Kranken Kindern helfen
Kranken Kindern helfen

Bethel baut ein neues Kinderzentrum. Für Jahrzehnte soll es jungen Patienten die besten Chancen geben schnell wieder gesund zu werden. mehr erfahren

menschlich.
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Unser gesamtes Denken und Handeln ist durch christliche Werte geprägt. Wir leben Toleranz und Menschlichkeit bei unserer Arbeit – jeden Tag.

führend.
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Als eines der größten Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen bieten wir in der Breite und Spitze herausragende medizinische Leistungen und Forschungsschwerpunkte.

kompetent.
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Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Deshalb setzen wir unser Fachwissen und jahrelange Erfahrung dafür ein, dass Sie schnell wieder gesund werden.

Kanu – Gemeinsam weiterkommen

Die psychische Belastung bzw. Erkrankung eines Elternteils oder beider Eltern hat Auswirkungen auf die gesamte Familie, denn auch die Kinder befinden sich dadurch in der Regel in einer belastenden Lebenssituation. Hier setzt das Präventionsangebot Kanu an: Unter dem Motto „Gemeinsam weiterkommen“ bietet Kanu Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten für betroffene Familien. Ziel des Angebotes ist es, Familien bei der Bewältigung ihrer Situation zu unterstützen und auf diesem Wege nachhaltig dazu beizutragen, das Risiko einer psychischen Erkrankung der Kinder zu senken.

Ein Präventionsangebot für Familien mit einer elterlichen psychischen Erkrankung

  • Teilnehmen können Familien mit Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren, in denen ein oder beide Elternteil(e) psychisch belastet sind oder an einer Depression, einer bipolaren Störung, einer Schizophrenie, einer Angsterkrankung, einer Abhängigkeitserkrankung oder einer sonstigen psychischen Erkrankung bzw. Belastung leiden.
  • An 10 aufeinander aufbauenden Terminen treffen sich Eltern und Kinder jeweils montags von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr in parallelen Gruppen. Die Gruppentreffen finden i.d.R. in der Tagesklinik Ost des Evangelischen Klinikums Bethel statt. Elternpaare bzw. Alleinerziehende können gerne auch in Begleitung einer Vertrauensperson teilnehmen.
  • Begleitend zu den Gruppenterminen werden Eltern-, Kinder- und Familiengespräche angeboten.
  • Als ergänzendes und langfristiges Angebot für Familien mit besonderem Bedarf können Patenschaften für die Kinder vermittelt werden.

Angebote

Für alle am Kanu-Angebot Interessierten sowie alle Ehemaligen bietet unser monatliches Kanu-Café Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein. Hier treffen sich ehemalige Kanu-Familien wieder, es wird geklönt, Erfahrungen werden ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Der große Garten mit Spielplatz lädt die Kinder zum ausgelassenen Spielen und Toben ein.Für Familien, die sich für eine Kanu-Teilnahme interessieren, besteht hier eine gute Gelegenheit, das Kanu-Team und die Kanu-Atmosphäre einmal ganz unverbindlich und ohne Druck oder Verpflichtungen kennenzulernen.

Wo und wann? Das Kanu-Café findet an jedem letzten Freitag eines Monats von 16:00 bis 18:00 Uhr im Haus des Kinderschutzbundes in der Ernst-Rein-Str. 53 in 33613 Bielefeld statt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bzw. auf ein Kennenlernen!

Eltern mit einer psychischen Belastung oder Erkrankung bzw. deren Angehörige machen sich häufig besonders viele Gedanken um die Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder. Die Befürchtung, auf Grund der seelischen Belastung den Anforderungen des Erziehungsalltages und den Bedürfnissen ihrer Kinder nicht gerecht werden zu können, wird von der Mehrheit der Kanu-Eltern geteilt. Die Elterngruppe bietet die Gelegenheit, sich mit anderen Müttern und Vätern über die Herausforderungen, vor die eine psychische Erkrankung die ganze Familie stellen kann, auszutauschen, Möglichkeiten für eine Bewältigung des Familienalltags zu besprechen und neue Kraft zu schöpfen.

Die Eltern erhalten vom Kanu-Team „Werkzeuge“ an die Hand für ein Erziehungsverhalten, welches die Entwicklung ihrer Kinder positiv unterstützen kann. Themen sind u.a. aktives Zuhören, Ich-Botschaften, Lob und Ermutigung, Grenzen setzen, Konsequenzen und Strafe sowie der Umgang mit Konflikten.

Ein zentraler Aspekt der Gruppenarbeit ist der Umgang mit der Erkrankung gegenüber dem Kind bzw. den Kindern. Fragen wie „Wie viel und welche Informationen über die Erkrankung sollte/muss mein Kind haben?“, „Wie erkläre ich meinem Kind altersentsprechend etwas über meine Erkrankung?“ werden gemeinsam diskutiert und Lösungsmöglichkeiten besprochen.

Eine psychische Erkrankung der Eltern stellt nicht nur für die Mütter und Väter selbst, sondern in der Regel auch für ihre Kinder eine erschwerende Lebenssituation dar. Die elterliche Erkrankung kann zu einer gravierenden Änderung des familiären Alltags führen. Seelische Belastungen, die daraus für ein Kind resultieren können, sind u.a.: Scham- und Schuldgefühle, mangelnde Orientierung, Schweigegebot, Angst, „Parentifizierung“ (d.h. das Kind übernimmt die soziale Rolle des Erwachsenen) und Isolation. Darüber hinaus bergen diese Belastungen ein erhöhtes Risiko, dass die Mädchen und Jungen selbst einmal Verhaltensauffälligkeiten bzw. psychische Erkrankungen entwickeln.

In der Kinder- und Jugendlichengruppe treffen sich 6- bis 14-Jährige, die sich in der Lebenssituation befinden, in einer Familie aufzuwachsen, deren Alltag in unterschiedlicher Ausprägung durch die Erkrankung der Eltern bestimmt wird. Als Gegengewicht zu Ausgrenzungs- und Stigmatisierungserfahrungen, denen viele der Mädchen und Jungen in ihrem sozialen Umfeld begegnen, bietet die Kanu-Gruppe „Normalität“ in zweifacher Hinsicht: Die Kinder und Jugendlichen erfahren in vertrauensvoller Atmosphäre zum einen, dass psychische Belastungen und Erkrankungen Bestandteil des alltäglichen Lebens sind, zum anderen können sie ganz Kind bzw. Jugendlicher sein, ausgelassen toben, kreativ sein, den Kontakt zu anderen Kindern genießen.

Das gemeinsame Spiel und das kreative Arbeiten stärken die sozialen Fähigkeiten der Mädchen und Jungen. Die aufbauenden Erlebnisse in der Gruppe sowie Übungen zu den eigenen Stärken und Gefühlen unterstützen die positive Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

Rollenspiele und Geschichten dienen als Gesprächseinstieg und -anregung für das Thema „psychische Erkrankungen“. Die Kinder werden motiviert, über ihren eigenen Familienalltag zu berichten, und sie werden einfühlsam und altersgerecht über verschiedene Krankheitsbilder und -symptome informiert.

Begleitend zu den Gruppen werden sowohl mit der Familie gemeinsam als auch mit einzelnen Familienmitgliedern ein oder mehrere Gespräche geführt. Dabei geht es vor allem um die Auswirkungen der psychischen Erkrankung auf das Familiensystem, insbesondere auf die Kinder, sowie um vorhandene Stärken und Bewältigungsmöglichkeiten.

Gemeinsam wird besprochen, ob die jeweiligen Familien noch weitere Unterstützung benötigen (z.B. eine Sozialpädagogische Familienhilfe oder einen Therapieplatz), und wo sie diese bekommen können.

Die Kinder und Jugendlichen nutzen die Einzelgespräche gerne, um Fragen zu stellen, die sie in der großen Gruppe nicht zu fragen wagen, oder die sie noch einmal individuell beantwortet haben möchten, z.B. detaillierte Fragen zur Erkrankung der Eltern (Vererbarkeit, Heilungschancen für die Eltern). Sie erzählen über Probleme in der Schule und mit Freunden, und gemeinsam wird überlegt, welche Lösungsmöglichkeiten in Frage kommen können.

In Vorbereitung für ein Familiengespräch können die Mädchen und Jungen Fragen oder Anliegen benennen, die sie mit der Unterstützung des jeweiligen Kanu-Teammitgliedes ansprechen möchten (z.B., dass Mutter oder Vater ehrlich auf Fragen nach ihrem Befinden antworten sollen, oder dass sie sich mit den Aufgaben im Haushalt überfordert fühlen).

Weiterführende Informationen

Homepage des Kinderschutzbundes Bielefeld

Die „Fachstelle Kinderschutz“ des Jugendamtes Bielefeld

Die "Schulstation" an der Hamfeldschule Bielefeld

Wildwasser Bielefeld e.V. – dezidierte Angebote für Frauen

Gesundheitspreis 2011 des Landes Nordrhein-Westfalen für Kanu

Kinder psychisch kranker Eltern Übersichtsarbeit von Fritz Mattejat und Helmut Remschmidt aus dem Deutschen Ärzteblatt 2008

Zur Situation von Kindern suchtbelasteter Familien aus Sicht der Integrativen Therapie - Beitrag von Klaus Michaelis 2004

Zur Situation von Kindern suchtbelasteter Familien aus Sicht der Integrativen - Integrativ-systemische Überlegungen zur  Entwicklung von Risiko und Resilienz bei Kindern mit suchtkranken ElternTherapie - Übersicht von Klaus Michaelis und Hilarion G. Petzold 2009

Zur Lebenssituation von Kindern psychisch erkrankter Eltern - Überblick von Julia Griepenstroh und Miriam Schmuhl

Unterstützungsmöglichkeiten am Beispiel des Forschungs- und Entwicklungsprojektes „KANU – Gemeinsam weiterkommen“ - Bestellmöglichkeit einer Arbeit zum Thema „Präventive Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ von Dieter Heitmann und Anke Reinisch

Prävention für Familien mit psychisch kranken Eltern. Bedarf, Koordination, Praxiserfahrungen von Ullrich Bauer, Anke Reinisch, Miriam Schmuhl (Hrsg.): Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2012

Psychische Erkrankungen in der Familie: Das Kanu-Manual für die Präventionsarbeit - Manual für die Praxis von Ulrich Bauer (Hrsg.), Martin Driessen (Hrsg.), Dieter Heitmann(Hrsg.), Michael Leggemann (Hrsg):

Artikel: „Treibsandkinder“ in unserer Gesellschaft von Franz-Josef Hücker

Broschüre: Kinder psychisch kranker Eltern - Neue Wege zur gemeinsamen Verantwortung - Aktuelle Broschüre der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Berlin zum Download

Kontakt

Deutscher Kinderschutzbund (DKSB)
Tel.: 05 21 - 97 79 78 15 (Anrufbeantworter)
kanu@kinderschutzbund-bielefeld.de

Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB)
Tel.: 05 21 - 772 7 84 98 (Anrufbeantworter)
kanu@evkb.de

zum Team

Paten gesucht!

Für einzelne Kinder in unserem Kanu-Angebot (Alter ca. 6 – 10 Jahre) suchen wir Menschen ab 22 Jahre, die gerne auf ehrenamtlicher Basis 1 mal pro Woche etwas mit ihrem „Kanu-Patenkind“ unternehmen möchten. Weitere Infos dazu finden Sie im Download-Bereich.

FOCUS

Das Evangelische Klinikum Bethel zählt laut Deutschlands größtem Krankenhausvergleich des FOCUS zu den besten Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen.

http://www.focus.de/

Qualitätssiegel MRSA

Für ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger (MRE) sind das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) und das Krankenhaus Mara vom MRE-Netzwerk Nordwest mit dem Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ausgezeichnet worden. Das Siegel wird nur an Krankenhäuser vergeben, die in 10 verschiedenen Qualitätszielen zur Verhinderung der Verbreitung von MRSA punkten.

Aktion Saubere Hände Silber

Das Evangelische Klinikum Bethel hat 2017 und 2019 erneut die zweithöchste Auszeichnung der "Aktion saubere Hände" für Maßnahmen zur Krankenhaushygiene erhalten.

https://www.aktion-sauberehaende.de/ash/ash/ _blank

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.

Das Evangelische Klinikum Bethel ist Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit, um unseren Patienten eine größtmögliche Sicherheit bei ihrer Behandlung zukommen zu lassen.

http://www.aps-ev.de/

Verstetigung Hygiene

Das Evangelische Klinikum Bethel wurde mit dem Siegel "Qualität und Transparenz" durch die Interreg Deutschland Nederland ausgezeichnet.

https://www.deutschland-nederland.eu/ _blank