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Erweiterte Behandlungsmöglichkeiten: EvKB baut robotisch-assistierte Medizin in OWL deutlich aus
Das EvKB - Evangelisches Klinikum Bethel - erweitert seine robotisch-assistierte Medizin deutlich: Mit zwei neuen hochmodernen Da-Vinci-Systemen stärkt das EvKB seine OP-Kompetenz in der Urologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Gynäkologie. Damit verfügt das EvKB künftig über drei Da-Vinci-Roboter: zwei am Standort Johannesstift für die Urologie sowie die Allgemein- und Viszeralchirurgie und erstmals einen Da-Vinci-Roboter im Haus Gilead I für die Thoraxchirurgie und Gynäkologie.
Drei Da-Vinci-Systeme bieten jetzt hochpräzise roboter-assistierte OP-Technologie im EvKB für Patientinnen und Patienten der Thoraxchirurgie, Gynäkologie, Allgemein- / Viszeralchirurgie und der Urologie, einer von ihnen steht nun auch im Haus Gilead I: (v.l.) Dr. Morris Beshay (Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie), Prof.in Dr. Constanze-Banz-Jansen (Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe), Univ.-Prof. Dr. Jan Schulte am Esch (Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie), Thorsten Kaatze (Vorsitzender Geschäftsführer des EvKB) und Prof. Dr. Jesco Pfitzenmaier (Chefarzt der Klinik für Urologie). v.l.n.r.
Das EvKB - Universitätsklinikum OWL am Campus Bielefeld-Bethel – gehört in OWL zu den Pionieren der robotisch-assistierten Medizin. Bereits 2010 erhielt das Klinikum als erstes Krankenhaus in OWL ein Da-Vinci-System für die Urologie, insbesondere für Prostataoperationen. Als erste Klinik ihres Faches in Bielefeld nahm dann auch die Allgemein- und Viszeralchirurgie vor zehn Jahren die Da-Vinci-Methode in ihr Leistungsspektrum auf, unter anderem bei Darmkrebs-, Magen- und Lebererkrankungen. Nun wird diese gewachsene Erfahrung gezielt weiterentwickelt.
„Die Botschaft hinter dem Ausbau lautet: mehr Präzision, mehr Spezialisierung und mehr Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten in der Region. Robotisch-assistierte Verfahren unterstützen die Operateurinnen und Operateure bei minimalinvasiven Eingriffen“, erklärt Thorsten Kaatze, Vorsitzender Geschäftsführer des EvKB.
Die Systeme ermöglichen eine hochauflösende, dreidimensionale Sicht auf das Operationsfeld sowie sehr präzise und kontrollierte Bewegungen der Instrumente. Mit sieben Freiheitsgraden sind die Instrumente so gelenkig wie die menschliche Hand und fördern somit das gewebeschonende minimal-invasive Operieren. Die Entscheidung für ein robotisch-assistiertes Verfahren erfolgt dabei immer individuell nach Krankheitsbild und medizinischer Indikation.
Pionierarbeit in der robotisch-assistierten Urologie
In der Urologie wird die Erfahrung aus mehr als anderthalb Jahrzehnten in Deutschland ausgebaut: Die Anschaffung des ersten Da-Vinci-Systems war 2010 eine Besonderheit für die Region. Eingeweiht wurde das System im März 2010 von der damaligen Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Was mit der robotisch-assistierten Operation von Prostatakrebs begann, ist heute fester Bestandteil der Behandlung weiterer komplexer urologischer Erkrankungen. Dazu gehören insbesondere Nierentumoren, bei denen häufig nur der erkrankte Teil der Niere entfernt werden kann, sowie Harnblasenkrebs, bei dem in bestimmten Fällen die vollständige Entfernung der Blase und die Bildung einer neuen Blase aus körpereigenem Darmgewebe erforderlich sind. Das Da-Vinci-System wird damit inzwischen routinemäßig bei einem breiten Spektrum großer urologischer Eingriffe eingesetzt.
Prominente Einführung: 2010 war der DaVinci eine Seltenheit in Deutschlands Krankenhäusern. So selten, dass sogar die damalige Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl an der Einführung des Roboters teilnahm. Prof. Dr. Jesco Pfitzenmaier, Chefarzt der Urologie, stellte ihr das System vor.
„Die Investition in die robotisch-assistierte Urologie hat sich für unsere Patientinnen und Patienten über viele Jahre bewährt“, weiß Prof. Dr. Jesco Pfitzenmaier, Chefarzt der Klinik für Urologie. „Die Zertifizierung unseres uroonkologischen Zentrums durch die Deutsche Krebsgesellschaft bestätigt kontinuierlich die hohe Qualität unserer Arbeit. Besonders bei der operativen Behandlung von Prostatakrebs spielen Erfahrung, Präzision und Ergebnisqualität eine entscheidende Rolle, etwa beim Erhalt von Kontinenz und Potenz. Dass wir diese Kompetenz durch erweiterte OP-Kapazitäten nun weiter ausbauen können, ist ein wichtiger Schritt für die urologische Versorgung in OWL.“
Zehn Jahre Da-Vinci-Methode-in der Allgemein- und Viszeralchirurgie
Auch die Allgemein- und Viszeralchirurgie erweitert am EvKB die seit 2016 etablierte DaVinci-assistierte Bauchchirurgie. Neben Darmkrebs gehören inzwischen auch Magen-, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen zum robotischen Leistungsspektrum. Das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Darmkrebszentrum steht dabei für spezialisierte operative Versorgung insbesondere von onkologischen Erkrankungen des Verdauungstraktes.
„Dass wir ein Jahrzehnt nach der Einführung der Da-Vinci-Methode in unserer Klinik nun den nächsten Ausbauschritt gehen, zeigt, welchen Stellenwert die robotisch-assistierte Chirurgie bei komplexen Eingriffen erreicht hat“, sagt Prof. Dr. Jan Schulte am Esch, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Bei komplizierten Operationen bzw. schwer im Bauchraum zugängigen Organen wie zum Beispiel an Leber sowie Dick- und Enddarm kommt es auf höchste Präzision auch in der Schlüsselloch-Chirurgie an. Der Ausbau unserer robotischen Kapazitäten spiegelt den Bedarf und zugleich die Qualität der Ergebnisse wider, die wir mit dieser Methode erreichen.“
Mit dem ersten Da-Vinci-System im Haus Gilead I wird die robotisch-assistierte Chirurgie zusätzlich auf die Thoraxchirurgie und die Gynäkologie ausgeweitet.
Neue Möglichkeiten für Patientinnen mit Endometriose
Auch in der Gynäkologie eröffnet das neue System künftig zusätzliche Möglichkeiten bei drei wichtigen Krankheitsgruppen: bei gutartigen Muskelknoten der Gebärmutter, sogenannten Myomen, bei Endometriose sowie in der gynäkologischen Tumorchirurgie. Bei Myomen ergänzt die robotisch-assistierte Chirurgie das bereits eingesetzte moderne Sonata-Verfahren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Endometriose, bei der insbesondere komplexe Befunde ein sehr präzises und gewebeschonendes Vorgehen erfordern. Auch bei Tumorerkrankungen, etwa bei Gebärmutterschleimhautkrebs oder bei der Entfernung von Lymphknoten, kann das neue System eingesetzt werden. „Für Patientinnen mit Endometriose kann die robotisch-assistierte Chirurgie eine wichtige Erweiterung unseres operativen Spektrums sein“, sagt Prof.in Dr. Constanze Banz-Jansen, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. „Endometriose ist häufig eine komplexe Erkrankung, die viel Erfahrung und ein sehr präzises operatives Vorgehen erfordert. Als von der Stiftung Endometriose-Forschung zertifizierte Endometrioseklinik ist es uns besonders wichtig, moderne und spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.“
Robotik in Chirurgie und Diagnostik stärkt das Lungenzentrum
Das neu angeschaffte Da-Vinci-System für das Haus Gilead I erweitert die seit rund 20 Jahren etablierten minimalinvasiven Operationsverfahren am EvKB. Besonders bei der Behandlung von Lungenkrebs sowie von Tumoren der Thymusdrüse, des Mittelfellraums zwischen den Lungen und des Brustfells ermöglicht die robotische Technik ein besonders präzises und gewebeschonendes Vorgehen.
„Wir haben in der Thoraxchirurgie bereits Erfahrungswerte mit der robotischen OP-Methode. Sie kann nun direkt in unserer Klinik im Haus Gilead I erfolgen, ohne das Patienten für diesen Eingriff in das Johannesstift verlegt werden müssen“, freut sich Dr. Morris Beshay, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie und Hauptoperateur im Ostwestfälischen Lungenkrebszentrum Ev. Klinikum Bethel | Klinikum Gütersloh.
Neben dem Ausbau der Da-Vinci-Robotik erweitert das EvKB auch seine Hightech-Lungendiagnostik: Mit dem „ION Endoluminal“ erhält in Kürze als erstes Klinikum der Region eine neue robotisch-assistierte Technologie für die Diagnostik von Lungenerkrankungen in der Universitätsklinik für Innere Medizin, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin.
Mit der Erweiterung des pneumologischen Behandlungsspektrums in Verbindung mit der Da-Vinci Robotik in der Thoraxchirurgie wird damit das Behandlungsspektrum im Lungenkrebszentrum weiter gestärkt. Kaatze: „Als Universitätsklinikum ist es unser Anspruch, Hightech-Chirurgie und Hightech-Diagnostik so einzusetzen, dass Patientinnen und Patienten in der Region von moderner, präziser und spezialisierter Medizin profitieren.“
Lungenkrebszentrum
Darmkrebszentrum
Zentrum für Allgemein-, Gefäß-, Thorax- und Viszeralchirurgie Bielefeld
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Lungenzentrum Bethel
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Klinik für Urologie und Kinder- und Jugendurologie
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