Prof.in Dr. Dr. Kristina Hennig-Fast zur Universitätsprofessorin ernannt: Neue Professur am EvKB stärkt Psychiatrie und Psychotherapie in OWL
Prof.in Dr. Dr. Kristina Hennig-Fast, Therapeutische Abteilungsleiterin in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel –, wurde von der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld zur Universitätsprofessorin für Psychische Störungen und Soziale Neurowissenschaften ernannt.
Univ.-Prof.in Dr. Dr. Kristina Hennig-Fast (2.v.l.) erhält die Ernennungsurkunde von der Rektorin der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Angelika Epple. Links: EvKB-Geschäftsführer Thorsten Kaatze, rechts: Prof. Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL. Foto: Manuel Bünemann
Die neue Professur widmet sich einem Feld von hoher gesellschaftlicher Relevanz: Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde ist jedes Jahr ein erheblicher Teil der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland von einer psychischen Erkrankung betroffen. „Psychische Erkrankungen betreffen Menschen in ihrem Denken, Fühlen, Handeln und in ihren Beziehungen“, sagt Univ.-Prof.in Dr. Dr. Kristina Hennig-Fast. „Mein Ziel ist es, Forschung, Lehre und Versorgung so miteinander zu verbinden, dass wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst direkt den Patientinnen und Patienten zugutekommen.“
Mit der Ernennung sind bereits vier Professuren der Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie vertreten. „Die Ernennung von Univ.-Prof.in Dr. Dr. Hennig-Fast ist ein starkes Signal für die Weiterentwicklung der Universitätsmedizin am Standort Bielefeld-Bethel“, sagt Thorsten Kaatze, Vorsitzender Geschäftsführer des EvKB. „Univ.-Prof.in Dr. Dr. Hennig-Fast verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit großer therapeutischer Erfahrung. Davon profitieren Patientinnen und Patienten ebenso wie die Lehre und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen in unserem Haus.“
Univ.-Prof.in Dr. phil. Dr. rer. nat. Hennig-Fast ist Diplom-Psychologin, approbierte Psychologische Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie und zertifizierte Klinische Neuropsychologin. Vor ihrer Ernennung war sie Privatdozentin mit den Forschungsschwerpunkten Psychische Störungen und Soziale Neurowissenschaften. Sie wurde sowohl zum Dr. phil. habilitiert als auch zum Dr. rer. nat. promoviert und war unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Wien und der Universität Bielefeld in Forschung, Lehre, Psychotherapie und klinischer Psychologie tätig. Seit 2015 ist sie Therapeutische Abteilungsleiterin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Bielefeld-Bethel. Sie kennt die Klinik, die Versorgungsstrukturen und die besonderen Bedarfe der Patientinnen und Patienten in der Region aus langjähriger Leitungserfahrung.
Ihre klinischen Schwerpunkte liegen in der Diagnostik und Psychotherapie von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, somatoformen Störungen, Persönlichkeitsstörungen sowie Traumafolgestörungen. Hinzu kommen die Aus- und Weiterbildung psychologischer Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Supervision in Psychotherapie und Klinischer Neuropsychologie.
Ihre bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten befassen sich unter anderem mit klinisch-psychologischen, neuropsychologischen und neurowissenschaftlichen Fragestellungen bei psychischen Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Stress- sowie Traumafolgestörungen und Resilienz. Ihr zukünftiger Forschungsschwerpunkt liegt auf den sozialen Neurowissenschaften psychischer Störungen mit besonderem Fokus auf interpersonelle Affekt- und Selbstregulation und den neurobiologischen Mechanismen sozialer Wahrnehmung, Bewertung und Beziehungsgestaltung unter Berücksichtigung von Diversitätsmerkmalen über die Lebensspanne.
Mit der Professur möchte sie am EvKB einen neuen Forschungsbereich aufbauen, der moderne Methoden direkt in die Versorgung bringt. Dazu gehören zum Beispiel Virtual Reality, mobile Messverfahren zur Untersuchung der Hirnaktivität und KI-gestützte Analysen von Verhalten. So sollen soziale Interaktionen besser erforscht und neue Erkenntnisse praxisnah für Patientinnen und Patienten aus unterschiedlichen medizinischen Fachbereichen nutzbar gemacht werden.
Damit trägt sie dazu bei, psychische Erkrankungen im Zusammenspiel von Gehirn, Erleben, Verhalten und sozialer Umwelt besser zu verstehen. Für die Versorgung der Patientinnen und Patienten am EvKB ist dieser Blick besonders wertvoll, weil er therapeutische Ansätze weiterentwickeln und stärker an den individuellen Lebensrealitäten ausrichten kann.
Für das EvKB stärkt die Ernennung auch die Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Studierende der Medizinischen Fakultät OWL erleben am Campus Bielefeld-Bethel eine Psychiatrie und Psychotherapie, die wissenschaftlich fundiert, interprofessionell und patientennah arbeitet. Zugleich fließen Erfahrungen aus der klinischen Versorgung in Forschung und Lehre zurück.
Die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum OWL, Campus Bielefeld-Bethel zählt mit 336 stationären Betten und 100 Tagesklinikplätzen einschließlich stationsäquivalenter Behandlung sowie einer sehr großen Psychiatrischen Institutsambulanz zu den großen psychiatrisch-psychotherapeutischen Kliniken der Region. Damit verbindet das EvKB große regionale Versorgungsverantwortung mit universitärer Forschung und Lehre in einem Fachgebiet, das für viele Menschen in OWL von besonderer Bedeutung ist.
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