Erkrankung stellt große Belastung im Alltag dar
Endometriose ist eine chronische, gutartige Erkrankung, bei der gebärmutterschleim hautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterwächst. Dadurch treten zahlreiche Symptome auf, die Dr. Andra Crisandra Al Jered zu Beginn des Streams benennt: Starke Schmerzen bei der Menstruation (Dysmenorrhoe), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Manche Frauen seien durch die Schmerzen sehr stark in ihrem Alltag belastet, sagt Prof. Dr. Constanze Banz-Jansen. Eine operative Entfernung der Endometriose sei eine Option, allerdings gebe es Fälle, in denen Frauen immer wieder operiert werden müssten. „Endometriose ist leider eine Erkrankung, die relativ schnell wiederkommt“, erklärt sie. Doch es gibt auch andere Therapieformen. „Die Behandlung ist sehr individuell. Wir beobachten häufig, dass ein Konzept alleine nicht ausreicht“, sagt sie.
Verschiedene Therapieformen
Eine Therapieoption ist die Hormontherapie. Dr. Al Jered führt aus, dass diese gemäß der Leitlinie der Endometriosegesellschaft als Erstbehandlung angeraten sei. Der Wirkstoff Dienogest sei dabei empfohlen. Viktoria Hoppe widmet sich dem Schmerz, dem Leitsymptom der Endometriose. Dieser komme immer wieder und kann zur großen Belastung werden. Um den Schmerz abzuschwächen oder gar zu verdrängen, gebe es neben Schmerzmitteln und der Hormontherapie auch andere Möglichkeiten zur Linderung, die Patientinnen in Betracht ziehen sollten. Hierzu zählt beispielsweise die progressive Muskelentspannung. Ausprobieren könne man auch Unterbauchmassagen mit Laven del-, Rosmarin- oder Rosenöl. Zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur können zielgerichtete Übungen beitragen, die man beispielsweise beim Yoga lernen kann. Darüber hinaus kann die elektrische Nervenstimulation durch so genannte Tensgeräte zur Schmerzlinderung beitragen. Studien hätten gezeigt, dass viele Patientinnen im Anschluss rund drei Stunden schmerzfrei waren.
Auch Ernährung kann Einfluss haben
Zu guter Letzt benennt sie die Ernährung als einen einflussreichen Faktor. Studien zu folge könnten zum Beispiel freie Ernährung hilfreich sein. Radikale Diäten oder Verzicht seien allerdings nicht zu empfehlen: „Das setzt den Körper eher unter Stress und begünstigt die Endometriose“, sagt Viktoria Hoppe. Prof. Dr. Constanze Banz Jansen ergänzt die Möglichkeiten mit der Neuraltherapie, bei der an bestimmten Triggerpunkten an Unterleib und Rücken ein Lokalanästhetikum verabreicht wird. Dies habe ebenfalls gute Erfolge gezeigt. Frauen seien jederzeit herzlich Willkommen in der Sprechstunde, sagt die Chefärztin. „Wir möchten Sie kennenlernen und untersuchen, um herauszufinden, was der beste Weg für Sie ist“, lautet die Einladung.
Spannende Fragen im Live Stream
Die drei Fachärztinnen widmen sich im Stream auch vielen Fragen rund um die Endometriose. Insbesondere das Thema Kinderwunsch wird thematisiert. Doch auch Fragen zur Wirkungsweise von Medikamenten sowie der Bedeutung von psychischer Unterstützung, beispielsweise durch Selbsthilfegruppen, werden beantwortet. Den Stream gibt es auf YouTube und Instagram unter @evkbethel.