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Krebsdiagnose – und jetzt?

Psychoonkologinnen sprechen über psychische Belastungen nach einer Krebsdiagnose – und bieten Hilfe an.

In der Juli-Ausgabe der Reihe „Klinikforum online“ des EvKB stand das Thema „Nach der Krebsdiagnose –Halt finden. Mit Unsicherheit umgehen. Neue Wege finden" im Mittelpunkt. Darin sprachen die Expertinnen Paula Scheibe und Anja-Laura Piechowski darüber, was eine Krebsdiagnose bei Patientinnen und Patienten auslösen kann und welche Angebote im Umgang damit helfen. Beide sind Psychologinnen und psychologische Psychotherapeutinnen in der Psychoonkologie

des Onkologischen Zentrums am EvKB.

 

Umgang mit Gefühlen finden

Wie so ein Gespräch ablaufen kann, verdeutlichen Paula Scheibe und Anja-Laura Piechowski im Stream durch ein Rollenspiel. Darin wird deutlich, dass Patienten nach einer Krebsdiagnose oft erst einmal „auf Autopilot“ schalten. Es dauere seine Zeit, bis Erkrankte emotional erfasst hätten, welche Diagnose sie da überhaupt erhalten hätten, so Paula Scheibe. Mit der Diagnose würden verschiedene Gefühle auftreten: Angst, Trauer, Wut und viele mehr. Die Darstellung der Expertinnen untermauert auch, dass Patienten oft glauben, sie müssten immer positiv denken, um die Chancen auf Heilung zu verbessern. Angst werde demnach häufig unterdrückt. Gleichzeitig plage Betroffene ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht so optimistisch seien, wie es aus dem Umfeld ihrer Ansicht nach verlangt werde. Sie litten häufig nicht nur unter dem Druck, gegen die Krankheit zu kämpfen, sondern kämpften auch oft gegen ihre Gefühle. Paula Scheibe erklärt, dass sich Angst und Hoffnung nicht ausschließen. „Unser Ziel ist nicht, unangenehme Gefühle zu vermeiden, sondern einen hilfreichen Umgang mit ihnen zu finden. “Das gelte auch für das Gefühl von Kontrollverlust, denn während der Behandlung seien Patientinnen und Patienten auf das medizinische Fachpersonal angewiesen. Gemeinsam mit den Psychoonkologinnen und -onkologen könnten sie Strategien dafür entwickeln, in welchen Bereichen sie Einfluss nehmen können. Wer sich vor der Diagnose beispielsweise gerne bewegt hat, sollte das, sofern es die körperliche Verfassung zulässt, weiterhin tun. Auch bei der Ernährung und bei sozialen Kontakten könne man etwas für das persönliche Wohlbefinden tun. Viele kleine Bausteine könnten helfen, um die eigene mentale Verfassung intakt zu halten.

Gegen die Einsamkeit

„Psychoonkologische Begleitung bedeutet, Betroffene dabei zu unterstützen, mit den vielfältigen Belastungen umzugehen, die mit einer Krebsdiagnose einhergehen“, fasst Paula Scheibe zusammen. Die Psychologin macht deutlich: „Betroffene müssen diesen Weg nicht alleine gehen.“ Das gelte für den gesamten Behandlungsverlauf, in dem weitere belastende Themen auftreten könnten. Weitere Fragen beantworten die Expertinnen im Stream. Darunter beispielsweise, wie man Angehörige am besten darüber informiert, dass man an Krebs erkrankt ist, was man machen kann, wenn man die Ausführungen der behandelnden Ärztinnen oder Ärzte nicht ganz versteht oder wie man als Angehöriger nicht selbst ausbrennt, wenn man sich um eine nahestehende Person kümmert.

Den Stream gibt es auf YouTube und Instagram unter @evkbethel

 

Leben auf den Kopf gestellt

Eine Krebsdiagnose stellt das Leben oft auf den Kopf. Sorgen, Ängste, Trauer – es entsteht ein wahres Gefühlschaos. „Das ist völlig normal“, sagen Anja-Laura Piechowski und Paula Scheibe unisono. Sie bieten mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen Gespräche für alle Patientinnen und Patienten an, die stationär oder ambulant im Onkologischen Zentrum des EvKB behandelt werden.

Wie man in Kontakt kommt

„Ob psychotherapeutische Einzel-, Paar- oder Familiengespräche: Wir stehen bei Diagnose und Behandlung begleitend zur Seite“, sagt Anja-Laura Piechowski, Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung. Es gebe verschiedene Wege, um in Kontakt zu kommen: Patientinnen und Patienten, die stationär behandelt werden, erhalten von den Pflegekräften einen Fragebogen zur persönlichen psychischen Verfassung. Hier könne man einen Gesprächswunsch bejahen oder verneinen. Außerdem könne man auch Pflegenden oder Ärztinnen und Ärzten mitteilen, dass man mit einer Psychoonkologin oder einem Psychoonkologen sprechen möchte. „Der Auftrag wird dann an uns weitergegeben und wir treten in Kontakt“, sagt Anja-Laura Piechowski. Auch ambulant behandelte Patientinnen und Patienten können das Angebot nutzen und telefonisch einen Termin vereinbaren.

Die Kontaktdaten sind auf der Seite des Psychoonkologischen Dienstes unter evkb.de/psychoonkologie zu finden. Die Gespräche finden im Johannesstift oder im Haus Gilead I statt. Auch im Patientenzimmer am Bett oder in den Büros des Psychoonkologischen Dienstes ist ein Austausch möglich. Immer gilt: Es ist alles freiwillig und individuell.

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Pressekontakt

Sandra Gruß

Leitung Unternehmenskommunikation


Tel: 0521 772-77060

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sandra.gruss@evkb.de

Manuel Bünemann

Unternehmenskommunikation


Tel: 0521 772-77063

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Auszeichnung Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

Das Evangelische Klinikum Bethel wurde vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet.

https://www.selbsthilfefreundlichkeit.de/

Qualitätssiegel MRSA

Für ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger (MRE) sind das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara vom MRE-Netzwerk Nordwest mit dem Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ausgezeichnet worden. Das Siegel wird nur an Krankenhäuser vergeben, die in 10 verschiedenen Qualitätszielen zur Verhinderung der Verbreitung von MRSA punkten.

Aktion Saubere Hände Gold

Mit dem Gold-Zertifikat für die Jahre 2024 und 2025 hat das Evangelische Klinikum Bethel die höchste Auszeichnung der "Aktion saubere Hände" für Maßnahmen zur Krankenhaushygiene erhalten.

https://www.aktion-sauberehaende.de/ash/ash/

Zertifikat Kununu Top Company

Das Evangelische Klinikum Bethel und das Krankenhaus Mara wurden von der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu mit dem Top Company Siegel ausgezeichnet. Nur ca. 5 Prozent der Unternehmen in Deutschland erhalten das Siegel, das auf unabhängigen Bewertungen von Mitarbeitenden basiert.

Ausgezeichnet Familienfreundlich

Die Stadt Bielefeld und das Lokale Bündnis für Familien haben dem Evangelischen Klinikum Bethel und dem Krankenhaus Mara das Prädikat “Ausgezeichnet Familienfreundlich" verliehen. Die Auszeichnung stellt eine besondere Wertschätzung für Unternehmen dar, die ihre Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen und sich für eine familienfreundliche Personalpolitik stark machen.