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Gaming und Co.– eine Gefahr?

Experten erklären, wie eine Sucht entsteht, wie man sie behandelt und geben Tipps für den Umgang mit Medien.

 

In der Mai-Ausgabe der Reihe „Klinikforum online“ des EvKB stand das Thema „Gaming, Social Media & Co.–Gefahr für Leib und Seele?“ im Mittelpunkt. Darin informierten die Klinikdirektorin der Universitätsklinik für Kin der-und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Univ. Prof. Dr. Stefanie Horndasch und Frank Gauls, Leiter der ambulanten Suchthilfe Bethel, über die Risiken einer intensiven Mediennutzung und mögliche Konsequenzen.

 

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Frühes Einstiegsalter für Mediennutzung

Frank Gauls und sein Team haben die Erfahrung gemacht, dass erwachsene Suchterkrankte häufig früh mit der Mediennutzung begonnen haben. Heutzutage seien fast alle Kinder-und Jugendlichen ab dem zehnten Lebensjahr mit einem Handy ausgestattet. „Bei einem so frühen Einstiegsalter kann bei einem falschen Nutzungsverhalten die Wahrscheinlichkeit, dass man eine Störung oder zumindest eine Form von Abhängigkeit entwickelt, sehr groß sein. “Hieraus können sich sogenannte komorbide Störungen, sprich Begleiterkrankungen, wie Angststörungen, Sozialphobien und Depressionen entwickeln.

Negative soziale Folgen 

Univ.-Prof. Dr. Stefanie Horndasch weiß aus Erfahrung, dass die Mediennutzung häufig nicht der einzige Faktor ist, der psychische Auffälligkeiten herbeiführt, „aber oft mit dabei ist“. Regelmäßig sehe ihr Team Kinder und Jugendliche, die „in Sozialen Medien suchtartiges Nutzungsverhalten zeigen, etwa bei Spielen im Internet, und dann nicht mehr rauskommen“, sagt sie. Im Klinikalltag erlebe sie Kinder und Jugendliche, die ihren Tag hauptsächlich mit Medien verbringen. „Da durch sind sie teilweise nicht mehr in der Lage, zur Schule zugehen und in ihrem sozialen Leben eingeschränkt.“ Letzteres gelte auch für (junge) Erwachsene, erklärt Frank Gauls. Er nennt negative Folgen wie das Scheitern in Studium oder Beruf, Auffälligkeiten am Arbeitsplatz oder Beziehungsprobleme.

Ursache: Suche nach Belohnung 

Doch wie entstehen solche Abhängigkeiten? Frank Gaulser klärt, dass dies mit sogenannten Suchtmarkern zu tun habe. Online-Rollenspiele oder Free-to-Play-Games arbeiten mit Belohnungssystemen. Durch Geldeinsätze kann man zum Beispiel länger im Spiel bleiben und wird mit verbesserten Funktionen belohnt. Diese Suchtmarker, oder auch „Appetizer“ genannt, gebe es auch in den Sozialen Medien. „Wir Menschen wollen gerne erfolgreich sein und positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Gauls. Wer das Gefühl habe, dies im realen Leben nicht zu bekommen, weil er oder sie sich ausgegrenzt oder gar gemobbt fühlt, kann in den Sozialen Medien entsprechende Anerkennung finden. Zur Entstehung von Abhängigkeiten ergänzt Univ.-Prof.  Dr. Stefanie Horndasch, dass es sowohl auf die Nutzungsdauer als auch auf die Inhalte ankomme, die man konsumiere und die einem durch die Algorithmen immer wieder angezeigt werden. Gerade vermeintliche Schönheitsideale und Trends können problematisch sein und dazu führen, dass Kinder und Jugendliche mit sich selbst unzufriedener sind und gegebenenfalls sogar eine Essstörung entwickeln.

Therapie: Alternativen aufzeigen

 In der Therapie hinterfragt Univ.-Prof. Dr. Stefanie Horndasch die Bedeutung von Mediennutzung für ihre jungen Patienten. Für manche sei es nur ein Lückenfüller, andere zögen daraus einen Gewinn oder eine Bestätigung. „Wir versuchen dann, alternative Strategien aufzubauen, um mit den Emotionen wie Angst umzugehen, oder auch um Erfolgserlebnisse im echten Leben zubekommen und soziale Kontakte und Beziehungen aufzubauen“, beschreibt sie. Dies sei auch das Ziel in der Unterstützung für Erwachsene, sagt Frank Gauls. „Ein alternatives Freizeitprogramm aufzubauen sei aber nicht leicht. „Online-Welten sorgen kurzfristig für ganz viel Dopamin-Ausschüttung. Die reale Welt erleben sie oft als wenig befriedigend.“

Mediennutzung auf mehreren Ebenen diskutieren 

Die Fachleute raten davon ab, die Mediennutzung komplett zu unterlassen. Es ginge viel mehr um die Nutzungsdauer und um die Kompetenzen im Umgang mit Medien. „Wenn jemand 8, 10 oder 19 Stunden am Bildschirm hängt, dann kann das nicht gesund sein, weil man sich seinen anderen Aufgaben nicht widmen kann“, sagt Frank Gauls. Gleichzeitig plädiert er dafür, die Nutzung von Medien altersangemessen zu regulieren, bis sich eine Medienkompetenz entwickelt hat. Diese Regeln für jüngere Menschen müssten durch die Eltern, aber auch in den Schulen umgesetzt werden. Letztendlich, da sind sich die Experten einig, müsse man das Thema Medien auf verschiedenen Ebenen diskutieren. Zum einen auf der individuellen Ebene, aber auch auf einer gesellschaftlichen. Die zentralen Punkte dabei lauteten, wie Kinder-und Jugendschutz und auch Verbraucherschutz funktionieren können. Die Experten widmen sich im Stream vielen weiteren Fragen, beispielsweise wie viel Medienzeit sie für Kinder und Jugendliche empfehlen, ob Lernspiele eine gesunde Form der Mediennutzung sind und ob man Shopping-Sucht anders behandelt als eine Gaming-Sucht. Den Stream gibt es auf YouTube und Instagram unter @evkbethel.

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Pressekontakt

Sandra Gruß

Leitung Unternehmenskommunikation


Tel: 0521 772-77060

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sandra.gruss@evkb.de

Manuel Bünemann

Unternehmenskommunikation


Tel: 0521 772-77063

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Unsere Auszeichnungen

Stern

Das Wochenmagazin “stern” zeichnet das EvKB als eines der besten 100 Krankenhäuser Deutschlands aus. Das EvKB belegt in der Liste die Spitzenposition in der Region OWL.

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Auszeichnung Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

Das Evangelische Klinikum Bethel wurde vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet.

https://www.selbsthilfefreundlichkeit.de/

Qualitätssiegel MRSA

Für ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger (MRE) sind das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara vom MRE-Netzwerk Nordwest mit dem Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ausgezeichnet worden. Das Siegel wird nur an Krankenhäuser vergeben, die in 10 verschiedenen Qualitätszielen zur Verhinderung der Verbreitung von MRSA punkten.

Aktion Saubere Hände Gold

Mit dem Gold-Zertifikat für die Jahre 2024 und 2025 hat das Evangelische Klinikum Bethel die höchste Auszeichnung der "Aktion saubere Hände" für Maßnahmen zur Krankenhaushygiene erhalten.

https://www.aktion-sauberehaende.de/ash/ash/

Zertifikat Kununu Top Company 2025

Das Evangelische Klinikum Bethel und das Krankenhaus Mara wurden von der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu mit dem Top Company Siegel ausgezeichnet. Nur ca. 5 Prozent der Unternehmen in Deutschland erhalten das Siegel, das auf unabhängigen Bewertungen von Mitarbeitenden basiert.

Ausgezeichnet Familienfreundlich

Die Stadt Bielefeld und das Lokale Bündnis für Familien haben dem Evangelischen Klinikum Bethel und dem Krankenhaus Mara das Prädikat “Ausgezeichnet Familienfreundlich" verliehen. Die Auszeichnung stellt eine besondere Wertschätzung für Unternehmen dar, die ihre Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen und sich für eine familienfreundliche Personalpolitik stark machen.