help+ Das Delir vermeiden
„Zu Hause ist mein Angehöriger ganz anders!"
Diesen Satz hören wir in unserem Klinikalltag immer wieder. Während eines Krankenhausaufenthalts kann es vorkommen, dass insbesondere ältere Patientinnen und Patienten plötzlich verwirrt sind und ein auffälliges oder ungewöhnliches Verhalten zeigen. In der Fachsprache wird dieser Verwirrtheitszustand Delir genannt. Früher als „Durchgangssyndrom“ verharmlost, ist heute klar, dass ein Delir eine schwerwiegende Komplikation während des Krankenhausaufenthalts darstellt und viele Risiken birgt. Gleichzeitig gibt es Möglichkeiten, das Delir von vornherein zu verhindern. Dafür setzen wir am Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) seit 2012 erfolgreich das Programm help+ ein.
Wissenschaft und Forschung
Versorgungspraxis, Wissenschaft und Forschung gehören für uns unmittelbar zusammen. Basierend auf internationalen Studien, fachlichen Standards und eigenen wissenschaftlichen Analysen arbeiten wir kontinuierlich an einer inhaltlichen und konzeptionellen Weiterentwicklung des Programms. Um die Qualität auf einem hohen Niveau zu halten, wird help+ begleitend evaluiert, indem wir beispielsweise verfügbare Daten und unsere Arbeitsprozesse auswerten. Die Mitarbeitenden des help+ Teams und der Forschungsabteilung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie beteiligen sich darüber hinaus an verschiedenen Forschungsprojekten rund um das Thema ältere Menschen, Delir und Delirprävention. Zudem werden Qualifikations- und Abschlussarbeiten (z.B. Masterarbeiten) von uns begleitet. Das Engagement und der Austausch in nationalen und internationalen Vereinigungen und Netzwerken sowie die Mitarbeit an übergreifenden Strategien und Behandlungsstandards ist von besonderer Bedeutung, um das Thema voranzubringen und die Versorgung älterer Menschen im Krankenhaus nachhaltig zu verbessern.
Neue S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter veröffentlicht
Im Januar 2026 ist die S3-Leitlinie zum Delir im höheren Lebensalter erschienen. Die Leitlinie bietet aktuelle, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie des Delirs bei älteren Menschen. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, Delirrisiken frühzeitig zu erkennen, Versorgungsprozesse zu verbessern und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.
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S3-Leitlinie zum Delir im höheren Lebensalter (Langfassung)
S3-Leitlinie zum Delir im höheren Lebensalter (Kurzfassung)
Patient:innenleitlinie – Informationen verständlich erklärt
Ergänzend zur medizinischen S3-Leitlinie wurde erstmals eine Leitlinie für Betroffene und Angehörige entwickelt. Die Patient:innenleitlinie Delir im höheren Lebensalter möchte ältere Menschen sowie An- und Zugehörige ermutigen und befähigen, sich aktiv in die Vermeidung und Behandlung eines Delirs einzubringen. Sie vermittelt das hierzu erforderliche Wissen, zeigt Handlungsmöglichkeiten auf und unterstützt die gemeinsame Entscheidungsfindung mit dem Behandlungsteam.
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Ansprechpartnerin Forschung
Dr. rer. medic.
Angela
Nikelski
Gesundheits- und Krankenpflegerin
M. Sc. Public Health, B. Sc. Health Communication
Programmleitung help+
angela.nikelski@evkb.de
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Publikationen
- Bringemeier, J., Maybaum, A., Kitzig, D., Kreisel, S. (2023) Einsatz von Freiwilligen in der Delirprävention im Krankenhaus. In: Hermes, C. (Hrsg.) Delir. Prävention, Therapie und Pflege im interprofessionellen Team. München: Elsevier.
- Bringemeier J., Guhra M., Kreisel S. (2019) Delirprävention am Evangelischen Klinikum Bethel: „help-ein Plus für ältere Patienten“ In: Löhr M., Meißnest B., Volmar B. (Hrsg.) Menschen mit Demenz im Allgemeinkrankenhaus. Innovative Konzepte für eine multiprofessionelle Versorgung. Stuttgart: Kohlhammer, S. 105-123.
- Bringemeier J., Thomas C., Guhra M., Kreisel S. (2015) HELP zur Vermeidung von Delirien. Psych UP2date. Thieme 9, S. 137-148.
Kontakt
Evangelisches Klinikum Bethel
help+ Programm
Haus Burgblick
Bethesdaweg 10
33617 Bielefeld
Tel. 0521 772-79398 und -79399

