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Forschungsprojekt zur Kindergesundheit: Kleine Eulen OWL – Was Waldboden mit Kindergesundheit zu tun hat

In der bundesweit einzigartigen Langzeitstudie „Kleine Eulen OWL“ begleitet ein Forschungsteam des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) am Universitätsklinikum OWL rund 1.000 Neugeborene bis zum Erwachsenenalter. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich das Mikrobiom entwickelt und welchen Einfluss frühe Lebensbedingungen auf Gesundheit und Krankheitsrisiken im späteren Leben haben.

Hat der Waldboden etwas mit Kindergesundheit zu tun? Das wird in der Studie ENDEMIC am Evangelischen Klinikum Bethel erforscht. Foto: AdobeStock
Hat der Waldboden etwas mit Kindergesundheit zu tun? Das wird in der Studie ENDEMIC am Evangelischen Klinikum Bethel erforscht. Foto: AdobeStock
Hat der Waldboden etwas mit Kindergesundheit zu tun? Das wird in der Studie ENDEMIC am Evangelischen Klinikum Bethel erforscht. Foto: AdobeStock
Forschungsprojekt zur Kindergesundheit: Kleine Eulen OWL – Was Waldboden mit Kindergesundheit zu tun hat
Hat der Waldboden etwas mit Kindergesundheit zu tun? Das wird in der Studie ENDEMIC am Evangelischen Klinikum Bethel erforscht. Foto: AdobeStock

Viren, Pilze und Bakterien – unseren Körper besiedeln Billionen dieser Mikroorganismen, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, im Rachen und auf der Haut. Ihre Gesamtheit bildet das so genannte Mikrobiom. „Das sind keinesfalls immer krankmachende Keime. Sie helfen zum Beispiel dabei, die Immunabwehr zu unterstützen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Eckard Hamelmann. Er ist Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am EvKB und Leiter der Studie „Kleine Eulen OWL“. 

In dem groß angelegten Forschungsprojekt des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld sollen in den kommenden Jahren rund 1.000 Neugeborene und ihre Familien aus der Region Ostwestfalen-Lippe begleitet werden. In einer ersten Studienphase werden die Kinder bis zum sechsten Lebensjahr untersucht. Dabei analysieren die Forschenden die Entwicklung des Mikrobioms sowie zahlreiche Einflussfaktoren des frühen Lebens. Im Mittelpunkt stehen Einflüsse von Erbgut, Schwangerschaft und Geburt, Stress und Belastung, Umwelt, Familie und Haustiere, Gesundheit und Lebensstil sowie von Medikamenten. Benannt ist das Projekt nach der Region „OWL“ – was gleichzeitig das englische Wort für Eulen ist. 

Millionenförderung vom Bund

Auf Basis dieser „Kohorte“ wird dieses komplexe Themenfeld in mehreren einzelnen Studien beforscht. Ein Beispiel dafür ist die bereits laufende Verbundstudie „ENDEMIC“. ENDEMIC steht kurz für „Impact of ENvironmental bioDivErsity on Health and MIcrobiome development in early Childhood“ und untersucht übersetzt den Einfluss der Umwelt-Biodiversität auf die Entwicklung des Mikrobioms in der frühen Kindheit. Mit rund zwei Millionen Euro wird die Studie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Im Fokus stehen Kinder, die regelmäßig in der Natur spielen und dabei mit Boden, Pflanzen und anderen natürlichen Umweltfaktoren in Kontakt kommen. Die Studie untersucht, wie solche Begegnungen mit einer großen Vielfalt von Mikroorganismen die Entwicklung des Mikrobioms und des Immunsystems beeinflussen könnten.

Mikrobiom als Spiegel unseres Lebens

Denn das Mikrobiom kann Mikroorganismen „speichern“, mit denen wir in Berührung gekommen sind. „Diese Prägung passiert in den ersten Lebensjahren“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Eckard Hamelmann. Durch das „Kennenlernen“ von Mikroorganismen kann das Immunsystem lernen und trainieren, gefährliche Krankheitserreger von harmlosen Allergenen zu unterscheiden. 

„Wir gehen davon aus, dass vielfältige Kontakte mit natürlichen Mikroorganismen in den ersten Lebensjahren die Entwicklung des Immunsystems positiv beeinflussen können. Ob und in welchem Ausmaß dadurch das Risiko für Erkrankungen wie Allergien, Asthma oder ADHS verändert wird, untersucht die ENDEMIC-Studie“, erläutert die wissenschaftliche Leiterin der Studie Dr. Patricia Maasjosthusmann die Hypothese, die das Forschungsteam mit der komplexen ENDEMIC-Studie belegen möchte.

Von Fragebogen bis Bodenproben

Dafür wird im ersten Teil der Studie aufwändig über definierte Marker die Biodiversität der Umwelt charakterisiert, in der Kinder aufwachsen. „Wir haben 200 teilnehmende Familien befragt, wo und wie die Kinder spielen, ob sie im Sandkasten oder in der Erde buddeln. Wir haben zum Beispiel geschaut, welche Pflanzen und Bäume in Gärten oder angrenzenden Grünflächen vorkommen, haben Bodenproben genommen und Kartenmaterial ausgewertet“, erklärt Dr. Maasjosthusmann, die auch die Forschungsabteilung an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am EvKB leitet.

Neben diesen „Standortdaten“ wird auch das naturbezogene Verhalten per Fragebogen ermittelt und einbezogen. „Denn natürlich können auch Familien ohne Garten häufig rausgehen und auf Waldboden spielen, der als besonders mikroorganismenreich gilt.“

Im Wald spielen für ein gesundes Leben

Beim zweiten Teil der Studie kommt die Waldspielgruppe ins Spiel. Per Zufallsprinzip gehen rund 20 Familien von April bis Oktober jede Woche für eine Stunde gemeinsam im Wald spielen, während weitere rund 20 Familien als Kontrollgruppe mitwirken. 

Betreut wird die Waldspielgruppe vom Verein „Natursinn“. „Wir waren sofort bereit, das Projekt zu unterstützen. Wir helfen gern dabei zu belegen, dass es so eine Vielfalt wie in der Natur sonst nirgends gibt“, erklärt Vereinsmitbegründerin Sandra Thyke, die 20 Jahre Erfahrung in der Naturerlebnispädagogik einbringt.

Vereinskollegin Petra Micke berichtet, dass anfangs viele dick eingepackt zum Spielen gekommen seien. „Doch schon im Mai kamen die ersten in kurzen Hosen und Flip-Flops und haben es genossen, mit Erde und aufgefangenem Regenwasser richtig zu matschen“, erzählt sie. Sandra Thyke ergänzt: „Im Wald zu spielen macht Spaß, stabil und stark. Die Natur reguliert und belebt gleichermaßen.“

Ergebnisse 2027 erwartet 

Die Entwicklung des Mikrobioms der Kinder wird über Abstriche und Probennahmen regelmäßig untersucht. Erste Ergebnisse werden 2027 erwartet. „In einer Zeit, in der viele Kinder im urbanen Umfeld wenig naturnah aufwachsen und die Artenvielfalt zurückgeht, erhoffen wir uns, Eltern einfach umsetzbare Ratschläge für das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder geben zu können“, erklärt Dr. Patricia Maasjosthusmann.

Auch Impulse für die Stadt- und Landschaftsplanung seien denkbar. „Man könnte auf Spielplätzen neben Sandkästen auch die Möglichkeit schaffen, mit Erde in Kontakt zu kommen, die reich an Mikroorganismen ist“, ergänzt sie.

Große Chancen für die Kleinsten 

„Jedes zweite Kind entwickelt heute eine chronische Erkrankung. Vor diesem Hintergrund verstehen wir die Forschung als wichtigen Bestandteil unserer Arbeit“, unterstreicht Univ.-Prof. Eckard Hamelmann die Bedeutung. Dabei geht es sowohl um Entstehung und Vorbeugung chronischer Erkrankungen wie um die Entstehung von Gesundheit und ihre Erhaltung.

Im Zusammenspiel mit weiteren Erkenntnissen aus relevanten Lebensbereichen der Langzeitstudie und ebenfalls in Millionenhöhe geförderte Verbundstudien wie „MikrobiomProCheck“ könnten neue therapeutische Ansätze entstehen, die das Mikrobiom ganzheitlich und gezielt unterstützen. „Besonders bei kleinen Kindern, deren Immunsystem sich noch entwickelt, haben wir die Chance, ihr Leben durch gezielte Maßnahmen zum Guten zu beeinflussen“, fasst er zusammen. 

Beteiligt an ENDEMIC sind neben dem EvKB die Universität Bielefeld, das Klinikum Bielefeld, die Universität Maastricht, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie in Berlin, die Charité Universitätsmedizin in Berlin, das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels in Bonn, der Verein Natursinn Bielefeld und die Firma Sander Strohmann GmbH.

Kleine Eulen OWL

Familien aus dem Raum Ostwestfalen-Lippe können weiterhin an der Langzeitstudie „Kleine Eulen OWL“ teilnehmen. Gesucht werden werdende Eltern und Familien mit Neugeborenen, die im Umkreis von etwa 40 Kilometern um Bielefeld wohnen. Eine Entbindung im EvKB ist keine Voraussetzung. Weitere Informationen finden sich im Internet unter kleine-eulen-owl.de.

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Pressekontakt

Sandra Gruß

Leitung Unternehmenskommunikation


Tel: 0521 772-77060

Tel: 0521 772-77060

sandra.gruss@evkb.de

Manuel Bünemann

Unternehmenskommunikation


Tel: 0521 772-77063

Tel: 0521 772-77063

manuel.buenemann@evkb.de

Unsere Auszeichnungen

Stern

Das Wochenmagazin “stern” zeichnet das EvKB als eines der besten 100 Krankenhäuser Deutschlands aus. Das EvKB belegt in der Liste die Spitzenposition in der Region OWL.

Mehr erfahren

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.

Das Evangelische Klinikum Bethel ist Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit, um unseren Patienten eine größtmögliche Sicherheit bei ihrer Behandlung zukommen zu lassen.

http://www.aps-ev.de/

Auszeichnung Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

Das Evangelische Klinikum Bethel wurde vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet.

https://www.selbsthilfefreundlichkeit.de/

Aktion Saubere Hände Gold

Mit dem Gold-Zertifikat für die Jahre 2024 und 2025 hat das Evangelische Klinikum Bethel die höchste Auszeichnung der "Aktion saubere Hände" für Maßnahmen zur Krankenhaushygiene erhalten.

https://www.aktion-sauberehaende.de/ash/ash/

Qualitätssiegel MRSA

Für ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger (MRE) sind das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara vom MRE-Netzwerk Nordwest mit dem Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ausgezeichnet worden. Das Siegel wird nur an Krankenhäuser vergeben, die in 10 verschiedenen Qualitätszielen zur Verhinderung der Verbreitung von MRSA punkten.

Zertifikat Kununu Top Company

Das Evangelische Klinikum Bethel und das Krankenhaus Mara wurden von der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu mit dem Top Company Siegel ausgezeichnet. Nur ca. 5 Prozent der Unternehmen in Deutschland erhalten das Siegel, das auf unabhängigen Bewertungen von Mitarbeitenden basiert.

Westdeutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (WZKJ)

Unsere Universitätsklinik ist Teil des Westdeutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (WZKJ). Das WZKJ wurde gegründet, um die klinische und wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit in Nordrhein-Westfalen zu stärken.

https://wzkj.nrw/

Deutsche Diabetes-Gesellschaft

Für die hohe Qualifikation der Mitarbeitenden und die Erfüllung zahlreicher diabetesspezifischer Leistungsmerkmale sowie ein klar definiertes Behandlungs- und Überweisungsmanagement hat die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am EvKB das Zertifikat „Diabeteszentrum DDG“ von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erhalten. Die DDG zeichnet damit Einrichtungen aus, die eine hochwertige und evidenzbasierte Versorgung und Betreuung durch qualifizierte Diabetesbehandlungsteams anbieten.

Mukoviszidose-Ambulanz

Unsere Kindertagesklinik wurde durch das Mukoviszidose-Institut und das Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen als Mukoviszidose-Ambulanz zertifiziert.

Zertifikat Wegweisend für die Entwicklung von Kindern

Das Sozialpädiatrische Zentrum am EvKB wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin ausgezeichnet als “wegweisend für die Entwicklung von Kindern”.

Epilepsie-Ambulanz

Die Tagesklinik für Neuropädiatrie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Klinikum Bethel wurde von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie zertifiziert als Epilepsie-Ambulanz.

Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001

Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 durch TÜV Hessen