu schauen, mich für die Kolleginnen und Kollegen einzusetzen und Entwicklungen mitzugestalten.“ Ende 1994 wurde er zum Vorsitzenden in Vollzeit gewählt – und initiierte Zahlreiches, das zur Tradition wurde.
Vom Betriebsfest bis zum Weihnachtsgeld
„In diesem Jahr feiern wir zum Beispiel das 31. Mal unser Betriebsfest, seit 20 Jahren führen wir unsere Herbstgespräche, bei denen es um Kommunikation und Miteinander geht, und wir haben als Mitarbeitervertretung das Betriebliche Gesundheitsmanagement auf den Weg gebracht.“
Auch die Fusion der Krankenhäuser Gilead und Johanneskrankenhaus im Jahr 2005 bleibt unvergessen – ebenso wie manche herausfordernden Gespräche. „Ich bin zum Beispiel stolz darauf, dass wir Kürzungen des Weihnachtsgeldes verhindern konnten.“
Mit Authentizität, Augenmaß und Bauchgefühl
In Gesprächen ist ihm wichtig, „sich nicht zu verstellen und authentisch zu bleiben“. Das rät er auch seinen Nachfolgern der neu gewählten Vertretung, die auf dem Mitarbeitervertretungsgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland basiert. „Ich lege außerdem Wert darauf, Menschen ohne Vorbehalte zu begegnen und mit Ruhe, Augenmaß und Bauchgefühl aus der Situation heraus zu handeln“, beschreibt er.
Unvergessen wird für ihn persönlich auch eine Fußballreise mit dem inklusiven Fanclub „Arminen-Schmiede“ bleiben, die sich überraschend zum Fünf-Sterne-Trip mit Mannschaftsanschluss entwickelte.
Mit Arminia und SCP im Fünf-Sterne-Hotel
Bei einem Besuch im Wintertrainingslager der Arminia, die seinerzeit von Norbert Meier trainiert wurde, blieb das eigentlich gebuchte Hotel mangels Touristen geschlossen – und die Reisegruppe zog kurzerhand mit ins Mannschaftshotel, wo zeitgleich auch der SC Paderborn mit dem damaligen Trainer Stefan Effenberg residierte. „Ich werde es nie vergessen, wie natürlich und selbstverständlich wir dort aufgenommen wurden.“
Sich ehrenamtlich für Menschen zu engagieren, ist etwas, was er sich auch für die Zeit nach seinem Ruhestand vorstellen kann, in den er Ende des Jahres geht. Bis dahin begleitet er im Team des Theologischen Direktors Philipp Katzmann Herzensprojekte wie das Betriebsfest oder die Herbstgespräche weiter. Und wo würde er sich gern nach 43 Berufsjahren ehrenamtlich engagieren? „Natürlich in Bethel“, sagt er und lacht.
Thorsten Kaatze, Vorsitzender Geschäftsführer im EvKB, dankt Ludger Menebröcker für sein Engagement in den zurückliegenden Jahren: „Ein konstruktiver und vertrauensvoller Austausch ist die Grundlage dafür, dass wir gute Lösungen für die Menschen im EvKB und im Krankenhaus Mara finden – für die Mitarbeitenden ebenso wie für die Patientinnen und Patienten. Ludger Menebröcker hat diesen Dialog über viele Jahre mit großem Engagement geprägt. Dafür gilt ihm mein herzlicher Dank. Gerhild Landwehr gratuliere ich zu ihrer Wahl als neue Vorsitzende und wünsche ihr für diese verantwortungsvolle Aufgabe viel Erfolg, Freude und eine gute Hand. Ich freue mich darauf, auch künftig im Austausch mit ihr und der MAV das EvKB und das Krankenhaus Mara weiterzuentwickeln.“
Allgemeine Nachrichten